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OmmWriter: Texten ohne Ablenkung durch Twitter, Facebook & Co

OmmWriter: Texten ohne Ablenkung durch Twitter, Facebook & Co

Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, dass durch die Vielfalt der möglichen Nebenbei-Aktivitäten, wie , , and what not, die eigene Produktivität gesteigert würde. Vielfach dürfte das genaue Gegenteil der Fall sein. Die ständige Zerstreuung, die die sozialen Medien in den Alltag bringen, macht es schwer, sich zu fokussieren. Dieser Tage erschien die neue Version des Texteditors OmmWriter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den aufmerksamkeitsdiversifizierten Menschen 2.0 zurück zur Konzentration zu verhelfen

OmmWriter: Texten ohne Ablenkung durch Twitter, Facebook & Co
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OmmWriter - Minimalistisches Schreibwerkzeug für Zerstreute

OmmWriter ist ein Texteditor. Ihn Textverarbeitungsprogramm zu nennen, wäre eine schamlose Übertreibung. Mit dem OmmWriter bewegt man sich zurück zu den Ursprüngen des computerbasierten Schreibens. Nach Aufruf des Programms leert sich der Bildschirm fast vollständig. Sämtliche Leisten, Sidebars, Docks oder was auch immer ihr ansonsten stetig im Blickfeld habt verschwinden. Zurück bleibt ein Eingabefeld mit einem blinkenden Cursor.

Auf mich wirkt das an sich schon beruhigend. Außerdem erinnert es mich an die Arbeit an meiner ersten Diplomarbeit 1989. Seinerzeit schrieb ich auf einem Atari PC 4 mit EGA-Bildschirm und Word 5.0. Word 5.0 eine der letzten Versionen der Software, die unter DOS lief. Wollte man in die Menüs musste man ESC drücken und erhielt so Zugang zur ganz unten am Bildschirmrand platzierten, hierarchisch stark verschachtelten Funktionalität. Wollte man gerade nichts formatieren, speichern oder ähnliche Befehle auslösen, saß man vor einem zunächst leeren Bildschirm mit blinkendem Cursor. Angenehm.

Nun sitze ich vor dem OmmWriter und schreibe diesen Beitrag, weil ein Test ja nur dann echt ist, wenn er unter realen Bedingungen stattfindet. Und ich bin doch tatsächlich dabei, mich in das Teil zu verlieben. Selbst wenn ich momentan wollte, ich könnte gar nicht mal eben Twitter oder E-Mails checken. Denn der OmmWriter lässt nicht, wie andere Programme den Zugriff auf das Dock dadurch zu, dass ich die Maus ganz nach unten an den Bildschirmrand bewege. Vielmehr müsste ich das Programm mittels Mausklick minimieren. Ich lasse es sein und konzentriere mich stattdessen auf den Text.

OmmWriter Dana: Du, der Text, sonst nichts.

OmmWriter - Für Mac und PC verfügbar

OmmWriter ist Mac-Usern schon länger bekannt. Die dieser Tage erschienene Version OmmWriter Dana bietet im Vergleich zu früheren Versionen keine innovativen Neuerungen. Interessant ist aber, dass jetzt auch Windows-User in den Genuss des störungsfreien Schreibens kommen können. OmmWriter Dana für Windows bietet den identischen Funktionsumfang für PC-User, die dafür das .NET-Framework installiert haben müssen.

Sowohl die Windows-, wie die Mac-Version stehen kostenfrei zum Download bereit. Wer Wert auf mehr Auswahl hinsichtlich der optischen und akustischen Untermalung des Schreibvorgangs legt, kann die Version OmmWriter Dana II käuflich erwerben. Dabei müsst Ihr die Katze nicht im Sack kaufen. Der Soundtrack lässt sich vorab anhören, alle Hintergrundthemen können vorab angesehen werden.

Entscheidet ihr euch für den Kauf der Version II, überlässt der Entwickler euch die Preisfindung und schlägt lediglich ein Minimum von 4,11 $ vor. Derzeit wird freiwillig nach seinen Angaben im Schnitt ein Betrag von 7,33 $ gezahlt. Interessantes Konzept...

Eine OmmWriter-App für das iPad ist übrigens in Arbeit, jedoch noch nicht fertig.

OmmWriter - It´s not a bug, it´s a feature

Techblogger und andere Vielverlinker stoßen beim Schreiben mit OmmWriter sehr schnell an Grenzen. Nicht nur sind keinerlei Formatierungsfunktionen enthalten, auch das Setzen von Links ist nicht möglich, ausgenommen mittels HTML zu Fuß. Die Speicherung der Texte erfolgt entweder im reinen Textformat, als RTF, PDF oder im programmeigenen Omm-Format, das allerdings dem Textformat entspricht. Möglicherweise soll durch die Vergabe der Dateiextension .omm die Auffindbarkeit der mit OmmWriter erstellten Texte verbessert werden. Da ohnehin keine Formatierungsmöglichkeiten bestehen, ist es im Grunde egal, für welches Format Ihr Euch entscheidet.

