Mit der Suchmaschine Cuil hat Marktführer Google einen neuen Herausforderer mit großen Ambitionen dazubekommen. Die Indexierung soll mehr und bessere Ergebnisse liefern, versprechen die Macher. Zwei ehemalige Google-Mitarbeiter sind daran beteiligt.
Heute ist der Startschuss für die neue Suchmaschine "Cuil" gefallen. Nach eigenen Angaben hat Cuil 120 Milliarden Webseiten im eigenen Index. Damit habe man dreimal so viele Seiten im Index, sagte Tom Costello, einer der Köpfe hinter dem Projekt, in einem Video-Interview auf cnet. Inwieweit diese Zahlen stimmen, lässt sich aber nicht mit Sicherheit sagen. Google hatte zudem gerade in einem Eintrag im offiziellen Blog die stolze Zahl von einer Billion indexierter Seiten veröffentlicht.
Cuil will darüber hinaus mit einer eigenen Darstellung der Suchergebnisse punkten. Die Startseite ist noch recht schlicht gehalten und verwendet einen schwarzen Hintergrund - im Gegensatz zur weißen Leinwand von Google. Unter dem Sucheingabefeld befindet sich die aktuelle Zahl der Webseiten im Index. Die Suchergebnisse werden dann wahlweise in zwei oder drei Spalten dargestellt. Zu den einzelnen Ergebnissen wird ein passendes Previewbild angezeigt und es gibt Möglichkeiten zur Verfeinerung der Suche über vorgeschlagene Kategorien.
Hintergrund
Hinter dem Projekt "Cuil", das unter dem Namen "Cuill" entwickelt wurde, stehen mit Anna Patterson und Russell Power zwei ehemalige Google-Mitarbeiter. Drittes Schwergewicht im Bunde ist Tom Costello, ehemaliger IBM-Mitarbeiter und Ehemann von Patterson. Ihnen ist es gelungen, insgesamt etwa 33 Millionen US-Dollar Risikokapital für das Suchmaschinen-Projekt zu bekommen, wie der Branchendienst Venture Beat mitteilt. Dass eine Suchmaschine einen großen Kapitalbedarf hat, zeigen die Zahlen, die Michael Arrington auf TechCrunch in einem Beitrag zum Start von Cuil veröffentlicht hat. Demnach verschlingt die Infrastruktur der Google-Suchmaschine jährlich eine Milliarde US-Dollar. Allerdings will Cuil laut Arrington eine eigene Technologie entwickelt haben, die die Kosten für die Indexierung deutlich niedriger hält.
Erster Praxistest
Eine Suche nach "Open Source" findet auf Cuil aktuell 11.600.000 Einträge, Google findet dagegen 222.000.000. Auch die Ergebnisse selbst sind unterschiedlich: So steht bei Cuil Opensource.org an erster Stelle und bei Google der deutsche Wikipediaeintrag zu Open Source. Bei diesem Beispiel wird schnell deutlich, dass Google zumindest im deutschen Sprachraum noch Vorteile hat.
Deutlicher werden die Schwierigkeiten von Cuil mit der Suche nach deutschen Seiten bei der Eingabe von "T3N". Während Google die Startseite von T3N als ersten Treffer präsentiert, kommt Cuil mit einem Ebay-Angebot daher. Die T3N-Startseite folgt an achter Stelle mit wenig Text und leider ohne Bild. Auch die Kategorien zur Suchverfeinerung fehlen hier gänzlich.
Fazit
Eine amerikanische Suchmaschine konzentriert sich vielleicht naturgemäß zuerst auf den heimischen Markt, wohl auch um die Geldgeber zufriedenzustellen. Allerdings sollte dies nur für die erste Startphase gelten, will man den Branchenprimus ernsthaft gefährden. Zuvor jedoch sollte Cuil noch ein viel dringenderes Problem lösen: Wie u.a. Michael Arrington auf TechCrunch meldete, gab es zum Start auch schon die erste Downtime.

















Mal schauen, wie es sich entwickelt. Ich persönlich finde die Spaltenansicht nicht übersichtlicher. Aber vielleicht ist das auch eine Sache der Gewöhnung.
http://tinyurl.com/62b8uh
"Due to overwhelming interest, our Cuil servers are running a bit hot right now. The search engine is momentarily unavailable as we add more capacity."