Neuer Dienst „Bezahlen über Amazon“ – Bei gleichen Preisen ein PayPal-Killer?

Das aus den USA und dem UK bekannte Amazon Payments ist jetzt in Deutschland als „Bezahlen über Amazon“ gestartet. Über diesen Payment-Dienst können User im Web mit ihrem Amazon-Account bezahlen. Amazon will damit Kunden und Händlern sichere und transparente Transaktionen anbieten. Aber kann das nicht auch PayPal? Ja, dieser etablierte Dienst hat mit Amazon Payments einen direkten Konkurrenten erhalten. Amazon wagt somit einen erneuten Angriff auf die PayPal-Mutter eBay, den langfristig auch Facebook vor hat.

Wie funktioniert „Bezahlen über Amazon“?

Wer mit vertraut ist, wird sich bei „Bezahlen über Amazon“ schnell zurecht finden - sowohl als Kunde als auch als Shopbetreiber. Wer das noch nicht ist, wird schnell Zugang zum sogenannten Payments finden. Auch, weil Amazon sowohl Kreditkartenzahlung als auch Lastschrift akzeptiert.

Online-Shops, die die Payment-Lösung von Amazon als Bezahlmethode anbieten, können ihre Kunden vor Zahlungsunfällen und Zahlungsausfällen schützen, indem sie Amazon pro Transaktion eine Provision zahlen. Die liegt in der selben Höhe wie bei PayPal, nämlich 35 Euro-Cent plus 1,9 Prozent der Verkaufssumme. Händler können neben der von Amazon bereitgestellten Garantie mit der „Inline Integration“ von Payments arbeiten, die die Kunden bis zur komplett abgeschlossenen Transaktion durch den Shop-Checkout führt. Denn Amazon Payments ruft die hinterlegten Kundendaten und Bezahlvarianten vom Amazon-Account ab, ohne den Kunden aus dem Online-Shop leiten zu müssen.

bezahlen ueber amazon payments
Bezahlen über Amazon: Die neue Payment-Lösung von Amazon ist in Deutschland gestartet.

Die Daten bleiben also stets bei Amazon, Neukunden müssen sich nicht für das Bezahlen bei einem Shop registrieren, sofern sie einen Amazon-Account besitzen. Das hat für Shopbetreiber Vor- und Nachteile: Die schnelle Transaktion macht das Einkaufen attraktiv und schnell, wird es wohl aber auch erschweren, Stammkunden zu gewinnen. Die aber rechnet sich vermutlich Amazon aus, auch wenn das Versandhaus über einen Kundenstamm von mehreren Millionen verfügt. Mit „Bezahlen über Amazon“ dürfen Shopbetreiber schließlich auf das Vertrauen der Kunden hoffen, das mit dem Namen Amazon von vielen verbunden wird.

„Bezahlen über Amazon“ mit identischem Angebot

Mit einem identischen Bezahl- und dem gleichen Preismodell tritt Amazon also den Kampf gegen die Konkurrenz an – zwar mit geschlossenem Visier, aber in vollstem Galopp. Aufwind werden auch die schätzungsweise 130 Millionen Amazon-Kunden geben, die den Dienst schon jetzt nutzen können. Andererseits: Bisher sind für Deutschland noch recht wenig Referenz-Shops angegeben, die „Bezahlen über Amazon“ als Variante im Angebot haben. Das muss sich noch ändern, will das führende Social-Commerce-Versandhaus der Welt auch im Bereich Payment-Lösung die Konkurrenz vom Thron stoßen.

Jetzt heißt es nur noch gespannt auf Facebook zu warten, schließlich wird dem F-Commerce langfristig eine rosige Zukunft vorausgesagt. Und natürlich hat das Zuckerbergsche Imperium bereits mit Facebook Payments einen möglichen Konkurrenten registrieren lassen.

Was haltet ihr von Amazon Payments? Nutzt ihr Payment-Dienste wie PayPal regelmäßig?

Weiterführende Links:

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12 Answers

  1. von Nick 27.04.2011 (09:53Uhr) 1.

    Find den Zug von Amazon gut, werde nun auch von Paypal zu Amazon wechseln (like)!

  2. von Vincent 27.04.2011 (10:37Uhr) 2.

    Das ist doch nen schlauer Zug von Amazon. Als Shopbetreiber würd ich sofort überspringen

  3. von JCG 27.04.2011 (10:47Uhr) 3.

    @Vincent:

    > Als Shopbetreiber würd ich sofort überspringen

    Vermutlich sind Sie deshalb kein Shopbetreiber. ;-)

    Nicht, dass ich Amazon nicht das Potenzial zutrauen würde, mittelfristig auch in diesem Segment entscheidende Marktanteile gewinnen zu können. Allerdings hat PayPal zumindest aktuell und kurzfristig einen ganz entscheidenden Vorteil: zeitlicher Vorsprung, der sich in breiter Akzeptanz sowohl seitens Verkäufern wie auch Käufern widerspiegelt.

    Diesen Vorsprung gilt es einzuholen. Am ehesten schaffen das potente Player wie Amazon oder Facebook. Sicher ist hier aber garnichts, selbst Google (!) tut sich mit dem eigenen Bezahldienst gegen PayPal schwer.

  4. von Karol Plichta via facebook 27.04.2011 (11:03Uhr) 4.

    Mich würde mal interessieren wann Dwolla endlich für Europa freigeschaltet wird. Ist zwar keine richtige alternative , aber wenn immer mehr onlineshops bei Facebook integriert werden, dann sieht das wieder anders aus.

  5. von Christian 27.04.2011 (11:59Uhr) 5.

    @JCG

    Nicht wunderlich, wenn Google Checkout lediglich Kreditkarten annimmt. Damit fällt das Zahlungssystem für viele Kunden bereits durch. (Und entsprechend auch die Services, die Google Checkout vorraussetzen, wie der Android Market)

  6. von Jan Borns 27.04.2011 (12:14Uhr) 6.

    @Christian: Exakt, habe das im Artikel noch mal ergänzt. Amazon zeigt sich bisher nämlich flexibler als Google.

  7. von Juergen 27.04.2011 (12:30Uhr) 7.

    Schöne Sache... jemand eine Idee, wie man das am einfachsten in Magento integrieren kann?

  8. von Bezahlen über Amazon 2.0 27.04.2011 (15:07Uhr) 8.

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