Ausdrucke aus dem OmmWriter heraus sind nicht vorgesehen. Eine Rechtschreibprüfung kann zumindest unter Mac OS über das Kontextmenü aktiviert werden. Als falsch erkannte Wörter werden dann farblich abgesetzt angezeigt, was allerdings den Schreibfluss schon wieder stört. Ich habe die Funktion wieder abgeschaltet.

Fazit: Der OmmWriter ist einen Versuch wert

Jeder Textproduzierende muss für sich selbst entscheiden, ob er mit den Limitierungen, die ja Teil des durchdachten Konzeptes sind, leben kann. Ich war zunächst mehr als skeptisch, kann mir jedoch jetzt gegen Ende dieses Textes bereits vorstellen, einfach meinen Workflow umzustellen. Bislang setze ich Formatierungen und Verlinkungen direkt an den entsprechenden Stellen während des Schreibens. Dem Textfluss mag es durchaus zugute kommen, wenn ich darauf zukünftig verzichte und diese Parts erst in der Postproductionphase hinzufüge. So, wie es mit Screenshots, Bildern, Bildunterschriften und Optimierungen ohnehin geschieht.

Einen Fan hat OmmWriter Dana heute bereits gewonnen. Lasst euch versuchsweise auf die Schreiberfahrung mit OmmWriter ein. Die Installationspakete für Windows und Mac sind relativ schlanke 51, respektive 21 MB groß. Die Software ist also schnell installiert und genauso schnell wieder verschwunden, wenn sie doch nicht zu euch passt.

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12 Antworten
  1. von René am 01.04.2011 (14:49 Uhr)

    Für sowas kann ich auch Isolator empfehlen. Man kann sich damit auf DAS Programm konzentrieren, mit dem man gerade arbeitet. Alles andere wird aus dem Blickfeld verbannt. Wahlweise komplett weg oder nur soweit abgemildert, dass man es nicht bewusst wahrnimmt.

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  2. von Marco am 01.04.2011 (14:57 Uhr)

    klingt sehr spannend. ich frage mich allerdings, wie man mit seinen diversen quellen zurecht kommen soll. textproduktion ist doch nur selten ein reines erschaffen aus dem eigenen geist, sondern man bezieht sich auf eine vielzahl von quellen. mailkonversation, pressemitteilungen, pdfs, notizen, etc.

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  3. von Connie am 01.04.2011 (15:12 Uhr)

    51MB für einen puren minimalistischen Schreiber?

    Das kann doch nur ein Druckfehler sein, vielleicht 51kb?

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  4. von Dieter Petereit am 01.04.2011 (15:46 Uhr)

    @Marco: Da hast Du nicht ganz Unrecht. Im Moment löse ich das mit zwei Rechnern, was das Konzept zugegebenermaßen etwas aufweicht...

    @Connie: Nix Druckfehler. Ich vermute, der Grund liegt im .NET-Framework.

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  5. von rbq. am 01.04.2011 (16:49 Uhr)

    Das ist ja furchtbar! Von wegen ablenkungsfrei schreiben. Nach dem doppelten Umweg über eine Registrierung und eine Mail gelangt man zum Download dieses fetten Brockens. Startet man es, tönt erstmal irgendwelches Plingpling durch das ganze Büro, man bekommt einen überflüssigen Hintergrund, einen umrahmten Inhaltsbereich samt Handles zum Verschieben, winzige Schrift und einen ganzen Packen kaum zu entschlüsselnder Minicons vorgesetzt. Wenn man ein bisschen rumklickt, um das ganze schlichter zu bekommen, landet man bloß bei Farbkombinationen, die hässlicher und schwerer zu lesen sind. Das Ganze scheint mir eher ein schlechter Scherz zu sein, minimale Funktionalität möglichst nervig verpackt. Es ist damit genau das Gegenteil von dem, was man zum Schreiben braucht.

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  6. von Michael am 01.04.2011 (17:10 Uhr)

    51MB sind wirklich inakzeptabel... was waren das noch für Zeiten damals, als man den Speicherplatz nicht hinterhergeschmissen bekam und sich beim Programmieren jedes Byte von der Tastatur absparen musste!

    Darf ich stattdessen das Augenmerk auf Q10 (http://www.baara.com/q10/) lenken? Als PortableApp nur 405kB (resp. 896kB inkl. Rechtschreibprüfung) ohne Installation lauffähig.

    Einzige Einschränkung: Nicht für Mac oder Linux...

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  7. von Dialogmonster am 01.04.2011 (17:42 Uhr)

    Wie wärs mit ner Schreibmachine?? 0 KB und garantiert Twitter-frei!!

