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OnePlus X im Test

Das OnePlus X im Test: So gut kann ein 270-Euro-Smartphone sein

Mit dem OnePlus X schickt das chinesische sein mittlerweile drittes ins Rennen. Beim seinem neuesten Modell setzt das Unternehmen jedoch eher auf edle Verarbeitung und Optik als auf High-End-Ausstattung – und das zugunsten eines attraktiven Preises.

Das OnePlus X im Test: So gut kann ein 270-Euro-Smartphone sein

OnePlus X im Test. (Foto: t3n)

OnePlus X: Design, Haptik, Verarbeitung

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Gegen den Trend: Das OnePlus X ist relativ kompakt gehalten. (Foto: t3n)

Während das OnePlus One und das 2 noch gewissermaßen nach der gleichen Designsprache entwickelt wurden, könnte das OnePlus X auch von einem komplett anderen Hersteller stammen. Es sieht beinahe aus wie eine Mischung aus Nexus 4 und iPhone 4 mit Feinschliff, was aber nicht negativ verstanden werden sollte. Uns gefällt das Design des „X“ durchaus gut, wenn nicht sogar ein wenig besser als das der beiden „Flaggschiffkiller“-Modelle, denn die wirken mittlerweile beinahe schon wenig langweilig. Sicher ist die Optik des OnePlus X kein Novum, aber es wirkt eleganter und edler – und das, obwohl es „nur“ 269 Euro kostet .

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Nexus 4 lässt grüßen: Die Rückseite des OnePlus X erwies sich im Test als recht rutschig. (Foto: t3n)

Dass auf der Rückseite wie der Front Glas verbaut ist, dürfte nicht jeden erfreuen, es fühlt sich dadurch aber beinahe wie aus einem Guss an. Das wird unter anderem auch dadurch erreicht, dass die Glaselemente zu den Seiten abgerundet sind und bündig mit dem Metallrahmen abschließen. Dank der feinen Riffelung des Rahmens besteht trotz des Glases wenig Gefahr, dass es aus der Hand rutscht.

Dank der noch relativ kompakten Größe – das nur sieben Millimeter dünne OnePlus X besitzt ein fünf Zoll in der Diagonale messendes Display – liegt es gut in der Hand. Was indes manch einen stören könnte, ist die Anfälligkeit für Fingerabdrücke. Hat man nur wenige Minuten mit dem Smartphone hantiert, sind vorne wie hinten Fettschlieren zu erkennen. Wen das stört und wer sichergehen will, dass die Rückseite nicht zerkratzt, kann die dünne Schutzhülle aus weichem Kunststoff verwenden, die der Hersteller seinem Gerät beigelegt hat.

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Mit dem seitlichen Stummschalter können Benachrichtigungen mit einem Klick abgestellt werden.  (Foto: t3n)

Was die Anschlüsse anbelangt, so besitzt das Gerät wie das OnePlus 2 auf der linken Gehäuseseite einen Stummschalter, auf der rechten Seite befinden sich die Lautstärkewippe und der Powerbutton, die beide eine feine Riffelung besitzen. Über den beiden Buttons ist der SIM-Schacht zu finden, der entweder zwei SIM-Karten oder eine SIM und eine microSD-Karte aufnehmen kann.

OnePlus X (Foto: t3n)
Rechtsseitig befinden sich am OnePlus X SIM-Slot, Lautstärkewippe und Powerbutton.  (Foto: t3n)

Kurzum: Das OnePlus X ist tiptop verarbeitet, es besitzt eine angenehme Größe, neigt durch seine Oberfläche aber zu Fettabdrücken und ist etwas rutschig.

OnePlus X: Display, Ausstattung, Performance

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Das AMOLED-Display des OnePlus X weiß zu gefallen. (Foto:t3n)

Das fünf Zoll in der Diagonale messende AMOLED-Display mit Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und einer Pixeldichte von 441 Pixel pro Zoll ist eine wahre Augenweide. Das Schwarz ist schwarz, die Farbwiedergabe ist knackig und scharf, wie es sich für eine solche Technologie gehört. Auch die Blickwinkelstabilität kann überzeugen. Im direkten Vergleich mit anderen Displays, wie beispielsweise dem IPS-Panel des Nexus 5X (zum Test) ist ein leichter Blaustich festzustellen, der stärker wird, wenn man das Display seitlich neigt. Er fällt aber wirklich nur auf, wenn man einen direkten Vergleichswert hat.

