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notfound.org: 404-Seiten in Anzeigen für vermisste Kinder wandeln

404-Seiten mit dem Vermerk „Page not found“ nerven. Die Non-Profit-Organisation Child Focus wandelt Fehler-Seiten nun in Anzeigen für vermisste Kinder um und gibt ihnen damit einen tieferen Sinn. Aber wollen Nutzer beim Surfen überhaupt mit solch einem Thema konfrontiert werden?

notfound.org: 404-Seiten in Anzeigen für vermisste Kinder wandeln

Sinnvolle Aktion oder Grenzüberschreitung?

„Publishing photos of a missing child is the most effective way to find them back“, sagt Miguel Torres Garcia, der bei Focus Child die Kampagne verantwortet, im Video. Die Organisation Focus Child veröffentlicht regelmäßig Bilder von vermissten Kindern auf Fotos, Postern und Bildschirmen, fährt Radio- sowie Fernsehkampagnen und nutzt auch Facebook und Twitter. „Aber wir wollten mithilfe der neuen Medien noch weiter gehen“, so Garcia.

Aus diesem Grund ist die Plattform notfound.org entstanden. Besitzer einer Website können die entsprechende Applikation herunterladen; so wird auf jeder „Page not found“-Seite das Bild eines verschollenen Kindes veröffentlicht, zusammen mit dem Vermerk „Page not found, neither is xxx“. Indem Child Focus den oft gelesenen Satz "Page not found" aufnimmt, ist die Wirkung besonders drastisch: Was ist schon eine nicht gefundene Seite gegenüber einem verloren gegangenen Kind?

"Page not found - neither is xxx" lautet die Anzeige, die Nutzer in Zukunft auf 404-Seiten vorfinden können.

Über den Sinn und Zweck der Aktion wird kontrovers diskutiert. Viele Nutzer geben zu, dass sie beim Surfen nicht mit solch einem Depri-Thema konfrontiert werden wollen. Andere bringen ihre innere Ambivalenz zum Ausdruck: „The nerd in me doesn't like it. But the dad in me appreciates the gesture“, schreibt ein Kommentator bei reddit. Für das Anliegen, möglichst viele Menschen mit den Bildern vermisster Kinder zu erreichen, ist die Aktion aufgrund der großen Reichweite jedenfalls eine perfekte Möglichkeit. Auch die Idee, eine inhaltlich tote Seite mit etwas Sinnvollem zu füllen, ist bemerkenswert. Trotzdem wird es vielen nicht gefallen, ungefragt zur Auseinandersetzung mit solch einem schwer verdaulichen Thema gezwungen zu sein.

Sinnvoll oder moralisch verwerflich – wie denkt ihr über die Aktion von Focus Child?

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7 Antworten
  1. von K_Pliester am 27.09.2012 (15:55 Uhr)

    Sehr gute Idee!

    Hätte ich auf meinem kostenlosem Blog die Möglichkeit die Seite zu gestalten, wäre ich dabei - warum auch nicht?

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  2. von Benny Lava am 27.09.2012 (16:24 Uhr)

    Wurde überhaupt schon mal ein Kind wiedergefunden?

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  3. von Vincenzo am 27.09.2012 (16:32 Uhr)

    "Aber wollen Nutzer beim Surfen überhaupt mit solch einem Thema konfrontiert werden?" Sag mal gehts noch??? Natürlich will niemand mit so was konfrontiert werden, genauso wenig wie mit Krieg, Mord, Vergewaltigung, Folter, Kinderarbeit usw.

    Und genau da liegt das Problem! Wir ziehen uns gerne die rosarote Brille auf und blenden das negative in unserer Welt aus. Das lässt es aber nicht verschwinden, sondern macht es nur noch schlimmer. Daher kann man solche Projekte nur befürworten, die den Menschen ungefragt die negative Realität vorhalten und versuchen damit etwas zu ändern.

    In dem Zusammenhang ist auch immer wider der Slogan des LiveLeak Vorgängers Ogrish sehr passend: "Can you handle life?"

    Can you??

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  4. von tim am 27.09.2012 (16:55 Uhr)

    @Mario Stemmler: Fehlerseiten ließen sich vermeiden? Wie das denn?? Man nehme eine x-beliebige Domain, hänge einen x-beliebigen String als Pfadangabe daran und schon hat man die Fehlerseite.

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  5. von Daniel am 27.09.2012 (18:14 Uhr)

    Ohne Geolocation sinnfrei. In vielen CMS wie Contao kann man ja eine gut gestaltete Seite als 404er hinterlegen, so dass ich Zweifel habe, ob Das Thema aktuell noch so gut ankommt. 10-20 Jahre früher wäre das vielleicht anders gewesen.

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  6. von fancyPT am 28.09.2012 (11:27 Uhr)

    Was heißt hier „inhaltlich tot“? Eine 404 ist eine Seite mit dem direktesten Inhalt den man haben kann. Der beschränkt sich auf reine Information und sagt dem Nutzer, dass eine Navigation fehlgeschlagen ist. Diese Kampagne macht das zunichte. Genauso gut kann man auch Verkehrsschilder mit den Bildern vermisster Kinder beschriften.

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  7. von Detektei Becker am 28.09.2012 (12:37 Uhr)

    Das ganze macht in unseren Augen nur dann Sinn, wenn im Hintergrund die Region der anfragenden IP abgefragt wird und dann ausschließlich vermisste Kinder aus dem regionalen Umfeld angezeigt werden.

    Eine vermisste Person zu finden ist ansonsten sicher nicht so einfach, wenn auf den 404 Seiten willkürlich weltweit verschwundene Personen angezeigt werden. Denn in der Regel sind die relevantesten Informationen - gerade anhand von Bildern der verschwundenen Kinder und Personen - im näheren Umfeld zu ermitteln.

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