[Yvonne Ortmann ist von September 2012 bis Februar 2013 für t3n.de in San Francisco und im Silicon Valley unterwegs, um über die dortige Startup-Szene zu berichten.]
Will ich Terrorismus oder Prostitution betreiben?
Es ist gut, manche Dinge nicht im Vorfeld zu wissen. Dazu zählt zum Beispiel der Aufwand, den es kostet, für ein halbes Jahr als Journalistin in die Staaten zu gehen. Das amerikanische Konsulat beispielsweise hat sich an mir eine goldene Nase verdient: Meinen Besuchstermin konnte ich nur telefonisch ausmachen, natürlich über eine Hotline mit horrenden Gebühren, es soll ja keiner zum Spaß anrufen. Dumm, dass ich auch noch ein paar Fragen hatte und einen Termin verschieben musste. Sehr viel spaßiger war da der Visumsantrag: Ob ich vorhabe, terroristische Anschläge zu planen oder Prostitution zu betreiben. Woher soll ich das denn im Vorfeld schon wissen?
Egal, die Strapazen sind vergessen und alles hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Beim Anflug auf San Francisco wären fast Urlaubsgefühle aufgekommen: Sonne, Meer, Küste, blauer Himmel. Bis das Flugzeug wieder in den Wolken verschwand. San Francisco befindet sich in einer Nebelhülle, die an einen Atompilz erinnert. Der Nebel verschwindet am späten Vormittag und kommt gegen Abend zurück. Aber mittlerweile weiß ich: nur in bestimmten Stadtteilen, die vielen Hügel in der Stadt sorgen für unterschiedliche Mikro-Klimata.
Ein gut gemeinter Ratschlag im Vorfeld lautete: „Bloß keine Scherze oder Blödeleien bei der Einreise!“ Dementsprechend habe ich mich am Einreise-Schalter bierernst verhalten. Vielleicht hat es geholfen: Im Gegensatz zu meiner französischen Vorgängerin musste ich nur einen einzelnen Händeabdruck abliefern und nicht beide Hände plus beide Daumen auf den Scanner drücken. Gruselig, dieses plötzliche „Bin-ich böse?“-Gefühl. Mein erstes Fettnäpfchen: Ich habe dem Taxifahrer kein Trinkgeld gegeben. Genau über solche Themen wollte ich mich im Flugzeug noch schlau machen, hab's dann aber doch vergessen und somit zu einer schlechten Ansicht über Deutsche beigetragen.
Arbeiten werde ich im Büro des deutschen Webseiten-Baukasten Jimdo, der hier seit geraumer Zeit ansässig ist. Hier wohne ich auch im ersten Monat. Erste Eindrücke von meiner direkten Umgebung sind: Man hört sehr viel Spanisch und ebenso Polizei- oder Feuerwehrsirenen (ich sehe aber nie welche), das Leitungswasser schmeckt nach Schwimmbad, Obdachlose gehören fest zum Stadtbild und die Offenheit der Menschen macht einem das Ankommen wirklich leicht. Nur mein Müsli fehlt mir! Kelloggs und Co. lasse ich nicht durchgehen.
t3n und Jimdo schicken dich als Reporter ins Silicon Valley
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![Offene Menschen und Schwimmbad-Wasser – die erste Woche in SF [Tagebuch]](http://t3n.de/news/wp-content/uploads/2012/09/2012-09-08-19.35.05-205x115.jpg)























von Ria Hinken via facebook 10.09.2012 (18:31Uhr) 1.
Das habe ich vor 10 Jahren auch gemacht. Da habe ich tolle Leute getroffen.
von Ludwig König via facebook 10.09.2012 (18:32Uhr) 2.
och, wie bendeidenswert!!! @Yvonne.Ortmann: ich bendeide dich wirklich um deinen aufenthalt in sf... #träumerei
von Offene Menschen und Schwimmbad-Wasser … 11.09.2012 (00:30Uhr) 3.
[...] t3n Magazin [...]
von mrsspucky 20.09.2012 (21:44Uhr) 4.
Oh, ich dachte diese Stelle sollte mit einem Externen besetzt werden und nicht mit einem Redaktionsmitglied der t3n. Was ist passiert?
Trotzdem freue ich mich über die Berichte aus SF und wünsche der Yvonne viel Erfolg und Spaß in the US. :-)
Meine Tipps:
1) ich würde Dir in Bezug auf das Leitungswasser einen Wasser Filter empfehlen, http://www.amazon.com/Brita-42629-Slim-Pitcher/dp/B0000AP7NV/ref=sr_1_1?s=home-garden&ie=UTF8&qid=1348169898&sr=1-1&keywords=B0000AP7NV, eine gute Investition.
2) gewöhne Dich an die Frage "How are you?", selbst wenn Sie von wildfremden Menschen kommt, dieser Art Fragen gehört einfach zum American Way of Life.
3) Müsli gibt es auch in den USA, schau mal, ob es in SF nicht Pick'n'Save oder Whole Foods gibt, soviel Müsli kannst Du gar nicht essen.
"Have a nice day!"