Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Analyse

Onlinewerbung ineffizient? Procter & Gamble streicht 140 Millionen Dollar Werbebudgets

    Onlinewerbung ineffizient? Procter & Gamble streicht 140 Millionen Dollar Werbebudgets
Von Pampers bis Gilette: P&G steht für eine Vielzahl an Produkten des täglichen Lebens. (Foto: P&G)

Mit Procter & Gamble hat jetzt erstmals ein Weltkonzern seine Onlinewerbung drastisch reduziert – nach eigenen Aussagen ohne große Auswirkungen. Die Debatte um Werbewirkung und Steuerbarkeit geht damit weiter.

Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble hat in den USA sein Engagement in Onlinewerbung drastischen Einsparungen unterzogen. Insgesamt wurden im zweiten Quartal Werbemaßnahmen in Höhe von 140 Millionen US-Dollar abgeblasen. Und das, wie das Unternehmen gegenüber dem Wall Street Journal erklärt, „ohne große Auswirkungen auf die Geschäftszahlen, was beweist, dass diese Digital Marketing Spendings weitgehend wirkungslos sind“.

Das Unternehmen hatte laut Finanzchef Jon Moeller vor allem solche Maßnahmen gecancelt, bei denen die Gefahr besteht, dass Bots zum Einsatz kommen und die Kunden gar nicht wie vorgesehen die Werbung ausgespielt bekommen. Auch Werbung in inhaltlich fragwürdigen Umfeldern sei weitgehend reduziert worden. Damit bemüht sich das Unternehmen zu Recht um effektive und zielgruppengerechte Ausspielung. Procter & Gamble hatte sich dabei nach eigenen Angaben vor allem auf datengetriebene Analyse verlassen und konnte „im Ergebnis keinen Wachstumseinbruch erkennen“, wie Moeller erklärt.

Dass Procter & Gamble bei den Online-Ausgaben auf die Bremse gedrückt hat, ist kein Geheimnis. Schon vor einigen Wochen berichtete Nielsen, dass Procter & Gamble seine Online-Budgets um zwei Drittel gekürzt hat, obwohl das Unternehmen insgesamt fast 400 Millionen US-Dollar mehr für Werbung ausgibt.

Werbewirkung: Onlinewerbung auf dem Prüfstand

Alles in allem heizt das natürlich die Diskussionen in den Media-Agenturen an. Denn einerseits kann keine Werbegattung für sich verbuchen, besser messbar zu sein als der Onlinebereich – nirgends stehen mehr sinnvolle (und auch etliche sinnfreie) KPIs zur Verfügung, mit denen man dem Kunden vermitteln kann, was seine Ausgaben bewirken. Andererseits gibt es aber auch eine Vielzahl weicher Faktoren bei der Ausspielung von Werbung: Eine Anzeige auf einem Portal mit (nennen wir es) niederschwelliger Unterhaltung wird einfach besser geklickt als eine auf einem Fachportal, das sich an bestimmte zahlungskräftige Zielgruppen richtet – und den Unterschied sieht der Kunde meist erst auf den zweiten Blick.

Doch ganz so einfach ist das Online-Werbe-Bashing nicht, wenn man mit einer ehrlichen und fairen Sichtweise an das Problem herangeht. Was fehlt, sind weder Messgrößen noch passendes Inventar auf den Portalen und Websites. Was vielmehr großen Teilen der Branche abgeht, ist die Fähigkeit zur Selbstkritik: Einzusehen, dass rein auf Ausspielung basierende Erlösmodelle der Kundenbeziehung zwischen Unternehmen und Agentur nicht immer gerecht werden können.

Anzeige

Procter & Gamble will insgesamt 10 Milliarden Dollar sparen

Dass Procter & Gamble aktuell so auf die Kostenbremse drückt, ist Teil eines größeren Plans: Der Hersteller von Gilette-Rasierklingen und Pampers-Babywindeln (und vieler anderer Produkte des täglichen Lebens) steht unter dem Druck verschiedener Investoren. CEO David Taylor hat sich seit seinem Amtsantritt 2015 einen strengen Sparkurs mit dem Ziel der Effizienzsteigerung auf die Fahnen geschrieben, der insgesamt 10 Milliarden US-Dollar Einsparungen bringen soll.

 

Finde einen Job, den du liebst

Schreib den ersten Kommentar!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Hinweis

Du hast gerade auf einen Provisions-Link geklickt und wirst in Sekunden weitergeleitet.

Bei Bestellung auf der Zielseite erhalten wir eine kleine Provision – dir entstehen keine Mehrkosten.


Weiter zum Angebot