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Kein Scherz: Adblock Plus verkauft jetzt Werbeanzeigen

    Kein Scherz: Adblock Plus verkauft jetzt Werbeanzeigen

Screenshot: Acceptable Ads

Eine neue Plattform soll die schnelle Einbindung von „unaufdringlicher Werbung“ erlauben. Adblock Plus könnte damit das Verbot des bezahlten Whitelistings umgehen. Die Themenwoche Online-Marketing.

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Ein Adblocker, der selbst Anzeigen verkauft? Mit einem neuen Tool für Verlage will die Kölner Eyeo GmbH genau das umsetzen. Der Anbieter von Adblock Plus startete am Dienstag die Beta-Version einer Plattform, mit der Verlage auf einfache Weise sogenannte unaufdringliche Werbung in ihre Webseiten integrieren können. Per Drag-and-Drop-Editor könnten die Verlage mit Hilfe der neuen Supply Side Platform (SSP) die erlaubten Anzeigen in Echtzeit auf den Seiten platzieren. Für kleinere Websites soll das Tool kostenlos zur Verfügung stehen, teilte das Unternehmen mit.

Grafik: Adblock Plus
Grafik: Adblock Plus.

Eyeo realisiert das Angebot zusammen mit dem Plattform-Provider Combotag. Demnach erscheint bei Nutzern, die das Acceptable-Ads-Programm nutzen, eine den Kriterien für unaufdringliche Werbung entsprechende Anzeige. Bei anderen Nutzern erscheint hingegen eine „normale“ Anzeige. Die Anzeigen auf der Plattform entsprechen bereits den Kriterien des Programms, die künftig von einem unabhängigen Gremium festgelegt werden sollen. Laut Eyeo hat Adblock Plus derzeit rund 100 Millionen Nutzer weltweit.

Adblock Plus will sechs Prozent der Einnahmen

Die neue Plattform bietet laut Eyeo den Verlagen mehrere Vorteile. So müssten sie für deren Nutzung lediglich einen einzigen Tag auf ihrer Seite integrieren. Dadurch werde das Whitelisting auf die komplette Webseite angewandt, anstatt wie bisher nur auf individuelle Anzeigen. Anzeigen aus verschiedenen Quellen wie Google AdExchange oder AppNexus könnten so einfach eingebunden werden. Während das Whitelisting einer Seite bisher manchmal mehrere Wochen gedauert habe, sei es jetzt in wenigen Sekunden möglich.

Was sich nicht ändert: Eyeo will weiterhin an den unaufdringlichen Anzeigen verdienen. Die Verlage erhielten 80 Prozent der Einnahmen, berichtete die US-Webseite The Verge. Die übrigen 20 Prozent würden zwischen den anderen Partnern der Plattform geteilt. Eyeo soll sechs Prozent der Einnahmen bekommen. Bislang verlangt Eyeo von Anbietern, die durch Acceptable Ads mehr als zehn Millionen zusätzliche Ad-Impressions im Monat erzielen, einen Anteil von 30 Prozent.

Das Kölner Oberlandesgericht hatte das bezahlte Whitelisting im Juni 2016 allerdings für unzulässig erklärt. Mit dem neuen Konzept würde Eyeo jedoch selbst als Vermarkter von Anzeigen auftreten und könnte das Verbot auf diese Weise wohl umgehen. Die Verlagswirtschaft bezeichnet das Geschäftsmodell des bezahlten Whitelistings regelmäßig als „moderne Wegelagerei“. Die neue Plattform solle Ende des Jahres vollständig zur Verfügung stehen, berichtete The Verge.

Autor des Artikels ist Friedhelm Greis.

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