Die neue Ausrichtung von MySpace ist wohl der letzte Versuch aus ehemaligen Pionier der Social Networks wieder ein profitables Geschäft zu machen. Musik gehört zwar schon sehr lange zu den Schwerpunkten in der Ausrichtung von MySpace, aber das Geld verdienten andere, wie beispielsweise Apple. So machte MySpace im vergangenen Jahr, nach Angaben von Bloomberg, einen Verlust von 350 Millionen US-Dollar. Weiter sinkende Nutzer- und Trafficzahlen lassen für das laufende Jahr auch keine sehr viel besseren Aussichten zu.
13-35-Jährige als neue Zielgruppe
„Dies ist eine komplette Neuausrichtung und ein komplett anderes Produkt“, sagt MySpace-CEO Mike Jones und gibt die Gruppe der 13-35-Jährigen als neue Zielgruppe aus. Die sollen sich dann zwar auch noch über ihre Interessen austauschen können, wie es in einem Social Network üblich ist, aber der Schwerpunkt liegt jetzt eindeutig auf der Seite des Medienkonsums. Ein wichtige Rolle wird dabei die Onlinevideoplattform Hulu spielen, an der die MySpace-Mutter News Corp. ebenfalls beteiligt ist. Hulu glänzt in den USA mit der Bereitstellung von TV-Serien, ist aber in den meisten anderen Ländern, wie übrigens auch in Deutschland, nicht verfügbar.
Für eine weltweite Strategie müsste MySpace hier also noch weitere Kooperationen eingehen. Ob Rupert Murdoch aber gewillt ist, noch mehr Geld für das sinkende Schiff auszugeben, ist zumindest fraglich. Verschärft wird die finanzielle Lage noch durch einen auslaufenden Vertrag mit der führenden Suchmaschine Google. Die Anbindung an den Suchindex von Google konnte sich MySpace vor drei Jahren noch mit rund 900 Millionen US-Dollar vergolden lassen - in die neuerlichen Verhandlungen geht man aber mit deutlich schlechteren Voraussetzungen.
Ob die neue Ausrichtung, die abermals mit großer Konkurrenz zu kämpfen hat, einen bedeutenden Schritt aus der seit Jahren anhaltenden Krise bedeutet, lässt sich heute noch nicht sagen. Klar ist jedoch, dass MySpace ohne die Finanzmacht der News Corp. im Rücken wohl schon längst hätte aufgeben müssen. Ohne die Rückkehr ins profitable Geschäft, dürfte aber auch diese lebenswichtige Unterstützung irgendwann zu Ende gehen.
Screenshots des neuen Designs
(Quelle der Screenshots: Mashable)
Links zum Thema:
- News Corp. Reboots MySpace in Quest to Recapture Young Crowd - Bloomberg
- The New MySpace: Screenshots and Videos - Mashable
- Myspace kapituliert vor Facebook - Financial Times Deutschland
- The MySpace Redesign Is Almost Here - Some Details - TechCrunch
[Update 19.11.2010: MySpace kündigt Mashup mit Facebook an]









von Ropa 27.10.2010 (12:27Uhr) 1.
Wow, einfach super! Ich liebe Myspace. Es ist wirklich eine tolle Pattform!
von Oliver Gayck via facebook 27.10.2010 (12:54Uhr) 2.
lllooolll - Leichen wiederbeleben hat schon bei Frankenstein nicht so richtig funktioniert...
von symbiont 27.10.2010 (13:06Uhr) 3.
Die neue Zielgruppe ist also 13-35.
Wie war sie denn vorher? 25-50?
Ich bin gespannt, wie und ob das neue Konzept fruchtet.
von Falk Hedemann 27.10.2010 (13:14Uhr) 4.
@symbiont: Ich bin mir nicht sicher, ob es zuvor überhaupt eine auf das Alter definierte Zielgruppe gegeben hat. Zumindest versucht sich MySpace jetzt von Facebook auch in Hinsicht auf das Alter abzugrenzen: Seine Eltern und andere Erwachsene könne man ja bei Facebook treffen, sagte Mike Jones in einem Interview ;-)
von soean 27.10.2010 (18:12Uhr) 5.
Ich denke studiVZ sollte sich ein Beispiel daran nehmen und sich wieder mehr auf Studenten konzentrieren. Als Facebook-Klon haben sie doch eh keine Chance.
von Björn Nixname via facebook 27.10.2010 (19:40Uhr) 6.
Wird auch zeit das die untergehen... inzwischen ist myspace nur noch eine marionette der musikindustrie..... künstler ohne label werden da jeden tag grundlos gesperrt und gehen woanders hin...
von Christian 29.10.2010 (08:37Uhr) 7.
Sieht schonmal etwas moderner aus. Habe MySpace bisher nur besucht, wenn Bands keine eigene Homepage hatten und dann waren auch nur die bereit gestellten Songs und ab und zu auch mal die Tourdaten interessant. Mal sehen ob das neue Layout daran was ändert.
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