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Office365: Microsofts untauglicher Versuch, Google Apps Konkurrenz zu machen

Office365: Microsofts untauglicher Versuch, Google Apps Konkurrenz zu machen

Seit gestern befindet sich Microsofts Office365 nicht mehr in der Betaphase. Man darf also davon ausgehen, dass das Produkt fertig ist und braucht in der Bewertung keinerlei Rücksicht mehr zu nehmen. Mit relativ günstigen Preisen ab 5,25 Euro pro User will der Redmonder Konzern Apps die Nutzerbasis abspenstig machen. Dass das gelingt, ist mindestens zweifelhaft.

Office365: Microsofts untauglicher Versuch, Google Apps Konkurrenz zu machen

Office365: Die alte Philosophie des Lock-In beherrscht Microsofts Produkte auch heute noch

Da ist es wieder. 11 verschiedene Preismodelle mit kreativen Namen wirft Office365 in den Ring. Der günstigste davon heißt Office365 Small Business Plan P1 und liegt in den USA mit 2 Dollar pro User um 3 Dollar unter dem Monatspreis von Google Apps for Business. Die teuerste Variante liegt bei 27 Dollar im Monat um 22 Dollar über dem Google-Preis. Übrigens ist Google Apps for Business das einzige Preismodell. Ein kostenfreies Modell, wie es Google mit Google Docs am Markt hat, gibt es bei Microsoft nicht. Wer sich einen Überblick über die diversen Preismodelle am deutschen Markt verschaffen will, der klicke hier. Sogar die reine Anzeigefunktion ohne Bearbeitungsfunktion lässt sich Microsoft bezahlen...

Office365 soll für die Teamkollaboration gemacht sein. Das indes funktioniert verschiedenen Tests zufolge nicht ohne weiteres. Versucht eine weitere Person beispielsweise ein Word-Dokument zu öffnen, das bereits ein anderer in Bearbeitung hat, erscheint die vom Desktop her bekannte Fehlermeldung:

Office365: Was, du willst mit jemand anderem parallel an einem Dokument arbeiten?

Um mehreren Personen Zugriff auf Office365-Dokumente zu geben, sind microsoft-typische Klimmzüge erforderlich. Bitte installiere zuerst Lync. Bitte installiere danach noch den Microsoft Online Services Sign-In Services Client. Es ist übrigens nur möglich, Personen an die Dokumente zu lassen, die zur eigenen Organisation gehören. Externer Zugriff muss als sogenannter Partner Access separat bezahlt werden.

Unwahrscheinlich, dass viele Nutzer sich diesen Schwierigkeiten so weit zu stellen bereit sind, dass eine so weitgehende Kollaboration initiiert werden wird, wie sie unter Google Docs ohne Schwierigkeiten und Installationen von Zusatzsoftwares möglich ist.

Wenig erstaunen wird es auch, dass Office365 nur da vollständig funktioniert, wo es auf der Windows-Plattform unter einem Internet Explorer betrieben wird. Eine App für mobile Geräte wird es - derzeitiger Planung zufolge - nur für Windows Phone Mango geben. It´s a Microsoft world. So konsequent, Office365 auch mit Windows Live Skydrive zu verbinden, ist man dann wiederum doch nicht.

Ich für meinen Teil kann nicht nachvollziehen, dass sich Microsoft tatsächlich traut, im Jahre 2011, das wie kein anderes von einer Diversifizierung der Nutzung von Webangeboten über mehr Clients als je zuvor geprägt ist und in dem auf mobilen Plattformen zwei OS regieren, die nicht von Microsoft sind, sich auf das eigene, stetig schrumpfende Ökosystem zu beschränken. Offenbar wird bei Microsoft immer noch genug Geld verdient, um eine gewisse Arroganz anderen Plattformen gegenüber an den Tag legen zu können.

