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Marketing

Nützliche Mittel gegen zu viel Google-Traffic

    Nützliche Mittel gegen zu viel Google-Traffic
(Quelle: meneame comunicacions, sl / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Zu viel Google-Traffic? Das klingt erst mal nach einem schlechten Witz. Unser Kolumnist Björn Tantau erklärt euch, was es damit auf sich hat – und was ihr dagegen unternehmt.

Okay, zu viel Google-Traffic? Warum sollte man dagegen Mittel haben, schließlich ist Traffic von Google doch eine gute Sache … Grundsätzlich stimmt das, aber: Speziell kleinere Projekte von Webmastern, die nicht zwingend eine globale Marke aufbauen wollen, hängen oft am Tropf von Google. Erst letzte Woche habe ich selbst eine Umfrage unter 500 Webmastern aus Deutschland durchgeführt. Ergebnis: Mehr als 80 Prozent der Befragten bekommen Traffic über Google. Das sagt zwar noch nichts über das Verhältnis zu anderen Traffic-Quellen aus. Es zeigt aber, wie viel Traffic Google liefern kann. Auf der anderen Seite kann dieser Traffic bei einer Abstrafung, ob nun berechtigt oder nicht, von heute auf morgen verschwinden. Was kann man also tun, damit das nicht passiert? Zeit für ein bisschen Emanzipations-Training – weg von Google, hin zum Wohl der eigenen Website.

Google ist nicht alles

Die neue Header-Leiste in den Suchergebnissen.
Bei Google auf Platz 1? Klingt verlockend ... (Screenshot: Google)

Zugegeben, die Vorstellung, bei Google auf Platz 1 zu ranken und dann ständig organischen Traffic zu bekommen, ist sehr verlockend. Und dazu absolut legitim. Google bietet solche extremen Möglichkeiten und man wäre schön blöd, wenn man nicht versuchen würde, diese Möglichkeiten für sich auszunutzen.

Allerdings kann Google durchaus gefährlich werden, denn spätestens seit Panda- und Pinguin-Updates mittlerweile regelmäßig vor allem die SEO-Szene erschüttern, sind viele Leute doch vorsichtiger geworden. Speziell Webmaster von kleineren Websites und Blogs haben aber oft immer noch das Problem, dass sehr viel Traffic von Google kommt.

Wenn diese Quelle versiegt, kann der Ofen dann schnell ausgehen. In solchen Fällen rächen sich übrigens auch eindimensionale Strategien. Wer in der Vergangenheit nicht daran gedacht hat (oder keine Lust hatte), sich zum Beispiel intensiv mit Social Media zu beschäftigen, guckt dann in die Röhre.

Stammbesucher sind wichtig

Weiteres Problem: Mit Traffic von Google lassen sich nicht zwingend Stammbesucher aufbauen. Diese Stammbesucher sind aber wichtig, weil sie eine Website aufgrund der wirklichen Qualität besuchen. Man kennt das aus eigener Erfahrung: Sucht man eine Information bei Google, dann klickt man auf ein Ergebnis und oft findet man dann auch die gewünschte Information.

Allerdings ist man dann auch schnell wieder weg. Man wird also nicht zum Stammbesucher. Eine Website bekommt ohne Stammbesucher aber keinen direkten Traffic. Dieser Traffic ist aber wichtig, weil man sich in gewissem Maße auf ihn verlassen kann – eben wie bei Stammbesuchern in einer Kneipe oder einem Laden. Solche Personen kommen immer wieder, weil sie von einem Produkt, einer Location oder einer Publikation überzeugt sind. Sie schätzen die Inhalte und setzen sich mit ihnen auch stärker als andere auseinander. Stammbesucher sorgen also für ein Polster, ein Grundrauschen und sind deswegen so wichtig.

Soziale Netzwerke als Traffic-Quellen

Soziale Netzwerke als Traffic-Quelle sind wichtig. (Quelle: ethority)
Soziale Netzwerke als Traffic-Quelle sind wichtig. (Quelle: ethority)

Je besser die eigenen Inhalte sind, desto mehr Stammbesucher wird man haben. Sei es nun, weil sie die URL einer Website per Hand in den Browser eingeben oder weil sie auf ihrem Rechner lokal ein Bookmark abgespeichert haben. Mit Sozialen Netzwerken verhält sich das ähnlich. Auch hier gibt es mächtige Ansatzpunkte, die eine Website unabhängiger von Google machen können.

