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Online Daten speichern: Deutsche pfeifen auf die Cloud

Online Daten speichern: Deutsche pfeifen auf die Cloud

Während Südamerikaner die lieben, sind wir Deutschen bei diesem Thema sehr zurückhaltend – sogar die junge Generation, wie eine internationale ergeben hat.

Online Daten speichern: Deutsche pfeifen auf die Cloud

So (un-)beliebt ist die Cloud. (Grafik: GfK)

Die Marktforscher der GfK haben 26.000 Internetnutzern rund um den Globus diese Aussage vorgelegt: „Für mich ist es absolut notwendig, Fotos, Dokumente, Musik und andere Inhalte in der Cloud zu speichern und darauf zugreifen zu können.“ Anschließend wurden die Teilnehmer der Studie gefragt, wie sehr sie dieser Aussage zustimmen würden. Das Ergebnis überrascht einigermaßen.

Cloud-Nutzung: Mexiko versus Deutschland

Insgesamt ist der Studie zufolge für 31 Prozent aller Befragten die Datenspeicherung in einer Cloud wichtig, 18 Prozent sind da anderer Meinung. Während vor allem Konsumenten in Mexiko nicht auf die Cloud verzichten wollen würden, ist selbst für junge Deutsche das Speichern in der Cloud nicht besonders relevant.

So unterschiedlich wird die Cloud international bewertet. (Grafik: GfK)
So unterschiedlich wird die Cloud international bewertet. (Grafik: GfK)

„Deutsche Konsumenten sind sehr sensibel, wenn es um ihre persönlichen Daten und deren Sicherheit geht“, erklärt Robert Wucher, GfK-Experte im Bereich Technologie, das Phänomen. In Mexiko will rund die Hälfte der Befragten nicht auf die Möglichkeit verzichten, Daten online in der Cloud zu speichern. In Brasilien, der Türkei und China sind immerhin noch gut 40 Prozent positiv der Cloud gegenüber gestimmt.

Jeder siebte junge Deutsche braucht die Cloud

In Kanada, Australien und Schweden ist das Thema Online-Datenspeicherung in der Cloud der Studie zufolge für 39, 37 und 34 Prozent der Konsumenten nicht so wichtig. Deutschland sticht hier mit einem Ablehnungsgrad von 50 Prozent heraus. Nur zwölf Prozent der Deutschen erachten demnach Cloud-Dienste als notwendig. Bei den 20- bis 29-Jährigen sind das auch nur 14 Prozent.

Neben der Zurückhaltung aufgrund von Sicherheitsbedenken ist die Skepsis gegenüber der Cloud-Speicherung in Deutschland aber auch mit einem anderen Trend zu erklären. Den GfK-Forschern zufolge ist die Cloud nämlich in Ländern, in denen die Internetnutzung stark durch Smartphones getrieben wird, viel stärker eine Notwendigkeit.

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7 Antworten
  1. von Simon am 30.07.2015 (13:48 Uhr)

    Als digitaler Nomade ist die Cloud Lösung das einzig wahre um unkompliziert und sicher mit meinen Daten arbeiten zu können.
    Schnell kann es mal passieren, dass mein Gepäck samt Laptop und externer Festplatte (Datensicherung) geklaut wird und da bin ich froh, dass ich meine kompletten Daten in Google Drive hinterlegt habe.

    Diese Daten werden dank dem Desktop Client automatisch synchronisiert sobald sich etwas ändert hat.

    Zum Thema Sicherheit: man muss die Dateien nicht "nackt" in die Cloud legen. So nutze ich das Tool "Boxcryptor", welches kostenfrei meine sämtlichen Daten lokal verschlüsselt, bevor sie in meine Cloud geladen werden.

    Für mich also ein ganz klares "JA" zur Cloud Lösung.

    Grüße Simon

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  2. von Christopher am 30.07.2015 (14:08 Uhr)

    Zum einen halte ich die Zurückhaltung der Nutzer aufgrund von Sicherheitsbedenken für sehr bedacht, zum anderen wächst das Angebot an sicheren und verschlüsselten Diensten durchgehend, weshalb die Zurückhaltung inzwischen wohl auch eher zur Gewohnheit geworden ist. Es gibt viele Startups, auch aus Deutschland, die im Bereiche Sicherheit / Verschlüsselung viele neue Konzepte vorstellen und dabei auch die Usability beachten. Simon hat in einem anderen Kommentar schon Boxcryptor genannt, ich denke aber dabei auch an Mailbox.org, Stackfield.com u.ä., die in den jeweiligen Bereichen tolle Lösungen bieten.

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  3. von Jürgen Schulze am 31.07.2015 (08:57 Uhr)

    Die meisten der Befragten werden doch die Frage gar nicht verstanden haben.
    Höchstwahrscheinlich speichern die schon längst in der Wolke, denken aber, das wäre in Wahrheit ihr Handy.

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  4. von Simon am 31.07.2015 (09:22 Uhr)

    @Christopher Danke für die Ergänzung. Du hast vollkommen recht, es gibt mittlerweile auch schon 1A all-in-one Lösungen bei den Cloud Diensten.

    @Jürgen Schulze Das glaube ich auch. Gerade auch das letzte große Android Update hat z.B. die Cloud für Fotos eingefügt. Ich denke mal, dass viele das ohne ihr wissen in der Cloud synchronisieren.

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  5. von Olaf Barheine am 31.07.2015 (11:21 Uhr)

    Meine Kunden wären sicher begeistert, wenn ich ihre vertraulichen Projektunterlagen in der Cloud speichern würde, womöglich auch noch außerhalb Europas. Aber für Urlaubsfotos ist eine Cloud okay.

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  6. von BastianBalthasarBux am 31.07.2015 (12:07 Uhr)

    Fast jeder hat heute ein NAS, und das hängt relativ easy mittels dyndns im netz.
    und wenn man einen gescheiten router hat, den ordentlich konfiguriert, und auf dem nas eine cloud-applikation installiert, dann funktioniert das auch ohne dass man seine daten auf irgendwelche server in die usa oder gar die karibik exportiert.
    Cloud ist letztlich ohnehin wiedermal nur so ein werbefuzzi-schlagwort wie es 'web 2.0' auch schon war. jeder verdammte mailserver der einen webmail bzw. imap zugang gewährt ist quasi schon teil der 'cloud' ...

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  7. von Philooo am 31.07.2015 (16:47 Uhr)

    Es geht aber nicht nur um Konsumenten, sondern auch um die Zweckmäßigkeit im B2B Bereich. Wenn ich mir z.B. die Pharmaindustrie ansehe, müssen Gesetze, Richtlinien und Regeln eingehalten werden. Das geht nicht mehr per Brief von einer Behörde zur nächsten, sondern erfolgt im Zeitalter des Internets von einem Standort in Sekundenschnelle zum nächsten (vgl. mal die Prozess-Ebenen für Compliancemanagesysteme hier unter http://www.cunesoft.com/ ). Gerade der hohe Bedarf an Medikamenten erfordert beschleunigte Prozesse von der Herstellung bis zum Verkauf eines Produkts.

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