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Offizielle Facebook-Seite von Rheinland-Pfalz: Interaktion nicht erwünscht

Eigentlich hatte der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Edgar Wagner, sich immer strikt gegen einen Facebook-Auftritt von Behörden ausgesprochen. Mit der neuen Ministerpräsidentin ist die Komplett-Verweigerung zwar jetzt aufgegeben worden, die Landesregierung hat einen eigenen Facebook-Auftritt gestartet. Allerdings gilt ein „Rückkanalverbot“, Kommunikation ist nicht erwünscht.

Offizielle Facebook-Seite von Rheinland-Pfalz: Interaktion nicht erwünscht

Facebook-Auftritt mit Datenschutz-Auflagen

Pünktlich zum Amtsantritt der neuen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die die Nachfolge von Kurt Beck antritt, hat die rheinland-pfälzische Landesregierung eine eigene Facebook-Seite spendiert bekommen. Der oberste Datenschützer des Landes dürfte damit allerdings weniger zufrieden gewesen sein, hat dem Auftritt in dem Social Network aber unter Auflagen zugestimmt, wie die Rhein-Zeitung berichtet. Demnach soll auf der RLP-Facebook-Seite so wenig wie möglich interagiert werden. Soll heißen: Auf Fragen und mögliche Kritik sollen die Administratoren nicht reagieren, allenfalls auf Kontaktmöglichkeiten verweisen. Dadurch soll die Zahl der anfallenden Nutzerdaten gering gehalten werden.

Rheinland-Pfalz: Facebook-Seite mit Datenschutz-Hinweis

Noch im Sommer 2012 hatte Wagner die Behörden in Rheinland-Pfalz ermahnt, möglichst keine Facebook-Seiten zu betreiben. Nun also Light nach dem Vorbild der frisch gestarteten RLP-Facebook-Fanpage. Dort sollen vorrangig Fotos und Informationen gepostet werden, der Nutzer aber über den Datenschutz informiert und – wenn möglich – auf Alternativangebote wie die offizielle Homepage der Landesregierung geschleust werden. So ist es kein Wunder, dass dem Besucher der Facebook-Seite als erstes ein „Datenschutzhinweis“ ins Auge springt, in dem er unter anderem darauf hingewiesen wird, dass Facebook Nutzerdaten erfasst. Außerdem werden Tipps gegeben, wie man quasi anonym die Facebook-Seite besuchen kann.

Über 700 Fans hat die Seite bereits, auf der vor allem eine Flut an Fotos und Videos vom Amtsantritt Malu Dreyers zu finden ist. Wozu allerdings eine Facebook-Seite, wenn dort nicht interagiert werden darf, wenn der Facebook-Nutzer dort eigentlich nicht erwünscht ist und nur weitergeschleust werden soll? Oder ist es sinnvoll, wenn die Facebook-Seite einer deutschen Landesregierung einen „informierten Nutzer“ formen will, der selbst entscheiden kann, welche Angebote er wie nutzt und welche Daten er preisgibt?

Erst im Dezember hat Facebook auf die immer wieder aufflammende Kritik an seiner Datenschutz-Politik reagiert und eine Überarbeitung der Privatsphäre-Einstellungen angekündigt. Ziel der Neuerungen sei eine verstärkte Nutzerkontrolle über kontextuelle Informationen und Hilfestellungen, hieß es seitens Facebook.

(Bildnachweis für die News-Übersicht: iStockphoto.com/cruphoto)

Weiterführende Informationen:

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5 Antworten
  1. von Atilla W. am 17.01.2013 (14:10 Uhr)

    Da hat dann jemand das grundsätzliche Prinzip eines Social Networks nicht verstanden.

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  2. von sgehle am 17.01.2013 (14:50 Uhr)

    Die Seite hätten Sie sich sparen können...

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  3. von tutnichtszursache am 17.01.2013 (23:30 Uhr)

    Die meisten die hier etwas posten zeigen nur zu deutlich, das sie von Datenschutz nicht die geringste Ahnung haben...

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  4. von KeineAhnungVonDS am 18.01.2013 (08:28 Uhr)

    @tutnichtszursache
    Wenn Du soviel Ahnung von Datenschutz hast, was scheinbar an allen von uns vorbeigeht, dann gib BITTE auch ein vernünftiges Statement ab und nicht so leere Phrasen...

    Ich halte DS natürlich für sehr wichtig, muss mich aber den Kommentaren anschließen: "Dann lieber keine eigene FB Seite als so ein Null-Lösung." Das gibt nur ein schlechtes Bild ab und jeder regt sich drüber auf, dass Behörden scheinbar keine Ahnung hätten und sowieso nur an uns "Kleinen" vorbeidenken. Auch wenn ich nicht dieser Meinung bin, erweckt es zumindest den Eindruck. Schade...

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  5. von DatenSchützerShit am 18.01.2013 (11:40 Uhr)

    So langsam sollten wir mal über den Schutz vor Datenschützen nachdenken!
    Diese extrem Konservative Zunft hilft selten mehr als sie schadet. Dort wo es
    um Datenschutz geht, schaffen sie selten bis nie eine Verbesserung. Meistens
    schikanieren sie nur den kleinen End-User ... diese Personen haben zu wenig
    Ahnung für das was Sie an "macht" besitzen.

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