Anders als die Stammbesucher kommt man an die Leute auf Sozialen Netzwerken am besten mit echten Vorteilen und Mehrwerten heran. Gerne kann man da auch mal eine exklusive Content-Strategie fahren und seinen Fans und Followern auf Facebook, Twitter, Google+ und Co. Dinge bieten, die es auf der eigentlichen Website nicht gibt. Das führt zunächst zwar nicht zu „Social Traffic“. Mit der Zeit aber werden mehr und mehr User Fans oder Follower. Später kann man dann auch reguläre Inhalte von seiner Website einfließen lassen und so für Traffic sorgen. Einziger Nachteil: Auch hier muss man sich fast immer etwas Neues einfallen lassen – und kann sich nur selten auf seinen Lorbeeren ausruhen.

Traditionelle Faktoren wieder wichtiger

Und genau das ist das auch das Problem von Sozialen Netzwerken: Sie gehören auf jeden Fall in den Traffic-Mix, liefern aber nur dann Besucher, wenn man selbst aktiv tätig wird und für neuen Content sorgt. Im Vergleich zu organischen Rankings in den Top 3 bei Google also eher anstrengend, notwendig sind Facebook und Co. aber auf jeden Fall – ohne sie geht es 2013 nicht mehr.

Trotzdem muss man die Augen aufhalten und sich überlegen, wo man zusätzlichen Traffic aufreißen kann. Und hier werden traditionelle Faktoren wieder wichtiger. Dazu gehört zum Beispiel der von vielen schon für tot erklärte RSS-Feed. Besonders ältere Websites bekommen über RSS eine Menge Traffic. Das hängt damit zusammen, dass es sich bei Traffic aus RSS-Feeds ähnlich wie mit dem direkten Traffic verhält. Auch hier hat man eine ganze Menge Besucher eingefangen, die sich für die Website an sich interessieren. Durch gewohnt hochwertige Inhalte kommen diese User immer wieder, wenn ein neuer Artikel im persönlichen RSS-Feed angezeigt wird. Bedauerlicherweise muss man aber auch dafür immer wieder mit Neuigkeiten punkten und seine Nutzerinnen und Nutzer an die eigene Website dauerhaft binden.

Erlebniswelt aufbauen

Sinnvolle Maßnahme: Grundsätzlich dafür sorgen, dass eine Website zur Marke wird. Das klappt übrigens nicht nur mit großen Publikationen, auch kleine Websites, die sich vornehmlich in Nischen aufhalten, können zu einer Marke werden. In diesem Zusammenhang darf das Wort „Marke“ aber nicht überbewertet werden – im Prinzip geht es darum, Nutzer für diese Marke so stark zu begeistern, dass ein Vertrauensverhältnis entsteht.

Man kennt das von seinem Lieblings-Club, seinem favorisierten Laden in Sachen Klamotten oder ganz generell von dem Brand, dessen Smartphone man immer wieder kauft – auch wenn es außer einen neuen Farbe nicht viel zu bieten hat. Produkte, die ein hohes Ansehen und somit auch Vertrauen genießen, verkaufen sich einfach besser. Und dieses typisch menschliche Verhalten lässt sich selbstverständlich auch auf Websites und Blogs übertragen.

Inhalte variieren und neue Wege gehen

Das Punkten durch regelmäßige und nachhaltige Inhalte reicht aber nicht. Wer seine User wirklich an sich binden will, muss neue Wege gehen. Das heißt nicht zwingend, dass alles über den Haufen geworfen oder in Frage gestellt werden muss – ganz im Gegenteil. „Neue Wege“ sind auch zum Testen gedacht. Nur wer selbst herausfindet, was genau funktioniert, wird am Ende auch wissen, welche Bestandteile der eigenen Traffic-Strategie hinzugefügt werden können.

Newsletter sind ein gutes Beispiel, denn im Jahr 2013 ist der Newsletter an sich schon wieder ein neuer Weg, war er doch ähnlich wie der RSS-Feed von vielen schon beerdigt worden. Dabei ist ein Newsletter eine sehr gute Methode, um Traffic zu erzeugen und gleichzeitig Stammbesucher zu generieren. Auch hier sind wieder die Inhalte entscheidend. Je hochwertiger diese Inhalte sind, desto erfolgreicher wird man sein. „Neue Wege“ können generell alle Kanäle sein, die man bisher noch nicht bespielt hat. YouTube ist ein weiterer Kandidat: Obwohl das weltweit größte Video-Portal täglich in aller Munde ist, scheint es in Deutschland noch nicht sehr oft zur Markenbildung genutzt zu werden – und auch YouTube kann Traffic liefern, das nur zur Erinnerung.

