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Kolumne

Warum Oculus-Gründer Palmer Luckey mit seiner Unterstützung für Donald Trump der Facebook-Tochter so schadet

    Warum Oculus-Gründer Palmer Luckey mit seiner Unterstützung für Donald Trump der Facebook-Tochter so schadet

Palmer Luckey unterstützt Trump und schadet Oculus VR (Foto: eVRydayVR / flickr / CC0 1.0)

Oculus VR – einst angetreten, um Virtual Reality salonfähig zu machen – nimmt sich zunehmend selbst auseinander. Schuld daran ist auch Palmer Luckey. Die Virtual-Reality-Kolumne „Views on VR“ von Luca Caracciolo.

Trump-Unterstützer Luckey: Indie-Szene ist irritiert

Ausgerechnet jetzt, in der politisch extrem aufgeheizten Stimmung in den USA, wird bekannt, dass Oculus-Gründer Palmer Luckey den im Valley nicht gerade beliebten Donald Trump unterstützt. Er hat offenbar einer Vereinigung geholfen, die Memes gegen Hillary Clinton im Netz und im realen Leben verbreiten soll, um ihr im Rennen um die Präsidentschaft zu schaden. Luckey versuchte kürzlich in einem Statement zu beschwichtigen, der Schaden für Oculus bleibt allerdings.

Was man von der politischen Einstellung einer öffentlichen Person halten mag, sollte jeder selbst entscheiden. Die Art und Weise aber trifft Oculus derzeit quasi ins Mark – denn erste Indie-Entwickler haben bereits den Support ihrer Spiele für die Oculus Rift gestrichen. Es bleibt ein extrem fader Beigeschmack, vor allem in der eher liberal gesinnten Indie- und Entwickler-Community. Und gerade bei dieser hat Oculus bereits viele Sympathien verspielt. Denn die Selbstzerlegung von Oculus reicht weit zurück. Bereits der von „Independence“ angehauchte Gründungsmythos von Oculus weist mittlerweile jede Menge Kratzer auf.

Palmer Luckey: Die Geschichte eines jungen Technik-Nerds

Die ursprünglich oftmals erzählte Geschichte ist ja auch zu schön, um sie nicht genau so zu erzählen: Ein junger Technik-Enthusiast – nicht älter als ein Teenager – ist fasziniert von neuen Technologien und bastelt in der Garage seiner Eltern fleißig mit Platinen und Lötkobeln herum. Er will die Immersion, also das „In-die-Welt-Eintauchen“, bei Computerspielen verbessern. Nachdem er ein Setup mit mehreren Bildschirmen aufgebaut hat, fragt er sich: „Geht da nicht mehr?“ Die Frage lässt ihn nicht los, er kauft mehr und mehr gebrauchtes Virtual-Reality-Equipment, um an einer praktikablen Lösung zu arbeiten, das Spielgeschehen direkt vor die Augen des Spielers zu katapultieren.

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Das Innenleben der Oculus Rift – wirklich von Beginn an nur hauseigene Technologie im Einsatz? John Carmacks ehemaliger Arbeitgeber Zeni Max jedenfalls hat bereits 2014 Klage eingereicht und diese kürzlich erweitert. (Bild: Oculus VR)

Die Idee, anstatt eines komplexen optischen Systems relativ einfache Linsen für ein VR-Headset einzusetzen, war vielleicht einer der entscheidenden Schritte hin zur aktuellen, bezahlbaren und den Massenmarkt anvisierenden VR-Technologie. Seine Begegnung mit John Carmack, Doom-Erfinder und mittlerweile für die Mobile-VR-Sparte bei Oculus tätig, war sicherlich ein weiterer. Carmack soll die Software geschrieben haben, um die bei Luckeys Oculus-Prototypen durch die Linsen erzeugten Verzerrungen in den Augen des Betrachters wieder auszugleichen. Ein aufeinander zugeschnittenes Hardware- und Software-Konzept – die Geburtsstunde von Oculus VR und der Beginn einer unvergleichlichen Erfolgsstory... Leider nicht ganz. Denn was in den Folgejahren mit Oculus VR, John Carmack und Palmer Luckey passiert, ist so etwas wie ein langsamer Abstieg einstiger Blüte.