Office365: Sammlung von Dokumentenviewern mit Desktopanbindung

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass Office 365 mitnichten eine vollwertige Office-Lösung in der Cloud ist. Vielmehr handelt es sich, überspitzt ausgedrückt, um eine Sammlung leistungsfähiger Dokumentenviewer mit stark eingeschränkter Bearbeitungsfunktionalität. So ist Office365 nur dann wirklich nützlich, wenn es auf der Clientseite an ein lokal installiertes Office gebunden wird. Warum Microsoft hieran ein Interesse hat, liegt auf der Hand.

ReadWriteWeb bietet einen ausführlichen Test aller Funktionalitäten im Vergleich zu Google Apps und Zoho. Empfehlenswert, wenn man sich bis in die Tiefen der einzelnen Funktionen informieren möchte. Da aber schon die sofort sichtbaren Einschränkungen für mich Grund genug sind, Office365 links liegen zu lassen, will ich mich mit den Details gar nicht mehr beschäftigen.

Die Jungs von Cloudhypermarket haben sich die Mühe gemacht, eine Infografik zu erstellen, die über die wesentlichen Eckdaten des Produkts informiert. Wenn sie auch erkennbar sehr darauf ausgerichtet ist, Office365 in einem guten Licht erstrahlen zu lassen, so ist sie doch, wenn man die Lobhudeleien überliest, ein guter Überblick:

Office365 im Überblick (Quelle: Cloudhypermarket.com)
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16 Antworten
  1. von Marco am 29.06.2011 (08:56 Uhr)

    Von Konkurrenz ist glaube ich noch keinerlei Rede. Der Preis ist wirklich mehr als in Ordnung für MS Verhältnisse, aber die Qualität lässt noch zu wünschen übrig. Nach meiner Meinung sollte MS bei den Spielkonsolen, Offline Office und Betriebssystem bleiben, das bekommen sie nämlich relativ gut hin. Mehr kann man glaube ich nicht dazu sagen. Vielleicht schaffe es MS ja noch richtig gute Programmierer zu akquirieren und schaffen dann noch den Durchbruch in Sachen Webbasierte Software, aber ich glaube nicht daran.
    Mit besten Grüßen
    Marco

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  2. von Robert Brandl am 29.06.2011 (10:16 Uhr)

    Ich fand es schon eine Frechheit von Office Live Small Business als sie einfach den kostenlosen Homepage-Baukasten abgeklemmt haben, was zu heftigen Protesten der Nutzer geführt hatte. Office 365 ist nun der kostenpflichtige Ersatz - Bravo, Microsoft.

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  3. von Marcel am 29.06.2011 (10:46 Uhr)

    Ich hab mal gehört, das unter anderem Objektivität einen guten Journalisten auszeichnen soll. Schade, schade .... trübt immer wieder extremst den guten Gesamteindruck von t3n.

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  4. von zapp am 29.06.2011 (11:07 Uhr)

    Guter Artikel. Sehr amüsant das jedem der Microsoft kritisiert immer gleich mangelnde Objektivität vorgeworfen wird. Objektiv betrachtet ist das Angebot verglichen mit der Konkurenz nunmal schlecht, darf man das jetzt nicht mehr sagen?

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  5. von Tim am 29.06.2011 (13:23 Uhr)

    wenn ich auf dem selben niveau kommentieren würde wie der author hier geschrieben hat, dann würde ich sagen dass dieser artikel ein witz ist. aber ich mach es nicht.

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  6. von Axxl am 29.06.2011 (14:27 Uhr)

    @Marco: " Der Preis ist wirklich mehr als in Ordnung für MS Verhältnisse, aber die Qualität lässt noch zu wünschen übrig" <- dann ist der Preis eben NICHT gerechtfertigt. Nur weil MSO sonst mehr kostet, kann man ja nicht sagen, "Kann zwar nicht so richtig was - dafür ist es aber nicht so teuer wie sonst." Die Bedeutung des Wortes "preiswert" ist dann doch eine andere.

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  7. von Martin am 29.06.2011 (14:47 Uhr)

    Über die WebApps können wir noch reden: Das ist vor allem Geschmackssache und Google hat mit seinen Apps einen wirklich guten Job gemacht. Falls die Files aber auch Offline bearbeitet werden sollen, hat Google keinen Stich gegen MS Office.