Fazit

Abhängigkeiten sind nie gut. Wenn es um den Traffic der eigenen Website geht, hat man es selbst in der Hand, solche Abhängigkeiten zu beseitigen – oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Ich persönlich halte es für schädlich, wenn mehr als 40 Prozent des Traffics einer Website aus ein- und derselben Quelle stammt. Das gilt nicht für temporäre Fälle, wenn mal eine Kampagne besonders erfolgreich ist. Für die sinnvolle Selbstkontrolle neige ich persönlich zu der Empfehlung, die eigenen Daten zum Traffic pro Monat zu checken und die Entwicklungen zu beobachten.

Dazu gehört auch, eventuell kritisch nachzufragen und dann dafür zu sorgen, dass nachhaltig gegengesteuert wird. Bestehende Strategien können immer angepasst werden und bei der Innovationsgeschwindigkeit, die Google spätestens seit 2011 an den Tag legt, ist man meiner Ansicht nach gut beraten, die eigenen Konzepte immer wieder auf den Prüfstand zu stellen.

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8 Reaktionen
Mecki
Mecki

"Zu viel Google Traffic" ist hier ja als relative Größe zu betrachten:
- alle hätten gerne mehr Traffic
- alle freuen sich über viel GoogleTraffic
- und trotzdem sollte der VIELE Traffic NICHT vor allem durch Google kommen. So einfach ist das zu verstehen.

Für ein Magazin wie T3N fast schon eine revolutionäre Ansicht ;-) (bitte verzeiht...) Vor ganz wenigen Jahren ging es immerzu ums Google-Optimieren und Facebook-Optimieren etc. Langsam kommt der trend wohgl wieder in Richtung "selbst ist der Webmaster".

ich surfe T3N übrigens immer direkt an, per hand eingegebene URL...

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Olaf
Olaf

Alle Vorkommentatoren: +1

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web
web

"Ergebnis: Mehr als 80 Prozent der Befragten bekommen Traffic über Google"
Leider wurde kein Link zur "Studie" hinterlegt. Die Relevanz dieser Aussage kann also gegen Null gehen. Weiter sagt die Zahl nicht aus, wie hoch der Traffic von Google ist. Man kann auch fast davon ausgehen, dass 80 Prozent Traffic von Bing, Yahoo oder Facebook bekommen. Das können dann aber auch mal nur 2 Besucher sein.
Die Einleitung und die Überschrift sind daher doch eher stark misslungen.

Die Idee hinter dem Artikel ist aber gut und sicherlich auch lohnenswert. Die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter ist immer kritisch.
Jedoch kann man für die Verminderung der Abhängigkeit kein allgemeines Rezept angeben. Denn je nach Zielgruppe und Ausrichtung der Website ist z.B. Social Media irrelevant, dafür aber z.B. ein Newsletter sehr wichtig.

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fatih
fatih

Hier der einzige Plugin denn Ihr in euren Leben noch braucht.

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Struppi
Struppi

Da ich momentan selbst mit zu hohem Googletraffic zu kämpfen habe, hat mich die Überschrift gelockt. Aber leider finde ich im Artikel keine Mittel dagegen. Da wird deutlich zu viel (oder das falsche) versprochen.

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Enrico
Enrico

Die Headline klang interessant. Leider kippte der Inhalt in eine andere Richtung.

Trotzdem ist die Botschaft des Textes angekommen.

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Wolfram Gagern
Wolfram Gagern

Sorry, der Aufhänger bzw. die Headline ist doch Blödsinn. Alles, was Ihr schreibt, spricht NICHT gegen hohen Google-Traffic, sondern nur dafür, neben Google-Optimierung noch andere Dinge zu tun. Nichts gegen reißerische Überschriften, den Kern der Sache sollten sie aber schon treffen.

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Oink
Oink

"Mit Traffic von Google lassen sich nicht zwingend Stammbesucher aufbauen". Ganz so einfach ist das nicht. Ich würde behaupten, das fast alle meine RSS-Feeds und Lesezeichen von Webseiten eine Google Suche als Ursprung hatte.

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