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E-Commerce

Onlineshop-SEO: So vermeidest du Duplicate Content

    Onlineshop-SEO: So vermeidest du Duplicate Content
Foto: kallejipp / photocase.com

Duplicate Content kann direkte Auswirkungen auf die Position einer Website in den Suchergebnissen bei Google und anderen haben: Gemeint sind damit Inhalte, die gleich oder ähnlich unter verschiedenen Adressen (URLs) auftauchen. Dieses Problem gibt es gerade auch bei Onlineshops. Dieser Artikel zeigt, wie man das vermeidet.

Duplicate-Content-Probleme sind bei einer Vielzahl der Websites im Netz in der einen oder anderen Form vorhanden. Mal ist beispielsweise die Startseite über verschiedene URLs erreichbar:

  • www.beispielseite.de
  • www.beispielseite.de/index.html

...oder alle Inhalte der Domain sind mit und ohne www verfügbar:

  • www.beispielseite.de/produkt
  • beispielseite.de/produkt

Duplicate Content kann aber auch andere Ursachen haben. Besonders Shop-Systeme wie beispielsweise Magento oder Oxid besitzen von Haus aus dieses Problem, insbesondere was ihre Kategorie- und Kategorieunterseiten angeht.

Duplicate Content kann ein Grund sein, warum man mit seinem Onlineshop nicht so weit nach vorn kommt, wie man es selbst gern hätte. Der canonical-Tag kann hier helfen. Foto: kallejipp / photocase.com

Duplicate Content bei Magento und Oxid

Bei Shop-Systemen resultieren die Probleme in der Regel daraus, dass sich die Darstellungs- und Sortierweise der Kategorieseite in der URL an eigenen Parametern zeigt. Somit werden unterschiedliche URLs erzeugt, die aber identischen oder sehr ähnlichen Inhalt anzeigen.

Diese URLs sehen dann beispielsweise so aus:

Magento:

  • http://www.beispielshop.de/beispielkategorie.html?mode=list
  • http://www.beispielshop.de/beispielkategorie.html?dir=asc&mode=list&order=name

Bei Magento stehen beispielsweise Parameter wie mode=list für die Darstellung als Liste und order=name für die Sortierung anhand des Namens.

Oxid:

  • http://www.beispielshop.de/index.php?tpl=&_artperpage=30&cl=alist&searchparam=&cnid=4_1310000000
  • http://www.beispielshop.de/index.php?stoken=C57CE11F&force_sid=&cnid=4_1300000000&listorder=asc& cl=alist&listorderby=oxtitle

Beim Oxid Shopsystem steht artperpage=30 beispielsweise für die Darstellung von 30 Produkten gleichzeitig und listorderby=oxtitle fürs Sortieren über den Produkttitel.

Diese Problematik haben natürlich auch die Hersteller und Entwickler erkannt und so bietet das Shopsystem Oxid bereits seit Ende 2009 (Version 4.2.0) die automatische Generierung von „canonical-Tags“ an und nahezu jede SEO-Extension für Magento bietet die Möglichkeit des Einsatzes einer „Canonical URL“. Was damit gemeint ist, erkläre ich gleich noch. Kurz gesagt geht es darum, gegenüber Suchmaschinen festzulegen, welche von den vielen ähnlichen Seiten denn diejenige ist, die gewertet werden soll.

Aber es gibt noch weitere Features, die für Duplicate Content sorgen können.

Duplicate Content durch Paginierung

Auch die Paginierung kann ein Problem sein, also die Aufteilung langer Texte oder von vielen Inhalten in Teilstücke und die Vergabe einer Nummerierung.

Hier ein Beispiel für Paginierung auf der Google Suchergebnisseite:

Paginierung auf der Google Suchergebnisseite

Die Paginierung ist meiner Meinung nach heute keine optimale Präsentationsform mehr für Webinhalte. Natürlich hat sie Ihre Daseinsberechtigung und ist manchmal nicht zu vermeiden (siehe Google), aber häufig kann man sie umgehen. Dazu nehmen wir mal an, wir haben einen Onlineshop für Gartenbedarf und eine Kategorie mit über 200 Produkten z.B. Pflanzensamen.