    Dann aber reden wir über Messaging. Gegen den Online Exchange stinkt die Google Lösung voll ab. Da kommen die beim besten Willen nicht ran.

    Sharepoint bringt die Kollaboration ins Office365. Die Abokosten erhöhen sich dann aber gleich schlagartig. Da gibt es für Google eine 1+ für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings sehen Sie punkto Leistungsumfang gegenüber Sharepoint gleich wieder alt aus.

    Der vierte Punkt (Lync) fällt weg, da Google nichts in der Richtung anbietet.

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  8. von Michael am 29.06.2011 (16:28 Uhr)

    Mir scheint der Beitrag auch ein wenig subjektiv verfasst. Man kann alles von mehreren Seiten betrachten, z.B. auch so: Endlich gibt es auch für Einzelunternehmer und Kleine Unternehmen eine kostengünstige MS Exchange Lösung die MS Office Pakete voll unterstützt. Für alle MS Outlook Nutzer ist dies sicherlich nützlich. Ich habe ebenfalls bereits mehrere Lösungen getestet, auch Google Apps und Office365. Also Outlook User hat mich bisher kein Angebot derart überzeugt wie Office365, auch wenn ich die Google Anwendungen sehr schätze.

    Wer die volle Outlook Funktionalität benötigt, bekommt diese m.E. nur in Zusammenarbeit mit einer reinen Exchange Lösung. Das Zusammenspiel von Outlook und Google Apps ist m.E. mit den Synctools nicht sonderlich praktikabel. Aber das ist ja Geschmacksache. Wer eh kein Outlook und Office nutzt, braucht meiner Meinung nach ja auch kein Office365.

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  9. von Phicsa am 29.06.2011 (17:50 Uhr)

    Klingt für mich nach einem ganz normalen M$ "Produkt" ^^

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  10. von aruss am 29.06.2011 (21:30 Uhr)

    Na ja, extrem subjektiv der Beitrag.

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  11. von aruss am 29.06.2011 (21:36 Uhr)

    Ich frage mich in letzten Zeit ob T3N einen neuen Reporter hat der extrem subjektiv und anti ms ist oder einfach dumm? also ich für mein Teil finde immer weniger gefallen an T3N wegen der fehlenden Objektivität.

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  12. von Peinlich! am 05.07.2011 (10:11 Uhr)

    ich bin kein microsoft fan. auch kein google fan. einfach ein leser der gerne informative, qualitativ hochwertige artikel zum thema web liest.

    nach dem lesen dieses artikels bin ich aber echt sauer so einen primitiven mist hier in t3n zu lesen.

    ein gut recherchierter vergleich mit den jeweiligen vor- und nachteilen plus erfahrungsbericht wäre interessant gewesen.

    aber der author hat sich nicht die geringste mühe gegeben das produkt zu testen oder es überhaupt wirklich anzuschauen.

    er hat auch überhaupt nicht ansatzweise verstanden wo die zielgruppe ist - und wo nicht.

    office365 ist gerade ein paar tage online im echtbetrieb, das dort noch nicht alles komplett rund läuft und noch nicht alle features drin sind die man sich wünscht - das ist völlig normal. das war bei google am anfang auch nicht anders.

    vom leistungsumfang ist office365 den google apps bei weitem überlegen - und das für nur 5,25 euro im monat bereits inklusive exchange, sharepoint und lync ...

    die google apps sind nicht schlecht für homeuser oder kleine firmen, aber im business bereich ist exchange weltweit der standard. es wird von zig millionen firmen erfolgreich eingesetzt und das nicht ohne grund.

    office 365 ermöglicht eine reibungslose integration der bereits vorhandenen arbeitsprozesse in die cloud, jeder anwender findet sein outlook in outlook web access wieder.

    all das geht mit google apps nicht.

    privat würde ich vielleicht google apps nutzen, aber geschäftlich ist office365 absolut konkurrenzlos.

    dieser artikel ist einfach peinlich!

    der einzige sinn des artikels ist microsoft bashing. das passt vielleicht in irgendeinen privaten blog, aber nicht auf eine seriöse webseite.

    da ich zuletzt öfter solch unobjektive müllartikel bei t3n lessen musste werde ich mein abo kündigen.

    für sowas ist meine zeit echt zu schade.

