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Neuer Google+ Login nimmt Facebook Connect ins Visier

Mit dem jetzt vorgestellten „Google+ Sign-In“ bohrt der Internetriese seinen bereits vorhandenen Login-Service erheblich auf. Klares Ziel: eine Alternative zu Connect. Entsprechend ahmt Google einiges vom blauen Vorbild nach, setzt aber mit Features wie „Interactive Sharing“ auch eigene Akzente. Und natürlich dürfen Seitenhiebe auf Facebook bei alldem nicht fehlen.

Neuer Google+ Login nimmt Facebook Connect ins Visier

So manches aus der Beschreibung zum neuen Google+ Login dürfte Nutzern von Facebook Connect bekannt vorkommen. So ist ein zentrales Feature, dass Nutzer mit diesem Login die Daten ihres Google+-Profils mitbringen, ohne sich bei einer Web- oder Mobil-App noch einmal registrieren zu müssen. Dabei bietet der neue Login wie schon der Vorgänger die Authentifizierung in zwei Schritten und nutzt OAuth 2.0.

Aber es gibt auch funktionale Neuerungen. Android-Besitzer beispielsweise können sich nach dem Login auf einer Website mit einem Klick die Mobil-App aufs Gerät laden lassen. Für alle interessant, die aktiv nutzen, sind wiederum die umfangreichen Sharing-Funktionen. Wie von Google+ bekannt kann man hier die Personen oder Kreise auswählen, mit denen man die Informationen teilen möchte. Ein „Frictionless Sharing“ wie bei Facebook aber wird es nicht geben. Sprich: Im Stream anderer Nutzer landet nur, was man aktiv geteilt hat. Automatisch passiert das nicht, denn das wirke wie Spam, heißt es im offiziellen Blogpost. Dieser Seitenhieb auf Facebook musste offenbar sein.

Tatsächlich aber können Anwendungen auch Informationen automatisiert zu Google+ pushen, dann landen sie aber zunächst nur auf der entsprechenden Profilseite des Nutzers. Von dort kann der Nutzer entscheiden, ob er beispielsweise die gehörte Musik oder seine Trainingsergebnisse teilen möchte oder nicht.

Google+ Login und das „Interactive Sharing“

Zwei Beispiele für „Interactive Sharing“.

Ein interessantes Detail des neuen Google+ Logins ist das „Interactive Sharing“. Teilt man beispielsweise ein Fundstück aus einem Onlineshop auf Google+, kann dort ein „Kaufen“-Button erscheinen, der den Nutzer wiederum direkt zum Shop bringt. Teilt jemand Musik, könnte man sie sich mit einem Klick anhören. Über 100 solcher Aktionen will Google+ für Entwickler anbieten.

Bei alldem soll auch die vorherige Version des Google-Logins weiterhin erhalten bleiben und funktionieren. Wer es in seinem Projekt einsetzt, muss es also vorerst nicht zwangsläufig umstellen. Die Umstellung hat Google dabei nach eigenen Worten bewusst simpel gehalten – sowohl für die Nutzer, als auch die Entwickler. So sieht für den Internetnutzer der Google+-Login zunächst nicht wesentlich anders aus als sein Vorgänger. Und für die grundlegende Implementation des neuen Angebots soll man nicht mehr als eine Stunde benötigen. Wer spezielle Funktionen wie „Interactive Sharing“ nutzen will, muss entsprechend mehr Zeit einplanen.

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Eine Antwort
  1. von Tobias am 27.02.2013 (11:45 Uhr)

    Google+ entwickelt sich immer mehr zu einem echten sozialen Netzwerk. Sie scheinen es erst zu meinen und zu nehmen. Ich bin gespannt, welche Entwicklung das gesamte Projekte noch nimmt, aber ich merke in meinem Umfeld, dass die Begeisterung für Google+ zumimmt.
    Technisch sind sie eh immer einen kreativen Schritt voraus.

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