Schritt 1: Weitere Kategorien schaffen

Der erste Schritt ist der Versuch, das Angebot weiter zu kategorisieren. In unserem Beispiel mit dem Onlineshop für Gartenbedarf wären das bei den Pflanzensamen Unterkategorien wie: Frühblüher, Spätblüher oder Blumensamen, Grünpflanzensamen, Rasensamen, etc.

Bevor man also eine Paginierung vornimmt, sollte man sich immer überlegen, ob man die Produkte nicht weiter kategorisieren kann. Gleichzeitig erhält man so auch weitere Landingpages für detailliertere Suchanfragen. In unserem Beispiel: nicht nur für Pflanzensamen sondern auch für Blumensamen, Rasensamen, etc. Das ist wertvoller Longtail-Content, der sehr gezielt Besucher auf die Website bringen kann.

Schritt 2: Limitierungen überdenken

Häufig wird dem Nutzer bei Kategorie-Unterseiten mit einer Vielzahl von Produkten im ersten Schritt nur ein Teil des Angebotes angezeigt. Dabei ist die Begrenzung auf 10, 12 oder 15 Produkte veraltet und auch zum Teil auf geringe Bandbreiten vergangener Jahre zurückzuführen. Heute kann man Nutzern getrost 30, 50 und mehr Produkte mit Bild und Titel übersichtlich auf einer Seite präsentieren, ohne sie zu überfordern. Moderne User sind Scrollen gewohnt!

Natürlich sollte man die Ladezeit besonders bei den vielen Bildern nicht gänzlich außer acht lassen, sondern experimentieren, wo die Grenze des Erträglichen erreicht ist. Länger als fünf bis sechs Sekunden will niemand auf neue Inhalte warten und das ist somit vielleicht ein guter Richtwert. Und wie immer bei Bildern gilt: Bestmöglich komprimieren und idealerweise in CSS-Sprites zusammenfassen.

Bin ich dennoch gezwungen bei Kategorieunterseiten eine Limitierung einzusetzen, so sollte es immer eine „Alle anzeigen“-Seite geben. Diese vollständige Ansichtsseite der Pflanzensamen (um bei unserem Beispiel zu bleiben) gebe ich bei allen anderen limitierten und sortierten Ansichtsseiten über das canonical-Tag als bevorzugte Quelle an.

Bei der Sortierung der vollständigen Ansicht lasse ich das Nutzerinteresse entscheiden, also „meist verkaufte“ oder „meist gesuchte“ Produkte. Natürlich können sich auch einige „höchste Marge“-Produkte darunter schleichen...

Und auf Seite 2 lest ihr zum Thema Duplicate Content, was der canonical-Tag ist und wie er das Problem löst...

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10 Reaktionen
00sieben
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Lieber Gastautor, t3n-Team und Mitlesende,

wie mache ich es jetzt korrekt? Habe durch mein System folgendes Problem und es gibt kein einfaches Plugin dafür - muss es also händisch machen. Nur wie? Was muss ich wie stricken?

Wie im Beispiel oben erzeugt eine Paginierung und Listenansicht der Artikel (10, 50, 100) folgende duplicate Content URLs:

http://www.beispielshop.de/beispielkategorie.html ist auch über
http://www.beispielshop.de/beispielkategorie.html?mode=list und
http://www.beispielshop.de/beispielkategorie.html?dir=asc&mode=list&order=name

erreichbar. Die letzten beiden URLs werden dynamisch unter Hinzunahme eines oder mehreren Parameter-Wertes generiert. Was, wo, wie soll ich hier das Canonical setzen?

Canonical-Tag auf der Seite
http://www.beispielshop.de/beispielkategorie.html auf sich selbst?

Danke!

Antworten
murry
murry

Naja, meiner Erfahrung nach wird das Duplicate Content Problem das auf der Wiederholung von Inhalten durch dynamische Seiten innerhalb einer Webseite Seite beruht, überbewertet, bzw. ist so gar nicht existent. Im Gegenteil - da wird von Möchtegern SEOs oft viel kaputt gemacht indem vermeintlicher Duplicate Content entfernt wird, der in Wirklichkeit gar keiner ist.