Das OnePlus X siedelt sich in puncto Leistung im Mittelfeld an. (Screenshots: t3n)
Das OnePlus X siedelt sich in puncto Leistung im Mittelfeld an. (Screenshots: t3n)

OnePlus hat bei seinem „X“ einen etwas in die Tage gekommenen, aber durchaus guten 2,3-Gigahertz-Snapdragon-801-Prozessor verwendet, der auch im OnePlus One verbaut wird. Womöglich hat der Hersteller gute Erfahrungen mit dem Chip sammeln können – oder/und einen guten Deal beim Prozessorlieferanten Qualcomm gemacht. Für Geräte der Mittelklasse ist dieser Chip aber eigentlich unüblich, denn zumeist wird ein Snapdragon 615 oder 410 gewählt, die jeweils schon 64-Bit-fähig sind, was beim 801er nicht der Fall ist. Für den Endnutzer ist dieses Detail aber kaum spürbar.

In puncto Performance reicht der verbaute Vierkern-Prozessor vollkommen aus und macht im Kombination mit dem drei Gigabyte großen Arbeitsspeicher-Riegel eine solide Figur. Sorgen um ausreichend Performance muss man sich nicht machen, denn der Chip macht bei Alltagsaufgaben und das gelegentliche Spielchen, selbst Riptide GP2 oder Lara Croft GO, eine solide Figur.

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Dual-SIM, oder Single-SIM mit microSD-Kartenslot – der User kann beim OnePlus X selbst entscheiden. (Foto: t3n)

Für ein Gerät dieser Preis- und Ausstattungsklasse eher selten, besitzt das OnePlus X 16 Gigabyte internen Speicher. Das ist nicht riesig, für die meisten Anwendungen dürfte es aber ausreichen. Wem das jedoch nicht genug ist, kann immer noch eine microSD-Karte einsetzen. Hier solltet ihr aber beachten, dass die Speicherkarte dann einen SIM-Slot belegt, sodass die Dual-SIM-Funktion gesperrt ist.

Spezifikationen des OnePlus X

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ModellOnePlus X
BetriebssystemOxygen OS, basiert auf Android 5.1 Lollipop
Display5 Zoll AMOLED, (1.920 x 1.080 Pixel, 441 ppi)
ProzessorQualcomm Snapdragon 801, 2,3 GHz
Arbeitsspeicher3 GB LPDDR3
Interner Speicher16 GB, per microSD-Slot erweiterbar
Hauptkamera13 MP mit f/2.2-Blende
Frontkamera8 MP mit f/2.4-Blende
Akkukapazität2.525 mAh (fest verbaut)
KonnektivitätWLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS, LTE
Abmessung140 x 69 x 6,9 Millimeter
Gewicht138 Gramm (Onyx, Champagne); 160 g (Ceramic)
FarbenOnyx, Champagne, Ceramic
SonstigesDual-SIM
PreiseOnyx, Champagne: 260 Euro
Ceramic: 360 Euro

OnePlus-X-Kamera: Nichts besonderes

Die Kamera ist okay, mehr aber nicht. (Foto: t3n)
Die Kamera ist okay, mehr aber nicht. (Foto: t3n)

Hinsichtlich der verbauten 13-Megapixel-Hauptkamera hat OnePlus leider gespart. Die Knipse produziert bei Tageslicht zwar durchaus brauchbare Fotos, die zu gefallen wissen, bei schummrigen Lichtverhältnissen sollte man sie aber besser in der Tasche lassen – die Resultate wirken wenig überzeugend. Die Fotos weisen ein starkes Rauschen auf und sind relativ verwaschen. Sicher mag das für den einen oder anderen ein optisch interessanter Effekt sein, doch generell sind die Fotos bei Dunkelheit enttäuschend. Die Frontkamera mit seinem Acht-Megapixel-Sensor reicht für Selfies aus.

Minimalistisch: So sieht die Kamera-App des OnePlus X aus. (Screenshots: t3n)
Minimalistisch: So sieht die Kamera-App des OnePlus X aus. (Screenshots: t3n)

Was Videoaufnahmen angeht, liefert die Kamera akzeptable Clips in Full-HD-Auflösung. Angesichts eines fehlenden optischen Bildstabilisators muss man das Smartphone für unverwackelte Videos aber stabil halten. Die Kamera-App erinnert vom Funktionsumfang an die Google-Kamera, bietet aber noch Zeitlupen- und Zeitraffer-Modi.

OnePlus X: Software

Seit dem OnePlus 2 verwendet OnePlus ausschließlich seine hauseigene Entwicklung Oxygen OS. Sie ist in Sachen Design stark an Googles Stock-Android angelehnt, bietet aber an bestimmten Stellen ein paar nette Zusatzfeatures.

