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Das Storytelling der Zukunft: Wie ein Deutscher mit Newsclip.se den Journalismus verändern will

Das Storytelling der Zukunft: Wie ein Deutscher mit Newsclip.se den Journalismus verändern will

Mit Newsclip.se hat ein deutscher Entwickler gemeinsam mit einem internationalen Team aus Designern, Entwicklern und Journalisten den Prototyp einer Art Entwicklungsumgebung für Redakteure veröffentlicht. Wie sie die Arbeit von Journalisten verändern soll, erfahrt ihr in unserem Artikel.

Das Storytelling der Zukunft: Wie ein Deutscher mit Newsclip.se den Journalismus verändern will

(Grafik: Newsclip)

Newsclip.se: Die Entwicklungsumgebung für Journalisten

Zwischen dem 29. November und dem 1. Dezember 2014 hat in Doha der erste Canvas-Hackathon des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera stattgefunden. Ziel war es, innovative Werkzeuge für den modernen Journalismus zu entwickeln. Zu den Teilnehmern gehörten Entwickler, Designer und Medien-Profis aus insgesamt 37 Nationen. Einer davon war der deutsche Entwickler Friedrich Lindenberg. Gemeinsam mit einem internationalen Team aus Journalisten, Designern und Entwicklern hat er dort den ersten Prototyp eines vollkommen neuen Werkzeugs für Journalisten namens Newsclip.se vorgestellt.

Die Idee: Newsclip.se soll für Journalisten das werden, was für Entwickler eine integrierte Entwicklungsumgebung ist. Statt einen einfachen Texteditor zu verwenden, soll das Tool selbstständig relevante Informationen zum eigentlichen Artikel bereitstellen. Dazu bedient sich die Web-App bei verschiedenen Online-Ressourcen und Notizen des Autors oder seiner Kollegen. Wird beispielsweise der Name einer Person im Text genannt, soll die Software zusätzliche Artikel oder Informationen von Wikipedia direkt neben dem Eingabefeld bereitstellen.

Newsclip.se: Das Tool soll Journalisten bei ihrer Arbeit unterstützen. (Screenshot: Newsclip.se)
Newsclip.se: Das Tool soll Journalisten bei ihrer Arbeit unterstützen. (Screenshot: Newsclip.se)

Newsclip.se: Langsamer Prototyp mit großem Potenzial

Obwohl der Prototyp funktioniert und schon jetzt automatisch hilfreiche Quellen zu einem Text bereitstellen kann, überzeugt die Web-App bislang nicht durch Schnelligkeit. Andererseits sind die Macher längst nicht fertig mit der . Langfristig wünscht sich Lindenberg beispielsweise die Möglichkeit, Artikel als eine Art abstrakten Syntaxbaum darzustellen. Statt nur Notizen zu verwalten und Quellen anzuzeigen, könnte ein solches Tool beispielsweise selbständig einen Hinweis liefern, wenn die Faktenlage zu dünn für eine im Text gemachte Behauptung ist.

Auch wenn Lindenberg die dazu notwendige Technik für noch nicht ausgereift genug hält, kann er sich verschiedene Wege vorstellen, um eine solche Funktionalität zumindest in Ansätzen zu erzeugen. Bis dahin werden Lindenberg und seine Kollegen allerdings noch viel Arbeit in die Software stecken müssen. Wer dabei helfen will, findet den Quellcode von Newsclip.se auf GitHub.

via news.ycombinator.com

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Eine Antwort
  1. von News für all am 11.12.2014 (16:39 Uhr)

    Als Newswiki gabs die Idee schon vor Jahren.

    - Print-Texte sind die Fast-Food-Kurz-Version für extrem begrenzten Platz in einer Tages-Zeitung. Die echten Texte sind online weil man da beliebig Platz hat und auch Videos, Bilder, Animationen (leider viel zu wenige), Erklärungen usw. usw. unterbringen kann.
    - wiederkehrende Texte sind nichts schlimmes.
    - Geschichten müssen weiter-erzählt werden. Am besten das neueste oben so das man aufhört zu lesen ab wo man sich daran erinnert.
    - Alle Referenzen, Ursprungs-Texte usw. werden natürlich verlinkt.
    - Per RDF(?) u.ä. werden die Texte vollautomatisch in allen Sprachen angeboten.

    Die Idee war, das WikiNews die zentralste Anlaufstelle ist und dort auch die Sachen stehen welche (oft einseitig im Sinne der Eigentümer-Familie der Zeitschrift bzw. Zeitung) gefärbte News nicht enthalten oder der News-Praktikant beim Copy-Paste der Agenturmeldung nicht wusste aber trotzdem relevant ist.

    Die Rechtskostenabschätzung ergab keine Profitabilität obwohl die Implementierung trivial war.

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