Nokia: Symbian ist abgestoßen, Fabriken werden geschlossen, Jobabbau in vollem Gange

In einer aktuellen Börsen-Pflichtmitteilung meldet Nokia kurz und knapp, dass die Übernahme der Symbian-Aktivitäten durch Accenture nun abgeschlossen ist. 2.300 Mitarbeiter wechseln von Nokia zum Outsourcing-Dienstleister. Accenture garantiert Symbian-Entwicklung und Support bis 2016. Derweil werden in Rumänien, Ungarn, Finnland und Mexiko ganze Produktionsstandorte auf Sparflamme heruntergefahren. Auch deutsche Nokia-Mitarbeiter sind erneut betroffen.

Nokia: Auch weiterhin Symbian-Phones geplant

Die im Juni angekündigte Abgabe des Symbian-OS an einen der weltweit größten Outsourcing-Dienstleister ist vollzogen. Anstelle der zunächst avisierten 2.800 Mitarbeiter ziehen letztlich “nur” 2.300 Beschäftigte unter das Dach Accentures. Innerhalb eines Vierteljahres ist es immerhin 500 Personen gelungen, entweder im Unternehmen eine andere Verwendung zu finden oder sich am freien Markt erfolgreich nach Alternativen umzusehen.

nokia belle
Nokia: Aktuelle Symbian-Produktlinie

Dem Vernehmen nach will Accenture Entwicklung und Support des Symbian-OS auf bisherigem Niveau aufrecht erhalten. Auch Nokia plant weitere Symbian-Featurephones auf den Markt zu bringen. Nokias der 6/700er Reihe mit der aktuellsten Symbian-Version Belle befinden sich seit kurzem am Markt. Symbian-Smartphones sollen das untere bis mittlere Leistungssegement Nokias bedienen. Verschiedenen Testberichten zufolge erinnert Belle stellenweise stark an Android.

Nokia: Neues Low End OS Meltemi in der Entwicklung

Für das untere Leistungssegment will Nokia eine weitere Plattform ins Leben rufen. Das geplante OS Meltemi basiert auf Linux und soll für die günstigsten Featurephones zum Einsatz kommen. Offenbar erscheint es Nokia einfacher, für die zukünftig auch im Low End geforderten Features ein komplett neues OS zu entwickeln, anstatt das bisherige S40 den Erfordernissen anzupassen. Dieses Durchstarten mit komplett neuen Konzepten ist offenbar schwer im Kommen. Bekanntlich hat auch Intel vor wenigen Tagen ein neues Mobil-OS unter dem Namen Tizen angekündigt.

Nokia: Die Schließung von Produktionsstandorten geht weiter

Derweil gehen bei Nokia die Werksschließungen munter weiter. Jüngstes Opfer ist eine Fabrik in Rumänien. Dort gehen 2.200 Arbeitsplätze verloren. Die Produktionskapazität wandert nach Asien ab, wovon sich Nokia in rhetorischer Verschwurbelung “greater scale and proximity benefits”, etwa höhere Skalierbarkeit und Synergieeffekte aufgrund nahe beieinander liegender Produktionsstandorte verspricht. Man fragt sich dann stets, warum solche vermeintlichen Vorteile, wenn sie schon derart auf der Hand liegen, nicht bereits von der Planung zu Fabriken in Rumänien und anderswo abhalten…

Auch Produktionsstandorte in Finnland, Ungarn und Mexiko werden personell ausgedünnt, deren Produktionskapazitäten teilweise auf andere Standorte verlagert. Zwar sind derzeit dort offenbar keine Schließungen geplant, jedoch gehen Insider davon aus, dass sich die Beurteilung dieser Standorte in 2012 nochmals ändern wird.

Nokia: NavTeq verliert 1.300 Jobs

Nicht nur Produktionsstandorte müssen für den Umbau des Unternehmens zahlen. Bei NavTeq, der einstigen reinen Kartensoftwareabteilung, die sich mittlerweile zusätzlich mit Location Based Services, Mobile Commerce und Social Media beschäftigt, kommt es zu einem massiven Umbau, von dem auch die Niederlassung in Bonn betroffen ist. Die Deutschland-Aktivitäten werden in Berlin zusammengefasst, weltweit gehen 1.300 Jobs verloren.

Damit hat sich Nokia in sehr kurzer Zeit von deutlich mehr als 5.000 Mitarbeitern getrennt. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen.

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5 Answers

  1. von Nokia: Symbian ist abgestoßen, Fabriken… 03.10.2011 (15:19Uhr) 1.

    [...] Weiterlesen bei t3n >> [...]

  2. von cephei 03.10.2011 (22:23Uhr) 2.

    Bei uns hatte heute einer aus Ungarn seinen ersten Arbeitstag. Er arbeitete zuvor für Symbian.

  3. von Michael 04.10.2011 (10:32Uhr) 3.

    Für die Mitarbeiter tut es mir leid, aber Nokia geschieht es reicht. Ich hoffe die gehen komplett pleite.

  4. von Florian 05.10.2011 (13:46Uhr) 4.

    @michael.
    Warum bitte warum soll der einzige größere europäischen Mobilfunkkonzern pleite gehen?
    Jetzt komm mir nicht mit Bochum!
    Motorola Alcatel etc haben es nicht anders gemacht und da war der Aufschrei grundsätzlich nicht so groß!
    Ich finde es echt schade das Sie Maemo nicht weiterentwickeln. Das wird Nokia imho echt noch Probleme machen!

    Bis dann
    Florian

  5. von Windows Phone von Nokia: Mutiges Konzept… 20.03.2012 (15:07Uhr) 5.

    [...] Designerin mittlerweile nicht mehr direkt bei Nokia angestellt. Sie musste im Zuge der Neuausrichtung Nokias zum IT-Dienstleister Accenture wechseln, der den Großteil der Software-Entwicklung für den [...]

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