Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Analyse

Onlinewerbung, die nervt: Google verschickt Mahnungen an rund 1.000 Publisher

    Onlinewerbung, die nervt: Google verschickt Mahnungen an rund 1.000 Publisher

Mit Google und Facebook gehören zwei große Player der Better-Ads-Initiative an. (Bild: quka / Shutterstock)

Google verschickt derzeit an rund 1.000 Publisher E-Mails, weil diese „hochgradig nervende, irreführende oder schädliche“ Onlinewerbung zeigen. Seitenbetreiber sollten das ernst nehmen.

Es erinnert an die gelbe Karte oder den blauen Brief – eine Warnung, die man nicht ignorieren sollte. Absender ist in diesem Fall Google, Empfänger sind rund 1.000 Publisher, wie das US-Werbefachblatt AdAge berichtet. Betroffen von den Warnschreiben sollen unter anderem Forbes, The Independent, der Chicago Tribune oder die Washington Times sein, aber auch ZDNet und PC-Mag sowie Eurogamer.

Onlinewerbung: So testest du die eigene Website

Dabei orientiert sich Google an der Better Ads Initiative, der sich neben dem Unternehmen aus Cupertino unter anderem auch Facebook, der Bundesverband der Digitalen Wirtschaft (BVDW), Unilever, Procter & Gamble, Group M und AppNexus angeschlossen haben. Ziel der Initiative sind Standards, die Online-Werbung auszeichnen sollen - etwa, dass auf das Herunterzählen bei Pop-ups verzichtet wird oder Mobile Ads nicht mehr als 30 Prozent des Bildschirms bedecken sollen.

Wer nicht dabei ist, sollte sich dennoch mit der eigenen Site beschäftigen: In den Google Webmaster Tools stehen dafür einige Berichte sowie Test-Tools zur Verfügung mit denen Website-Betreiber prüfen können, ob ihre Website Werbeformen enthält, die den Empfehlungen der Better-Ads-Initiative entgegenlaufen. Hierfür muss eine bestimmte Datei, die Google zur Verfügung stellt, auf die eigene Site hochgeladen werden. Das soll sicherstellen, dass Websitebetreiber zwar ihre eigene Site analysieren können, nicht aber Internetpräsenzen der Konkurrenz.

Hier hat Google bisher rund 100.000 Websites analysiert und rund ein Prozent davon beanstandet. Das Unternehmen hat sich dabei vor allem auf die großen und bekannten Websites fokussiert, während kleinere aufgrund der niedrigeren Reichweite ausgeklammert wurden. Immerhin 60 Prozent der Beschwerden betrafen europäische Websites, nur 40 Prozent amerikanische. Das verwundert insbesondere, wenn man aktuell amerikanische Medien-Websites mit deutschen vergleicht – und sieht, wie penetrant hier teilweise Werbung und Nag-Screens ausgespielt werden. Stolze 97 Prozent der beanstandeten Websites enthielten Popup-Werbung, während der Anteil bei den Mobile Sites bei „nur“ 54 Prozent liegt. Bei 21 Prozent der Mobilseiten wurde die Werbedichte beanstandet.

Anzeige

Warum du jetzt deine  Onlinewerbung auf den Prüfstand stellen solltest

Doch bei der Analyse sollte es nicht bleiben: Die Tatsache, dass Google keine konkreten Sanktionen androht, dürfte gut für die Diskussion rund um die ärgerlichen und irreführenden Werbeformen sein. Klar ist aber auch, dass für den Suchmaschinenbetreiber in den letzten Jahren stets die Erfahrung der Anwender im Vordergrund stand. Und dass Google bereits angekündigt hat, bestimmte Werbeformen ab dem kommenden Jahr aus seinem Browser Chrome zu verbannen. So muss der Druck gar nicht einmal über die Suchmaschinenergebnisse kommen, was aufgrund der marktbeherrschenden Stellung Googles in diesem Bereich die Kartellämter auf den Plan rufen dürfte.

Dabei versucht Google offenbar, sich gegen den Begriff des Werbeblockers zu wehren. Unterm Strich, so argumentiert das Unternehmen, werde man nicht pauschal sämtliche Werbung blocken, sondern nur bestimmte Werbeformen filtern, um damit den Publishern einige schlechte Gewohnheiten abzugewöhnen. Und gerade aufgrund des hohen Marktanteils, den Chrome inzwischen hat, wird das den Onlinewerbern einen empfindlichen Teil ihrer Grundlage entziehen. Offenbar steht die Better-Ads-Koalition bereits in Verhandlungen mit anderen Browserherstellern, damit diese sich im Interesse der Nutzer den eigenen Regeln anschließen.

Das könnte dich auch interessieren: 

Finde einen Job, den du liebst

3 Reaktionen
Big M
Big M

Und wiedermal ist googel Voll assi. Niemand braucht diese Internet Polizei. Die sollte jemand so schnell wie möglich abschaffen! Die verarschen alle und machen damit auch noch Profit! Ich hatte selbst admob in meinen Apps eingesetzt und dann hatte ich IS Werbung drin! Ganz Toll Google! Die sollten lieber vor der eigenen Haustüre Kehren und nicht andren die Lebensgrundlage wegnehmen.

Antworten
Hans

Ich finds toll. Es gibt sehr viel ungefragte und aufdringliche Werbung die auch noch unberechtigt vom mobile Internet wegfrisst.
Das sind bezahlte KB, die ICH nutzen will und nicht ungefragt irgendwelchen werbe Heinis in den Hals werfen!
Zumal die Werbung ohne hin murx ist... nichts für mich dabei. Was interessiert mich "wie jemand am Geldautomaten Millionen verdient oder ein angeblicher Peil Sender Diebe abhält?!" Alles abzocke!!!

Ich benutze 3 adblocker, damit auch nix mehr durchrutscht... ich will meine ganzen bisherigen GB zurück...

Wenn du auch so ein werbe Betrüger bist, von wegen verdiene 500 fantastilliarden in 0,3 Sekunden, dann macht dein Protest hier natürlich Sinn...

Antworten
Felix
Felix

Haltet ihr euch auch an dieses Abkommen? Ich nutze einen AdBlocker nur, weil mich PopUp-Werbung nervt und hier gab es sowohl mal so eine nervige Umfrage, als auch eine Werbung die sich irgendwie aufgeschoben hat. Beides ist für mich ein Grund sofort den AdBlocker anzuwerfen, wenn sich das geändert hat, dann mach ich ihn gerne wieder aus.

Antworten
Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden