t3n News E-Commerce

Onlineshop-Optimierung: Erstaunlicher A/B-Test zweier Produktlisten

Onlineshop-Optimierung: Erstaunlicher A/B-Test zweier Produktlisten

Ein erstaunliches Ergebnis eines im Bereich Onlineshop-Optimierung skizziert Chris West in seinem Blog westiseast. Seinem Experiment nach generieren schlichte Produktlisten zum vertikalen Scrollen eine bessere Click-Through-Rate als Produkt-Galerien. Warum dem so ist, dafür gibt es verschiedene Vermutungen, die wir hier betrachten wollen.

Onlineshop-Optimierung: Erstaunlicher A/B-Test zweier Produktlisten

Bessere CTR im Onlineshop mit Liste anstatt mit Galerie

Die Variante der vertikalen Liste hat im Test ganze 15 Prozent mehr Klicks auf einzelne Produkte generiert als es die Galerie vermochte. Selbst eine stylistisch unschöne Liste zeigte diesbezüglich immernoch deutliche Vorteile gegenüber einer designtechnisch optimierten Galerie. Das ist erstaunlich, schließlich werden die meisten Betrachter vermutlich die Galerie der Liste vorziehen, wenn es um eine rein optische Bewertung geht. Zudem sind im Viewport bei der Galerie mehr Produkte zu sehen als in der vertikalen Liste.

Onlineshop-Optimierung: Vertikale Listen sind effektiver als Galerien.

Vielleicht, so vermutet West, ist aber gerade die größere Auswahl das, was der Galerie zum Verhängnis wird. Er verweist auf „The Paradox of Choice - Why More Is Less“, einen Buchtitel des Psychologen Barry Schwartz. These des Werks ist, dass die Verkleinerung der Auswahl für Konsumenten ein hohes Maß an Verunsicherung abbaut. Dreht man die These um, ergibt sich ein Erklärungsversuch dafür, warum zu viel Auswahl schadet – in diesem Fall der Click-Through-Rate.

Ein weiterer Erklärungsversuch ist der, dass vertikale Listen die User quasi dazu zwingen, sich jedes Produkt nacheinander einzeln anzusehen. Galerien verleiten den User eher dazu, das Angebot zu überfliegen.

Weiterführende Links:

Newsletter

Bleibe immer up-to-date. Sichere dir deinen Wissensvorsprung!

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
10 Antworten
  1. von Christian am 11.11.2011 (14:25 Uhr)

    "dass die Verkleinerung der Auswahl für Konsumenten ein hohes Maß an Verunsicherung abbaut"
    Kenne ich aus dem Designbereich. Je mehr Vorschläge man dem Kunden vorlegt, umso schwerer fällt dem die Entscheidung.
    Bei Internetshops habe ich es hingegen lieber, wenn ich soviele Produkte wie möglich sehe und mich nicht erst durch zig Seiten klicken muss um das gesuchte Produkt zu sehen.

    Antworten Teilen
  2. von Tobias Scheible am 11.11.2011 (14:28 Uhr)

    Das sieht doch sehr nach Cyberport aus ;-)

    Antworten Teilen
  3. von Produkt listen am 11.11.2011 (16:07 Uhr)

    Die Darstellung, Sortierung usw. macht auch viel aus. Die Amazon und Ebay Apps sind eigentlich nett, aber die fehlende Sortierbarkeit zwingt einen doch zu oft zum Desktop.
    Auch fehlende Infos zwingen einen zum erhöhten angucken mehrerer Produkte.

    Viele Leute kommen mit Computern überhaupt nicht klar und wollen das auch nicht, vermute ich mal. Evtl ist das mit ein Grund.

    Am Touchscreen muss man auch versehentliche Fehlklicks mitrechnen. Hat man das auch mal gemacht ?
    Wenn ich 4 quasi-identische gleichpreisige Zahncremes vom gleichen Hersteller im Supermarkt sehe, würde ich auch gerne wissen, worin die sich unterscheiden. Da sind die Hersteller von Konsumprodukten oft auch selber schuld obwohl dort sogar vielleicht mit die meisten Werbe-Zilliarden dahinter stecken.