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  13. von Werner Bremen am 05.07.2011 (10:27 Uhr)

    Nennt sich "Peinlich!" und droht sein Abo zu kündigen... Welches denn, das RSS-Abo, das kostenlose? Oder wohin wird das Heft geschickt? Peter Peinlich, Zum kurzen Stummel 69, Drohheim vielleicht...

    Solche Kommentare braucht keiner. Die sind nämlich völlig daneben. Und Leute, die angeblich Peinlich heißen und diesem Namen alle Ehre machen, die braucht auch keiner.. Sich hinter generischen Begriffen verstecken und dann Leute anpöbeln. Ich glaube, das Heft wird wirklich "Zum kurzen Stummel" geschickt... Wahrscheinlicher noch, außer der Microsoft-Hauszeitung liest Peinlich höchstens noch die Apotheken-Umschau.

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  14. von fwm am 27.07.2011 (12:04 Uhr)

    Schade ist doch eigenltich nur, dass dieser Artikel eine scheinbar hoch-emotionale Grundsatzdiskussion angefacht hat, anstatt sich über Funktionen, Zielgruppen und am besten noch tatsächliche Benutzererfahrungen auszutauschen. Gerade bei einem so neuen Marktangebot sollte doch die Produkt bzw. Serviceerklärung für die Leser und schliesslich auch eine gerne auch subjektive Bewertung des Redakteurs im Vordergrund stehen - nur davon finde ich leider nichts im Artikel. Und an zu wenig Zeit kann es kaum liegen, denn die Office 365 Beta stand ja bereits seit Mitte April jedem zum test zur Verfügung. Schade eigentlich.

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  15. von MKN am 06.10.2011 (01:55 Uhr)

    Hallo,
    leider sehe ich auch hier einen nicht sehr gut recherchierten bis gar nicht recherchierten Beitrag.
    Zitat:"Ein kostenfreies Modell, wie es Google mit Google Docs am Markt hat, gibt es bei Microsoft nicht." - Stimmt nicht. Bitte mal die Mühe machen und die ganze Produktpalette betrachten. Seit einigen Monaten ist es kostenfrei möglich, "Office Web Apps" innerhalb des Hotmail Web Accounts zu nutzen. Hierfür ist kein Lync erforderlich! Die hier beschriebene funktion ist das Shareing einer Desktop Applikation, die seit Jahren schon kostenfrei mit Netmeeting unter Windows (bis Windows 7) geht.
    Zitat: "Die teuerste Variante liegt bei 27 Dollar im Monat um 22 Dollar über dem Google-Preis." - Stimmt ebenfalls nicht. Die "teuerste" Variante kostet sogar einige 100 Dollar weniger wie bei Google! Denn ist dabei zu beachten, das ebend bei Google erst nachträglich zur Kasse gebeten wird, zum Beispiel "postini" lizenzen, eMail Langzeitarchivierung, Federated Identity, direkter user Support per eMail UND Telefon, ....

    Das Thema Datenschutz wird hier komplett ausser geacht gelassen. Google refininaziert sich sogar aus den Werbeeinnahmen beim "Lesen" und Scannen aller emails! Bei Microsoft ist die Nutzung von Dateninhalten für Werbezwecke generell ausgeschlossen (Business Angebote) und sogar generell ausgeschlossen.

    Ich könnte eine lange Liste erstellen, unterlasse das mit dem verweis auf die öffentlichen "Service Descriptions" der Office 365 produkte, die man einfach erst einmal lesen sollte, bevor so ein Artikel geschrieben wird...
    Danke und Gruss

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