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Absage mit Trostpreis: Kein „Neuer Markt 2.0“ für deutsche Startups

Absage mit Trostpreis: Kein „Neuer Markt 2.0“ für deutsche Startups

Die kapitalhungrige Startup-Szene in Deutschland lechzt nach einem eigenen Börsensegment. Entsprechend ambitioniert setzte man sich zusammen mit der deutschen Politik dafür ein. Die Deutsche Börse hat diesem Wunsch jetzt aber eine Absage erteilt. Stattdessen soll es eine neue Online-Plattform als Bewährungsprobe geben.

Absage mit Trostpreis: Kein „Neuer Markt 2.0“ für deutsche Startups

Kein „Neuer Markt 2.0“ für deutsche Startups. (Foto: © eyetronic - Fotolia.com)

Update vom 26. November 2014: Im Artikel schreiben wir, dass die Entscheidung der Deutschen Börse auch in den Augen des Bundesverbands Deutsche (BVDS) ein Rückschlag sei. Dieser hat nun per Facebook klar gestellt: „Wir teilen diesen Pessimismus nicht.“ Für Dezember sei ein Gespräch zwischen der Deutschen Börse und Sigmar Gabriel anberaumt, an dem auch der BVDS teilnehme. Erst danach werde man die Pläne der Deutschen Börse mit Blick auf einen Markt 2.0 bewerten.

„Neuer Markt 2.0“: Börse erteilt Absage an Startups

Hand in Hand mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte die hiesige Gründerszene darum geworben, jetzt die Absage: Wie die Deutsche Börse mitteilt, wird es vorerst kein eigenes Börsensegment für deutsche Startups geben. „Wir glauben, dass die Schaffung eines Börsensegments allein nicht das bestehende Finanzierungsproblem löst. Denn dessen Ursache ist ein Strukturproblem im deutschen Kapitalmarkt“, sagte Andreas Preuß, Vize-Chef der Deutschen Börse. Deutschland habe zu wenige institutionelle Investoren mit Branchenspezialisierung für wachstumsstarke Hightech-Geschäftsmodelle.

Zusammen mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte sich Deutschlands Gründerszene für einen „Neuen Markt 2.0“ zur Verbesserung der Startup-Finanzierung eingesetzt. (Foto: getofftime / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

„Ich halte diese Entscheidung für falsch.“

Für die Politik und den Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) ist das ein Rückschlag. Beide Seiten hatten sich monatelang für einen „Neuen Markt 2.0“ eingesetzt, um die defizitäre Finanzierungssituation deutscher Startups zu verbessern. „Ich bedauere diese Entscheidung und halte sie auch für falsch“, kommentierte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Entscheidung. Sie werde dazu beitragen, dass sich junge Unternehmen noch stärker in die USA orientierten. Entsprechend forderte Gabriel die Deutsche Börse auf, die Entscheidung zum Startup-eigenen Börsensegment zu überdenken.

Startups sollen Online-Plattform erhalten

Dass es dazu kommt, gilt aber als unwahrscheinlich. Noch immer belastet die Pleite des „Neuen Markt“ aus der Jahrtausendwende die Offenheit der Deutschen Börse gegenüber Startups. Es geht auch im Reputationsängste. Stattdessen will Deutschlands größter Börsenbetreiber im nächsten Jahr eine Internetplattform lancieren, auf der sich Startups und potenzielle Investoren für einen Gang aufs Börsenparkett empfehlen können. Findet ein Startup auf der nicht-öffentlichen Plattform genügend Investoren, kann es anschließend an die Börse gehen, beispielsweise in den Entry Standard, wo die Hürden vergleichsweise niedrig sind.

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