von , 11.05.2010

next10: Fruchtige Schokolade, Social-Media-Alltag und kurze Wertschöpfungsketten – next10, Tag1

Zwar ist der erste Tag der Internetkonferenz next10 in Berlin noch in vollem Gange, aber hier trotzdem bereits ein paar subjektive Eindrücke von diesem international ausgerichteten Web-Event. Eines kann man wohl klar behaupten: Mit eher geekigen Veranstaltungen wie den diversen BarCamps, der re:publica oder gar dem Chaos Communication Congress hat die next wenig gemein. Hier treffen sich Menschen, die mit den Veränderungen im und durch das Netz ihr Geld verdienen wollen oder darauf reagieren müssen.

Mit dem Wechsel von Hamburg nach Berlin und dem kompletten Schwenk der Konferenzsprache auf Englisch machen die Veranstalter vor allem deutlich, welche Bedeutung sie der next beimessen. Sie soll Entscheider, Querdenker, Enthusiasten aus aller Welt versammeln - im Rahmen einer klassischen Konferenz mit festem Programm, durchgehendem Catering und abendlichen Partys.

Die einzelnen Vorträge sind dabei meist sehr kurz. Was ich heute gesehen habe, war oft schon nach 10 bis 20 Minuten wieder vorbei. Das bringt zwar Abwechslung, aber in die Tiefe kann man dabei natürlich nicht gehen. Was die next10 also liefert, ist ein breiter Überblick zu aktuell viel diskutierten Themen, vor allem mit Blick auf Business und Marketing. Genauer geht es bei den Workshops zur Sache, von denen ich selbst heute aber keinen wahrgenommen habe. Vielleicht morgen. Auswahl gibt es jedenfalls genug.

In diesen Programmpunkten finden sich netterweise auch immer wieder überraschende Inhalte wie Louis Rossettos Präsentation seiner neuen Firma „Tcho“. Der Gründer des Kult-Geek-Magazins „Wired“ hat heute ein vollkommenes neues Geschäftsfeld gefunden: Schokolade. Sie sei für Kakao das, was Wein für Trauben sei, erklärte Rossetto und zeigte, wie er durch Einsatz neuer Technologien die Herstellung der Schokolade effizienter gestaltet und den Geschmack immer weiter verbessert hat.

tcho

1.000 Iterationen habe die erste „Beta“ der „Tcho“-Schokolade durchlaufen, bis sie heute bei der Versionsnummer 2.0 angekommen sei. Das Publikum konnte sich anhand zweier Proben selbst überzeugen.

Drei Dinge gab Rossettos den Zuhörern mit auf den Weg:

  • 1. Es ist Deine Aufgabe, innovativ zu sein.
  • 2. Sei kühn.
  • 3. Verbessere die Welt.

MG 0274

Wie man mit einer Website über viele Jahre gültige Abläufe in der Wirtschaft revolutionieren kann, zeigte Stephan Sétbon von myfab.com. Auf der Seite stimmen zunächst die Nutzer ab, welche der vorgestellten möglichen Produkte hergestellt werden sollen. Derzeit sind das vor allem Möbel. Die Favoriten können dann für einen bestimmten Zeitraum verbindlich vorbestellt werden. Mit diesen Vorbestellungen wendet sich myfab.com dann direkt an die entsprechenden Fabriken (in der Regel in China), die Produkte werden hergestellt und direkt an die Kunden ausgeliefert.

Das stellt den sonst üblichen Ablauf komplett auf den Kopf und vor allem wird die Wertschöpfungskette enorm verkürzt. Viele Zwischenstufen wie beispielsweise der Importeur oder der Händler fallen hier weg. Auf diese Weise werden die Produkte erheblich billiger. Nachteil für den Kunden: Die Lieferzeit beträgt etliche Wochen, da die Produkte eben nicht auf Lager sind.

myfab

Nico Lumma von Scholz & Friends stellte dann in seinem Vortrag noch die These auf, dass bald niemand mehr über sprechen werde - so wie heute niemand mehr vom „Farbfernsehen“ spreche, eben weil es längst Alltag sei. Social Media sei das neue Web. Und damit habe man sich abzufinden.

Natürlich gab es viele weitere Themen und der Tag morgen ist noch einmal sehr vollgepackt. Manchmal machen es die Titel der Vorträge allerdings unnötig schwer, den Inhalt auch nur zu erahnen. Ein bisschen weniger Kreativität und dafür mehr Konkretes wäre da wünschenswert. Der neue Veranstaltungsort „Station Berlin“ ist ein interessanter Rahmen und auf jeden Fall passend. Vor allem der große, zentrale Raum zwischen den einzelnen Vortragsräumen ist der Dreh- und Angelpunkt der Konferenz. Hier stellen Startups aus, hier gibt es jede Menge Sitzgelegenheiten inklusive Steckdosen und hier gibt es durchgehend zu Essen und zu Trinken für alle Besucher. Und wer schon auf Konferenzen war, der weiß: Das Gespräch mit anderen, das Kennenlernen und das Wiedersehen sind mindestens so wichtig wie das Konferenzprogramm.

Fotogalerie

next10 fotogalerie

P.S.: Mehr Fotos von der next gibt es übrigens hier in unserer laufend erweiterten Galerie.

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Eine Antwort

  1. von NEXT11 „Data Love“ – die ersten Sp… 21.03.2011 (10:33Uhr) 1.

    [...] next10: Fruchtige Schokolade, Social-Media-Alltag und kurze Wertschöpfungsketten – next10, Tag1 - t3n News [...]

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