Oculus VR: Eine nicht enden wollende Abwärtsspirale

Zunächst der Verkauf an Facebook im März 2014 – ausgerechnet Facebook, das bei vielen Hackern, Bastlern und Gamern nicht gerade populärste Unternehmen, verleibt sich Oculus VR ein. Eine Vielzahl der Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne von Oculus fühlt sich betrogen, das Image von Luckey und Oculus VR erhält erste Kratzer. Im gleichen Jahr tritt dann Carmacks ehemaliger Arbeitgeber Zeni Max auf den Plan. Das Unternehmen wirft Carmack Technologieklau vor. Laut dem Unternehmen soll Carmack wichtige VR-Forschungsdokumente mitgenommen und sie für den Prototypen-Bau der Oculus Rift eingesetzt haben, den Carmack auf der E3 2012 erstmals präsentierte. Und auch Valve ist nicht so ganz einverstanden mit der einseitig dargestellten Erfolgsgeschichte des Palmer Luckey – das erste Development-Kit soll angeblich diverse Anleihen eines frühen HTC-Vive-Prototypen aufweisen. Vor dem Oculus-Kauf seitens Facebook arbeitete Valve bekanntlich noch mit Oculus zusammen. Die Zusammenarbeitet endete mit der Facebook-Akquise.

Mit der Oculus Rift in neue Welten eintauchen. Facebook setzt viel Geld auf Augemented Reality. #FLICKR#
Das Development-Kit 1 der Oculus Rift soll laut Valve Anleihen eines frühen HTC-Vive-Prototypen enthalten. (Foto: Sergey Galyonkin / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Nach mehrmaligen Verschiebungen dann endlich der Release der ersten Consumer-Version: satte 600 US-Dollar kostet die Rift beim Marktstart, Luckey hatte zuvor noch einen Preis von rund 350 US-Dollar in Aussicht gestellt. Außerdem kommt die Rift nicht mit den Touch-Controllern auf den Markt, sondern mit einem Xbox-One-Controller – die Touch-Controller erscheinen Ende des Jahres und müssen zusätzlich erworben werden. Zur gleichen Zeit liefern HTC und Vive das technisch deutlich beeindruckendere Room-Scale-Konzept mit exzellenten Hand-Controllern aus.

Und auch im Umgang mit der Entwickler-Community bekleckert sich Oculus nicht gerade mit Ruhm. Vor allem die DRM-Thematik stößt der Entwickler-Community böse auf. Software aus dem Oculus Store läuft nur auf der Rift. Wer als HTC-Vive-Besitzer Spiele aus dem Oculus Store zocken will, muss einen inoffiziellen Treiber einsetzen – was mittlerweile wenigstens funktioniert. Dennoch: Das Vorgehen von Oculus in Sachen exklusive Spiele ist ein Unding für die PC-Community, die daran gewöhnt ist, dass Titel auf allen PC-Geräten lauffähig sind.

Oculus VR: Zu viele Baustellen gleichzeitig

Unterm Strich sind einige der Entscheidungen von Oculus VR ja sogar nachvollziehbar, etwa, was exklusive Spieltitel angeht: Wer eine Plattform aus dem Boden stampfen will, muss Exklusivität bieten. Die HTC Vive hat mit Valve quasi „ab Werk“ eine mächtige Plattform im Rücken, Sony mit Playstation die erfolgreichste und populärste Konsolen-Plattform. Oculus steht vor einer Mammutaufgabe, will die Technologie entwickeln und gleichzeitig auch ein erfolgreiches Ökosystem aufbauen. Hinzu kommt noch Facebook, das früher oder später zumindest erste Erfolge in Richtung Social sehen will – eine Social-VR-Applikation, eine Integration von Facebook-Diensten oder was auch immer.

Persönliche Stolpersteine und zu viele Baustellen gleichzeitig: Unter den drei großen Highend-VR-Plattformen gerät Oculus VR immer stärker ins Hintertreffen. Da ist die HTC Vive mit Valve als Vertriebsplattform, das mit Abstand wichtigste Ökosystem für PC-Gamer, dann Sony mit Playstation und 45 Millionen verkauften PS4-Geräten weltweit. Und da ist Oculus, mit einem Mutterkonzern ohne Gaming-DNA, vermutlich einer zu frühen Ausrichtung auf Social und einem Gründer, der dem Unternehmen und der Marke aktuell eher schadet als hilft.

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3 Reaktionen
Trump can win
Trump can win

Da habe ich den eigentelichen Grund für das Posting ganz vergessen:
Das ist eine andere Legende:
http://www.golem.de/news/head-mounted-display-john-carmack-und-die-jagd-nach-der-fluessigen-bewegung-1206-92363.html
Mal sehen was die Filme, die Interviews mit den Ex-Frauen und natürlich die Promi-Presse, Systempresse und die vielen Autobiographien besagen werden...

VON 2012 . So lange durften wir dank Presse also darauf warten und es ist viel teurer als gedacht obwohl 199-Euro-Handies Full-HD-Displays haben !
http://www.golem.de/news/head-mounted-display-john-carmack-und-die-jagd-nach-der-fluessigen-bewegung-1206-92363-2.html
http://www.golem.de/news/oculus-rift-head-mounted-display-fuer-spieler-1208-93585.html

Und das google sich google nennen und eine Firma gründen musste, weil es auf dem ersten Scheck als Name stand und die angebliche Garage eher wohl normale Büro-Immobilien waren, hat die Leistungs-System-Presse auch vergessen... Nur wegen des anderen Artikels und der angeblichen Garagen-Legende um sich als Milliardär das Image des Bürgerlichen zu geben...

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Wtf
Wtf

Deine Postings lesen sich wie die eines Verrückten oder unter schweren Drogen stehenden Menschen. Irgendwie sogar etwas beängstigend.

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Trump can win
Trump can win

Ist doch Absicht.
Würden alle Monitore durch Video-Brillen ersetzt, was Tim Cook problemlos bewirken könnte, würden schnell nur noch ein Zwanzigstell der TFT-Flächen produziert.

Tesla sollte ja auch schlecht gemacht werden. Aber Amazon, Apple und Tesla kümmern sich um die Kunden und Kritik perlt wie Wasser ab. Hingegen fast keiner verteidigt rot-grün oder Merkel oder Hillary.

Dank HTC als seriöser zweiter Anbieter klappt das aber nicht und Oculus kann gerne untergehen.
Nennt doch drei Übernahmen, nach denen es den Firmen besser ging und die Produkte nicht mehr vor sich hin stagnierten und kaum noch weiterentwickelt wurden:
Runtastic, Youtube, Google Mail(bei Google bzw. Outlook bei M$). Sonst sind die meisten Übernahmen eher schädlich und Kommunen (Steuern), Kunden, Kollegen, Kleinaktionäre können kleinere Kekse knabbern als wenn die Firma weiter eigenständig wäre.
http://meedia.de/2016/04/05/uebernahme-von-virgin-america-alaska-air-entreisst-medien-mogul-richard-branson-teil-des-lebenswerks/ ( " Kundensicht " suchen ).
Auch Whatsapp wird hier doch offen kritisiert und wurde seit der Facebook-Übernahme auch kaum weiterentwickelt.

Der Aufkauf bewirkt meist de fakto den Untergang des Produktes und weitere 10 Jahre welche das immer ärmere Volk auf die Disruption warten muss.
Wenn Paypal ach so toll für die System-Presse-Übernehme-Jubelanten ist, wieso rufen hier fast alle ständig und immer und immer wieder nach FinTech-Startups um das (oft verhasste) Online-Banking endlich los zu werden ?

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