    Kommentar irgendwo: Bei Walmart hat man ein 10 Meter*2 Meter Regal voller Ketchup-Sorten (oder auch bei Edeka u.ä. halt nur 1mx2m) und muss für den Weg zur Kasse 5 Minuten einrechnen (leicht übertrieben dargestellt). Bei Tesco(?) (hier Lidl, Aldi) hat man nur 2 Sorten und ist ratz-fatz mit dem Feierabend-Einkauf fertig.
    Das kann auch ein Grund sein. Speziell vielleicht bei bestimmten Produkt-Arten wie z.B. Taschentücher, Bleistiften oder Büroklammern.

    Antworten Teilen
  4. von Fab am 11.11.2011 (17:08 Uhr)

    Tja, einfacher ist oft mehr ;)

    Antworten Teilen
  5. von psren am 12.11.2011 (08:48 Uhr)

    Naja, so verwunderlich ist das nicht :-D
    Interessanter wäre es wenn im A/B Test die rechte Auflistung nur 3 Produkte oder maximal 5 hätte.
    Eventuell wie beim Dell-Shop.

    Antworten Teilen
  6. von B. Gölz am 14.11.2011 (09:34 Uhr)

    Die Beobachtung, dass weniger Auswahl besser sein kann habe ich auch schon gemacht. Trotzdem ist das vorgestellte Ergebnis nicht wirklich hilfreich: Aufschlussreich wäre es zu wissen, welche der beiden Varianten am Ende die höhere Kaufrate (Konversion) aufzuweisen hat. Dass nur mehr Detailseiten angeklickt wurden muss ja noch lange nicht heißen, dass es den Kaufentschluss auch begünstigt hat.

    Antworten Teilen
  7. von mario am 14.11.2011 (09:43 Uhr)

    was mich wundert - vielleicht kann mir das jemand erklären...
    warum nutzt amazon (die immer sehr viel testings am laufen haben) dann keine vertikalen listen?

    freue mich über ein feedback :-)

    Antworten Teilen
  8. von wunschcurry am 14.11.2011 (11:01 Uhr)

    Ist ja witzig wo ich das hier lese.

    Ich habe mich auch mit den Ansichten beschäftigt und für meinen Shop eine für mich neue Ansicht entwickelt. In meinem Fall bzw. bei den Produkten bietet sich das ganz gut an.....denke ich.

    Es ist eine komprimierte Anzeige aller Artikel dieser Kategorie und man wählt die Artikel über eine Checkbox aus. Wenn man fertig ist, fügt man sämtliche Artikel mit einem Klick in den Warenkorb ohne dahin zu springen.

    Antworten Teilen
  9. von Henryk am 20.11.2011 (16:29 Uhr)

    Guter Beitrag, aber ich denke man kann das nicht einfach pauschal beantworten, ob vertikal oder grid besser perfomt. Es kommt auf den Shop an, die Produkte, die Anzahl der Produkte, ob es beratungsintensive Produkte sind usw. Die wichtigste Erkenntnis meiner Ansicht nach: testen, testen, testen.

    Antworten Teilen
  10. von Olga am 24.05.2012 (16:45 Uhr)

    Ich glaube, das Problem ist nicht nur im erwähnten "Paradox of Choice", sondern darin, dass Galerien die Kunden irritieren und es fällt dem Kunden schwer, sich zu konzentrieren und das Nötige zu finden. Nicht umsonst sagt man, je weniger Elemente im Onlineshop, desto besser. Wie es sich herausgestellt hat, ist es auch für Produktpräsentation besser.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Blog
Store2be: Die A/B-Tester des Offlinehandels
Store2be: Die A/B-Tester des Offlinehandels

Die Idee der Pop-up-Stores gibt es schon seit Jahren. Das Startup Store2be will die temporären Aktionen nun messbar machen – mit Hilfe von Performance-Marketing. » weiterlesen

Dieses Startup verwandelt euren Instagram-Account in einen Online-Shop
Dieses Startup verwandelt euren Instagram-Account in einen Online-Shop

Mit HeroZebra könnt ihr aus einem Instagram-Account ganz einfach einen Online-Shop machen. Wir verraten euch, wie das funktioniert. » weiterlesen

Bestellverbot im Online-Shop? Geht nicht, urteilt ein Gericht
Bestellverbot im Online-Shop? Geht nicht, urteilt ein Gericht

Ein Online-Händler darf unliebsamen Kunden das Bestellen in seinem Online-Shop nicht verbieten, ein virtuelles Hausrecht existiere nicht. Allerdings kann der Online-Händler Bestellungen ablehnen. » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?