Viel gravierender ist das Problem, daß die meisten Shopseiten lediglich aus Produktbeschreibungen des Herstellers bestehen die sich zu Dutzend auf anderen Shops wiederfinden. Da nützt dann auch der Canonical Tag nix.

Antworten
Khalil Agheli Zadeh

@Thomas Wacker
Wie Du selber so schön sagst: "bevorzugst Du bzw. Deine Zielgruppe die Paginierung" Wunderbar dann bleib dabei, der Erfolg gibt Dir Recht! Darum hab ich auch geschrieben "meiner Meinung nach". Ich gehöre wohl eher zur jungen Generation;-)

Was Paginierung und SEO bzw. Keyword-Spamming angeht, so muss Dein CMS aber auch die nachfolgenden Seiten mit einzigartigen Titeln bestücken. Shopsystem neigen dazu Titel gleich zu belassen und nur die URL ändert sich. Das wird Dir als Seitenbetreiber dann anschließend in den Google Webmaster Tools bei den HTML Vorschlägen als Doppelte "title" Tags angezeigt.

Und wenn SEO mit etwas zu tun hat, dann doch mit Conversions und Usability!
Deswegen auch der Abschnitt mit der Wahl der richtigen Ziel-URL für den canonical-Tag. So kannst Du weiter die Paginierung betreiben, aber dem Suchenden die "Alles Anzeigen" Seite in den Suchergebnissen anzeigen lassen. Schließlich findet der Suchende dann beispielsweise zum Thema Blumensamen, auch wirklich alle meine Blumensamen auf einen Blick (oder wenigen Drehungen am Scrollrad;-).

@Heiko
Richtig und zudem sehr wichtig! Man Du bist aber auch immer up to date;-)

@Björn Puls
Ich halte von so generellen Aussagen wie: "eine Navigation die tiefer als in eine 4 Ebene geht sollte aus Usabilitygründen vermieden werden" nicht viel. Genauso wie es beim Design, Layout und dem Einsatz der Paginierung auf die Zielgruppe und die Berücksichtigung von Konventionen geht, so gilt dies auch für Navigationsebenen auf einer Webseite.
Wenn es mein Angebot notwendig macht, dann gibt es halt 8 Ebenen. Baue ich meine Webseite von vornherein mit einer intelligenten Linkarchitektur auf, dann schadet das weder Nutzern noch meinem Ranking. Natürlich sollten arg verschachtelten Webseiten Sitemaps (HTML, XML) bereitstellen und besonders wertige Inhalte von der Startseite verlinken.

Antworten
Björn Puls

Weitere Unterkategorien bedeuten natürlich auch längere Klickwege, eine Navigation die tiefer als in eine 4 Ebene geht sollte aus Usabilitygründen vermieden werden. Ansonsten wie Herr Wacker sagt, es kommt auf dier Zielgruppe an...

Antworten
Werbejunkie

Vielleicht sollte man als einen der wichtigen Punkte noch hinzufügen, dass Shopbetreiber nicht ständig losziehen sollen und die Texte ihrer Konkurrenz "klauen", nur weil sie entweder zu faul oder zu geizig sind, sich selbst eigene Texte einfallen zu lassen. Im Laufe der Jahre habe ich x "Kollegen" deswegen anschreiben und auch abmahnen dürfen. Aus meiner Sicht eine Plage ohne Ende :-(

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heikoeckert
heikoeckert

Definitiv wichtig zu erwähnen: Der Canonical-Tag kann jetzt auch via Header ausgegeben werden:
http://googlewebmastercentral.blogspot.com/2011/06/supporting-relcanonical-http-headers.html

Antworten
Thomas Wacker
Thomas Wacker

Ich denke, dass Paginierung durchaus auch aus SEO-Gründen wichtig ist. Stichwort "Keyword Spamming". Außerdem kann man sich vermutlich darüber streiten, ob ein Produkt dass im 249. HTML-Element der Seite 1 eine bessere Relevanz hat, als im 15. der Seite 3... ;-)

Aus Usability-Gründen bevorzuge ich (derzeit) eine ordentliche Paginierung ohne viel Scrollen, damit der Benutzer auch sofort sieht, dass es weitergeht ohne den Scrollbalken zu beachten (OK, das hat nichts mit SEO zutun, aber mit Konversion). Zudem kommt es auch auf die Ziel-Gruppe eines Shops an. Produkte für ältere Semester werden vermutlich eine klassische Bedienform bevorzugen ("im Katalog blättert man ja auch"). Durch alternative Bedienweisen ala Facebook (runterscrollen -> Content nachladen) wird sich natürlich das Nutzerverhalten in den nächsten Jahren verändern. Das "Überfrachten" von Seiten ist meiner Erfahrung nach kontraproduktiv.

