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Omnipresenz: Verrücktes Crowdfunding-Projekt will Menschen fernsteuern

Omnipresenz: Verrücktes Crowdfunding-Projekt will Menschen fernsteuern

Das Crowdfunding-Projekt Omnipresenz will es euch ermöglichen, eine fremde Person von eurem Computer aus fernzusteuern. Per Video-Live-Stream verfolgt ihr dann jeden Schritt eures menschlichen Avatars und gegen Bezahlung könnt ihr ihn zur Durchführung netter Handlungen bewegen.

Omnipresenz: Verrücktes Crowdfunding-Projekt will Menschen fernsteuern

Omnipresenz. (Foto: Omnipresenz)

Omnipresenz: Per Web-Interface steuert ihr einen menschlichen Avatar. (Grafik: Omnipresenz)
Omnipresenz: Per Web-Interface steuert ihr einen menschlichen Avatar. (Grafik: Omnipresenz)

Omnipresenz: Ich steuer‘ einen Menschen

Aus Videospielen kennen wir das Konzept schon lange: Wir übernehmen die Kontrolle eines Avatars und bestimmen, wohin er geht und was er tut. Science-Fiction-Filme wie „Avatar“ oder „Surrogates“ wiederum haben uns gezeigt, wie das Konzept mit Zukunftstechnologie auch auf die reale Welt übertragbar wäre. Für die Macher von Omnipresenz gibt es allerdings keinen Grund, auf solche Technologien zu warten. Sie wollen uns schon heute die Möglichkeit geben, einen fremden Menschen fernzusteuern. Ein ähnliches Konzept, wenngleich in einem deutlich kleineren Rahmen, verfolgte 2013 auch die Tourismusbehörde im australischen Melbourne. Wir hatten in unserem Artikel „Remote-Control-Touristen: Zwei Australier lassen sich per Social Media durch Melbourne steuern“ darüber berichtet.

Statt Gedankensteuerung wie in den erwähnten Hollywood-Filmen wollen die Omnipresenz-Macher mit einer Helmkamera und einem Web-Interface zur Steuerung auskommen. Ein menschlicher Avatar läuft dann durch seine Heimatstadt, während alles was er sieht und hört per Live-Stream an den Nutzer übertragen wird. Der kann dann bestimmen, wohin sein Avatar geht und was er macht. Allerdings weisen die Macher auch darauf hin, dass es gewisse Unterschiede zu einem Videospiel gibt. Der menschliche Avatar muss sich nicht nur an die sozialen Gepflogenheiten seiner Umgebung halten, er oder sie hat auch Gefühle, auf die ihr als „Spieler“ Rücksicht nehmen müsst.

Omnipresenz: Ihr sollt mit eurem menschlichen Avatar Gutes tun

Für Datenschützer klingen Helmkamera-tragende Avatare die durch eine Stadt ziehen vermutlich eher gruselig. Vielleicht auch um mögliche Kritik an der Idee einzudämmen, soll es im Steuerungs-Interface von Omnipresenz den sogenannten „Nice Action Panel“ geben. Das Panel soll interaktives mit Wohltätigkeit verbinden. Als Spieler könnt ihr beispielsweise vorschlagen, Blumen für eine ältere Frau auf der Straße zu kaufen oder einem obdachlosen Geld zu geben. Die notwendigen Kosten könnt ihr dem Avatar direkt per Kreditkarte erstatten. Andere verbundene Teilnehmer können ihrerseits den Betrag aufstocken. Das Geld soll dann jeweils direkt für die entsprechende Aktion verwendet werden.

In der Beta-Phase soll es zunächst nicht möglich sein, sich selbst als Avatar anzubieten. Diese Möglichkeit soll allerdings später hinzugefügt werden. Damit Omnipresenz überhaupt Realität wird, suchen die Macher derzeit Unterstützer auf Indiegogo und wollen so mindestens 33.000 Euro einnehmen. Als Belohnung für eure finanzielle Unterstützung sollen Backer zu den ersten Menschen gehören, die andere Menschen mit dem System steuern können. Entsprechende Pakete beginnen bei einem Preis von 10 Euro. Teurer sind umfangreichere Pakete, bei denen ihr beispielsweise mit eurem Avatar auf Schatzsuche gehen könnt oder einen Darsteller bei einer Bühneshow kontrolliert. Für 100 Euro sollt ihr sogar teil eines romantischen Dinners sein. Ob ihr dabei einen Mann oder Frau steuert, bleibt euch überlassen.

via www.fastcodesign.com

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Eine Antwort
  1. von Erweiterte Idee am 02.12.2014 (14:19 Uhr)

    Für Banner bei Demonstrationen oder Fußball-Stadien gabs die Idee auch schon. So eine Art LaOla-Welle aber mit Buchstaben durch farbige Papptafeln oder vorne weiße hinten schwarze T-Shirts und die Leute drehen sich dann passend um Schriftzüge auf Demonstrationen erscheinen zu lassen.
    Blinkenlights oder wie das heisst mit Menschen.
    Schriftzüge auf dem Spielfeld mit Musikern oder Cheerleadern gibts ja auch schon und könnte man mit Smart-Watches unterstützen oder bei Google-Glass einblenden wohin man gehen und wohin man sich drehen soll. Dafür sind Gyrometer+GPS in Uhren und Videobrillen gut geeignet.

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