Das klingt zwar nicht unbedingt nach revolutionärem Pathos. „Aber es geht darum, die Finanzbranche auf eine neue Philosophie einzuschwören“, so Simon Redfern, Initiator des Open Bank Project (OBP). So könne das „Public Development Modell“ dazu beitragen, Referenzapplikationen besser einzusetzen, Schwachstellen gemeinsam durch transparente Entwicklungsprozesse zu beheben und neue Features kostenfrei bereit zu stellen.
Das Projekt zielt somit darauf ab, mehr Transparenz im Bankwesen durch flexible und kundenfreundliche Lösungen zu fördern. Zu den Kernaufgaben dieser Qualitäts- und Transparenzinitiative gehören etwa intelligente Lösungen gegen Korruption und Betrug, um etwa mit Hilfe einer speziellen Software multiple Konten und Bankverbindungen in Echtzeit zu scannen.
Perspektivisch möchte die Initiative auf Basis von Open Source weitere Dienstleistungen wie Mobile-Payment-Gateways entwickeln und sukzessive in das Bankensystem integrieren. Hinter dem Open Bank Project steckt die in Berlin angesiedelte Softwarefirma Tesobe. Das Unternehmen mit OBP-Initiator Simon Redfern an der Spitze besitzt langjährige Erfahrung in den Bereichen Webapplikationen und -design, Datenbanken und Netzwerkadministration.
Noch steht die Initiative allerdings auf wackligen Beinen. Zum einen benötigt sie neben personeller Unterstützung auch flankierende Fördermittel der Europäischen Union. Zwingend angewiesen ist das OBP zudem auf die aktive Mitarbeit von Banken. Immerhin konnte mit der Fidor Bank AG bereits ein Institut gewonnen werden, das jedoch ohnehin im Web-2.0-affinen Umfeld agiert.
Über den Autor
Lothar Lochmaier arbeitet als Freier Fach- und Wirtschaftsjournalist in Berlin. Er bloggt leidenschaftlich gerne über neue Trends in der Finanzwelt und dem Bankwesen. Im Mai 2010 veröffentlichte er das Buch „Die Bank sind wir – Chancen und Zukunftsperspektiven von Social Banking“.
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