Antworten
Jan Tißler

Also abgesehen davon, dass es in dem Beitrag nun eindeutig um Onlineshops geht und nicht um eine News-Website wie t3n.de, brauchen wir offensichtlich einen Disclaimer für solche Artikel ;-) In etwa so:

„1. Die in diesem Artikel wiedergegebenen Tipps sind Empfehlungen des jeweiligen Autors, die befolgt oder ignoriert werden können. Vor allem ist im Einzelfall zu entscheiden, welcher Tipp überhaupt zutrifft oder nicht. Ein solcher Post kann naturgemäß nur allgemeine Empfehlungen, Richtlinien und Erfahrungswerte weitergeben. Diese Tipps sind begründet, sind aber deshalb keine absoluten Wahrheiten.

2. Es ist somit nur logisch, dass auch t3n.de selbst nicht allen Tipps folgt, die in diesem Artikel gegeben werden. Das kann, wie überall, verschiedenste Gründe haben. Ganz abgesehen davon, dass der Autor nicht Mitarbeiter von t3n ist und nicht dafür zuständig ist, auf t3n.de diese Dinge zu entscheiden. Siehe ergänzend dazu 1.“

Würde es damit klarer? ;-) Finde es ziemlich ermüdend, so oft unter Artikeln mit hilfreichen Tipps und Tricks erst einmal zu lesen, dass auf t3n.de aber X anders gemacht wird und Y anders gelöst ist. Es gibt eben nicht nur eine Wahrheit, wir machen nicht immer alles perfekt „richtig“ (wofür es, wie jeder weiß, diverse Gründe geben kann) und trotzdem können die Tipps aus dem Artikel gute Tipps sein... die wir vielleicht später auch umsetzen, oder auch nicht ;-)

Die Paginierung ist bei uns zum Beispiel durchaus umstritten, aber es gibt gute Gründe dafür und dagegen. Das sollte aber eigentlich niemanden überraschen ;-) Auf einer News-Website wie t3n.de bedeutet tatsächlich nahezu jeder Klick Geld, während er in einem Onlineshop hingegen Geld kosten kann, weil die Nutzer eventuell abspringen. Ganz abgesehen vom Duplicate-Content-Problem, um das es in diesem Artikel hier geht und das es bei einem paginierten Newsbeitrag logischerweise gar nicht gibt ;-)

Mich würde ja viel mehr interessieren, ob ihr denn nun die angesprochene Paginierung in Onlineshops (!) ebenso kritisch seht wie Khalil und was ihr von den anderen Tipps und Hinweisen haltet. Wäre ganz schön, wenn sich die Diskussion jetzt wieder ums Thema drehen könnte.

Antworten
Khalil

@thomas und @gbreitenberger

Herrlich;-) Super Beispiel! Darum beginnt der Name des Artikels auch mit Onlineshop-SEO, Online-Magazine haben keine DC-Probleme;-)

Antworten
gbreitenberger
gbreitenberger

Zitat:

Die Paginierung ist meiner Meinung nach heute keine optimale Präsentationsform mehr für Webinhalte:

Genau deshalb wurde der Artikel wohl auf 2 Seiten aufgeteilt ;)

-> Und auf Seite 2 lest ihr zum Thema Duplicate Content, was der canonical-Tag ist und wie er das Problem löst...

Warum machen das die Portale? Ganz einfach weil zwei Seitenaufrufe mehr sind als ein Seitenaufruf -> Pageviews erhöhen sich -> mehr Traffic und damit mehr Einnahmen durch die Werbeschaltungen / Banner.

Antworten

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