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  8. von Dieter Petereit am 03.04.2011 (17:47 Uhr)

    @rbq.: Such Dir mal einen anderen Job. Von Dir lese ich stets nur, was alles Mist ist und was Du alles nicht nachvollziehen kannst und was Du nie machen würdest. Die IT scheint mir nicht Dein Ding zu sein.

    Und zur Sache: Plingpling lässt sich abschalten, Schriftgröße lässt sich größer stellen und Hintergrund lässt sich auf neutral setzen. Aber wahlfreie Vielfalt ist wahrscheinlich nicht Dein Ding.

    @Michael: Also, ich bin froh, dass ich nicht mehr mit 2 5,25 Zoll Floppy-Laufwerken arbeiten und mir jedes Byte beim Programmieren von der Tastatur absparen muss. Dann ist das Ding halt 51 MB groß. So what?

    @Dialogmonster: Oder ein Blatt Papier und ein Stift, was?

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  9. von Mirco am 03.04.2011 (19:36 Uhr)

    Scheint momentan ein echter Trend zu sein, sich mehr auf die Kernfunktion zu konzentrieren ohne Schnick Schnack. War schon von Wunderlist begeistert. Ich gebe dem Editor eine Chance. Allerdings wäre eine Druckfunktion nicht schlecht gewesen.

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  10. von rbq. am 03.04.2011 (21:07 Uhr)

    @Dieter Petereit: Und ich finde es Mist, wenn man persönlich wird und jemandem seine IT-Kenntnisse oder Berufsqualifikation abspricht, weil man meint, Kritik an einer getesteten Software auf sich selbst beziehen zu müssen. Es stimmt sicherlich, dass Du "stets" (d. h. zweimal) etwas Kritisches von mir gelesen hast. Allerdings frage ich mich ernsthaft, wieso Du jedes Mal etwas auf persönlicher Ebene einwerfen und einem etwa Kleinlichkeit, Selbstüberschätzung oder mangelnde Sachkenntnis diagnostizieren musst – sobald man irgend etwas kritisiert, das weder mit Dir, noch mit Deinem Artikel zu tun hat. Ich finde, hier unten ist der Bereich, in dem sich Leser frei über das genannte Produkt austauschen können sollten, ohne dass daraufhin der Autor ankommt und einen beleidigt.

    Dass jemand ein Programm unbrauchbar findet, das mit reihenweise Usability-Regeln bricht, erstaunt Dich offenbar. Mich verblüfft andersherum die vollkommen unkritische Berichterstattung, die gut ein Werbetext sein könnte. Trotzdem sehe ich keinen Grund, den Autor anzugreifen und ihm die Kompetenz abzusprechen.

    Du erklärst zwar nicht, weshalb "wahlfreie Vielfalt" nicht mein Ding sein soll, aber gerade im Zusammenhang mit einer vermeintlich aufs absolute Minimum reduzierten Software ergibt der Spruch null Sinn. Und dass mehrere Leute kritisch die "schlanke" Größe des Programms anmerken, hat damit zu tun, dass man mit ein wenig Kenntnis in Sachen Softwareentwicklung ganz selbstverständlich Programmfunktionalität und Codevolumen in Relation setzt. Du verdrehst das und ziehst statt dessen einen unpassenden, absurden Vergleich zu Disketten (wtf?), um ein sachliches Argument ins Lächerliche zu ziehen. Auch "jedes Byte beim Programmieren von der Tastatur absparen" ist lustig, aber inhaltlich bloße Ablenkung, denn wir sprechen ja gerade _nicht_ vom eigenen Code, sondern allenfalls davon, wie sinnvoll es ist, blindlings komplette Frameworks einzubetten, deren Volumen den des selbst geschriebenen Codes um ein zigtausendfaches übersteigt.

    Was nicht so Dein Ding ist, findest du sicher selbst heraus, wenn du Deine eigene Argumentation betrachtest. Sorry.

    @Mirco: Ja, und so wie der AppStore durch die einfache Abwickelung die Hemmschwelle zum Kauf von kleinen Tools herabsetzt, wird es sicher in Zukunft noch mehr werden. Ich finde allerdings, dass die Rechnung bei WriteRoom, WrongRoom, JDarkRoom und Co. aufgeht, während OmmWriter wesentlich mehr Schnickschnack hinzufügt als nötig. Dass es kaum selbsterklärend ist, kommt erschwerend hinzu. Selbst Pages und Word präsentieren sich im Vollbildmodus ablenkungsfreier.

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  11. von Dieter Petereit am 04.04.2011 (11:42 Uhr)

    @rbq.: Dem ist nichts hinzuzufügen: Lebenszeitverschwendung 2.0

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  12. von Dennis am 05.04.2011 (10:14 Uhr)

    Ich zumindest war von Ommwriter ausgesprochen enttäuscht. Finde da Bean wirklich besser - da kann man sich den Vollbild Modus anpassen und man hat nicht eine minimalistisch kleine Schrift sondern richtig dicke fette Typos. Ausgesprochen cool!

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