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Taschengeld neu gedacht: Dieser Gründer will den E-Commerce aufmischen

    Taschengeld neu gedacht: Dieser Gründer will den E-Commerce aufmischen

Okiko-Mitgründer und CTO Sebastian Leppert. (Foto: Presse)

In den Hosentaschen von Kindern schlummert Taschengeld in Milliardenhöhe. Doch im Internet ausgegeben wird davon kaum etwas. Das deutsche Fintech-Startup Okiko will das ändern.

Wenn es ums Taschengeld geht, ist Streit in der Familie vorprogrammiert. Wie viel gibt es und wofür darf es überhaupt ausgegeben werden? Angesichts der seit Jahren zunehmenden Einkäufe im Internet stehen bei Kindern vermehrt auch Artikel aus Onlineshops wie Amazon oder Zalando auf dem Wunschzettel. Doch hier tut sich schon das nächste Problem auf: Wie bezahlt das Kind einen Online-Kauf sicher und einfach, ohne beispielsweise nach der Kreditkarte der Eltern fragen zu müssen?

E-Commerce gemacht für Kids

Auch Sebastian Leppert und Erik Winterberg haben sich diese Frage gestellt und mit Okiko ein neues Online-Konto für den kindergerechten Einkauf im Internet entwickelt. Das Konto wird über die Eltern per Banküberweisung aufgeladen, über das Guthaben können Kinder dann frei verfügen – theoretisch, denn Eltern behalten durch individuelle Konto-Einstellungen und Artikel-Filter in den Shops die volle Kontrolle über die Transaktionen ihrer Schützlinge.

So sieht das Online-Konto von Okiko aus. (Screenshot: t3n)
So sieht das Online-Konto von Okiko aus. (Screenshot: t3n)

So lassen sich beispielsweise das Guthaben, die Zahl der zugänglichen Shops oder auch die Warenkategorien flexibel festlegen. Legt das Kind doch mal einen Artikel außerhalb der Altersgruppe in den Warenkorb, wird der Checkout abgebrochen. „Eltern werden dann auf ihrem Smartphone benachrichtigt und entscheiden dann über den Kauf“, sagt Mitgründer Sebastian Leppert im Gespräch mit t3n.de.

Zahlung mit Okiko werden ähnlich wie bei Paypal über einen Express-Checkout abgewickelt, eine zusätzliche Registrierung bei jedem Händler ist damit nicht mehr notwendig. Zudem laufe der Zahlungsverkehr so ganz ohne Kreditkarte ab, so Leppert. An jedem über die Plattform getätigten Kauf verdient Okiko als Zahlungsdienstleister mit. Die Höhe der Gebühren bewege sich auf dem Niveau von Paypal, versichert Mitgründer Leppert. Das Unternehmen behalte pauschal zwei Prozent des Warenkorbs zuzüglich 35 Cent als Fixgebühr ein.

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3 Milliarden Euro Taschengeld

Okiko ist eine Ausgründung von Elements of Art, einer Mönchengladbacher Agentur für Kindermarketing, die bereits seit 1998 besteht. Für Kunden wie Lufthansa oder McDonalds entwickelt das Unternehmen speziell auf junge Zielgruppen ausgerichtete Marketingkonzepte. Aus den Gesprächen mit Kunden entstand über Jahre die Idee für einen sicheren und kinderfreundlichen Bezahldienst. „Immer wenn es um die Themen Kinder und Geld ging, gab es hitzige Diskussionen“, sagt Leppert. Daraufhin gründeten die Agenturen das Unternehmen einfach selbst aus.

Die Okiko-Gründer Sebastian Leppert und Erik Winterberg. (Foto: Okiko/facebook)
Die Okiko-Gründer Sebastian Leppert und Erik Winterberg. (Foto: Okiko/facebook)

Konkurrenz habe das Startup „streng genommen nicht“, so Leppert. Natürlich kämen neben Zahlungsdienstleistern wie Paypal oder Giropay etwa auch Prepaid-Kreditkarten als Wettbewerber infrage, der Fokus auf Kinder sowie die vergleichsweise sichere und einfache Anbindung an Partnershops biete jedoch niemand, sagt Leppert. Zumindest für weit verbreitete Anbieter wie PayPal dürfte es allerdings ein leichtes sein, die Idee zu kopieren. Vorausgesetzt, sie wird ein Erfolg.

Unbestritten jedenfalls ist die hohe Attraktivität des von Okiko anvisierten Markts. Fast drei Milliarden Euro stehen 6- bis 13-jährigen Kindern laut einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts Iconkids & Youth allein in Deutschland zur Verfügung. Der Löwenanteil davon - 1,7 Milliarden - entfällt auf Taschengeld. Weitere 1,1 Milliarden Euro sind Geldgeschenke, beispielsweise zu Weihnachten oder für gute Noten. Im Schnitt sind das 44 Euro jeden Monat.

Länderübergreifend schätzt Leppert den Markt sogar ungleich größer ein. „In den fünf für uns wichtigsten Märkten gehen wir von rund 36 Milliarden Euro aus“, sagt der Gründer. Im Internet ausgegeben werde davon bislang jedoch kaum etwas. In den nächsten vier Jahren will Okiko nach eigenen Angaben zwischen 20 und 40 Prozent der Zahlungsbewegungen für sich beanspruchen.

Start im Januar

Dafür muss das Unternehmen zunächst einen reichweitenstarken Pool an partizipierenden Onlineshops aufbauen. Als ersten Partner hat Okiko unter anderem Duo Schreib & Spiel sowie den Rakuten-Marktplatz gewonnen. Neben Spielzeug will Okiko auch Shops mit kindergerechten Artikeln aus den Bereichen Sport, Multimedia und Mode ansprechen. „Langfristig wollen wir natürlich auch Anbieter wie Zalando oder Amazon gewinnen“, sagt Leppert.

Bislang hält sich das Unternehmen mit entsprechenden Anfragen aber noch zurück. Noch sei es zu früh. „Wenn wir jetzt hingehen, verbrennen wir“, sagt Leppert. „Der CTO von Zalando kriegt täglich schon genug Anfragen.“ Wenn Okiko im Januar in Deutschland und Österreich startet, wollen sich Leppert und sein Team zunächst auf vergleichsweise kleine Shops konzentrieren. „Als Showcase für die großen Anbieter“, so Leppert. Solange suchen die Gründer selbst noch nach neuem Taschengeld. Drei Millionen Euro will das Unternehmen von Investoren einsammeln.

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3 Reaktionen
Timo Fegeler
Timo Fegeler

Die Seite ist von meiner Arbeit aus wegen Sicherheitseinstellungen gesperrt! :-)

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Alexej
Alexej

" Das Unternehmen behalte pauschal zwei Prozent des Warenkorbs zuzüglich 35 Prozent als Fixgebühr ein.“ oder sind 35 Cent gemeint?

Antworten
Daniel Hüfner

Hallo Alexej,

das stimmt natürlich, es waren Cent gemeint. Ist korrigiert.

Danke für Deinen Hinweis!

Daniel

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