OnePlus X mit Oxygen OS – so sehen Homescreen und App-Drawer aus. (Screenshots: t3n)
OnePlus X mit Oxygen OS – so sehen Homescreen und App-Drawer aus. (Screenshots: t3n)

Zum einen kann man – wie bei den beiden großen Modellen – wählen, ob man lieber On-Screen- oder kapazitive Buttons verwenden will. Letztere sind zwar kaum erkennbar, funktionieren aber gut. Außerdem lässt sich der kapazitive Homebutton in den Einstellungen mit Zusatzfunktionen belegen, sodass sich per Langdruck oder Doppeltap eine weitere Aktion starten lässt. Zum Beispiel kann mit einem Doppeltap die Kamera oder die Google-Sprachsuche aktiviert werden.

OnePlus X: Oxygen OS basiert auf Android 5.1, besitzt aber schon App-Berechtigungen – ein Marshmallow-Feature. (Screenshots: t3n)
OnePlus X: Oxygen OS basiert auf Android 5.1, besitzt aber schon App-Berechtigungen – ein Marshmallow-Feature. (Screenshots: t3n)

Zum anderen unterstützt Oxygen OS auch Gesten zur Aktivierung des Displays per Doppeltap sowie den Start der Kamera-App per Zeichnen einer „O“-Geste auf den abgeschalteten Screen und mehr.

Das OnePlus X kann optional mit oder ohne On-Screen-Tasten genutzt werden. (Screenshots: t3n)
Das OnePlus X kann optional mit oder ohne On-Screen-Tasten genutzt werden. (Screenshots: t3n)

Eine erwähnenswerte Funktionen von Oxygen OS ist außerdem die Möglichkeit, Apps bestimmte Berechtigungen zu entziehen. Diese Funktion ist zwar bei Android 6.0 Marshmallow standardmäßig an Bord, das auf dem OnePlus X installierte Oxygen OS läuft aber noch auf Android 5.1. Ein Update auf Marshmallow soll später erfolgen

Akku, Sound und Co.

Der Akku des OnePlus X ist 2.525 Milliamperestunden groß und lässt sich nicht austauschen – das gehört mittlerweile schon zur Normalität. Vor allem bei Smartphones mit geringer Bauhöhe lässt es sich außerdem kaum anders regeln. Die Laufzeit des Geräts ist angesichts der Nennleistung des Energiespeichers noch in Ordnung, denn über den Tag kommt man in den meisten Fällen schon. Heavy-User, die zudem noch zwischendurch Games zocken, sollten sich aber möglichst noch ein Akku-Pack einpacken, um nicht auf halber Strecke auf dem Trockenen zu sitzen. Positiv zu erwähnen sei an dieser Stelle die grundsolide Standby-Zeit – immerhin.

Was die Gesprächsqualität des Smartphones anbelangt, gibt es nichts zu beanstanden. Der Klang des verbauten Mono-Lautsprechers geht für den Preis des OnePlus X vollkommen in Ordnung – die Bässe könnten zwar kräftiger sein, doch zur Dauerbeschallung ist der Speaker ohnehin nicht ausgelegt.

OnePlus X: Fazit

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Mit dem OnePlus X hat das chinesische Startup ein solides Debüt auf dem Markt der gehobenen Mittelklasse hingelegt.Es ist optisch wie haptisch äußerst ansprechend und das verbaute AMLED-Display ist auch nicht zu verachten.

Sicher könnte die Kamera ein bisschen besser sein, doch man darf nicht außer Acht lassen, dass das Smartphone nur 269 Euro kostet. Auch wenn der Prozessor schon zwei Jahre auf dem „Buckel“ hat, leistet er gute Dienste. Wer ein relativ günstiges Smartphone mit guter Verarbeitung und schickem Äußerem sucht, sollte das OnePlus X definitiv in die engere Wahl nehmen. Nicht von ungefähr ist es auch in unserer Übersicht der derzeit interessantesten Smartphones des Jahres gelandet.

Außer in Schwarz mit Glasrücken wird das OnePlus X in Weiß/Gold und mit Keramik-Oberfläche angeboten. (Bild: OnePlus)
Außer in Schwarz mit Glasrücken wird das OnePlus X in Weiß/Gold und mit Keramik-Oberfläche angeboten. (Bild: OnePlus)

Einen Haken gibt es beim Kauf des OnePlus X: Das Smartphone ist nur über den Online-Store des Herstellers verfügbar – und man braucht einen Invite. Einzige Ausnahme sind allerdings Dienstage, dann kann es direkt bestellt werden.

Pro:

    • Tolle Verarbeitung
    • Überzeugendes Display
    • Gutes Preis-/Leistungsverhältnis

Kontra:

    • Kamera nur okay
    • Akku Mittelmaß
    • kein NFC

Das OnePlus wurde uns vom Hersteller für einen Test zur Verfügung gestellt.

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Eine Antwort
  1. von Gunnar am 29.12.2015 (13:08 Uhr)

    Hi, ich wollte es gerade kaufen und obwohl heute Dienstag ist, brauche ich einen Invite!?

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