Wallen sieht die Gründe dafür vor allem in der Geringschätzung von OSS und damit auch deren Entwickler. Auch die Angst vor einem „Nachbauen“ ihrer proprietären Software als Open-Source-Projekt spiele eine wichtige Rolle. Doch dabei übersehen die Unternehmen schnell die Vorteile, die Open Source-Entwickler mitbringen. Fünf Vorteile bei der Arbeit mit Open-Source-Entwicklern stellt Wallen vor:
1. Offene Software - offener Entwicklungsprozess
Während die Entwickler von proprietärer Software sehr darauf bedacht sind, ihren Code und den dafür notwendigen Entwicklungsprozess unter Verschluss zu halten, um dann irgendwann ein fertiges Produkt zu präsentieren, ist die Entwicklung quelloffener Software auch selbst offen. Die Unternehmen können so in jeder Entwicklungsphase sehen, wie sauber ein Entwickler seinen Code schreibt und wie eng er an den Vorgaben arbeitet.
2. Open-Source-Entwickler bleiben immer am Ball
Betriebssysteme wie Microsoft Windows werden häufig verändert und verlangen Anpassungen der darauf laufenden Software. Die Entwickler von OSS sind seit vielen Jahren daran gewöhnt und können schnell darauf reagieren und einen Patch bereitstellen.
3. Open-Source-Entwickler arbeiten leidenschaftlich an ihren Projekten
Open Source ist für viele Entwickler auch eine Lebenseinstellung, die sie leidenschaftlich vertreten und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die Arbeit im Unternehmen übernehmen.
4. Sie leisten auch Support
Neben der Entwicklung von OSS können viele Open-Source-Entwickler auch bei den Support-Leistungen wichtige Dienste leisten. Gemeint ist hiermit nicht nur der Support von Endverbrauchern, sondern auch interner Support innerhalb der IT-Abteilung. So könnte beispielsweise ein lange Zeit vernachlässigter Apache-Server, an den sich sonst keiner herangetraut hat, auf den aktuellen Stand gebracht werden.
5. OSS spart Geld
Ein wichtiger Grund für die Entwicklung von OSS ist das Geldsparen. Ein einzelner Open-Source-Entwickler bringt einem die Unterstützung der gesamten Open Source Community ein. Von deren Wissen profitieren sowohl interne als auch externe Projekte. Wer bereits beendete Software-Projekte als Open Source veröffentlicht, könnte in den Blickpunkt der Open Source Community geraten und zum „Next Big Thing“ der Open-Source-Szene werden.
Am Schluss schreibt er:
Ich möchte nicht, dass jemand den Eindruck gewinnt, ich hielte Open-Source-Entwickler für besser als Closed-Source-Entwickler. Aber sie haben verschiedene Weltanschauungen und gehen an Dinge unterschiedlich heran. Lange Zeit haben Firmen aus verschiedenen Gründen vermieden, Open-Source-Entwickler einzustellen, aber ich habe immer zu meiner Aussage gestanden und werde das immer tun, dass Open-Source-Entwickler eine sehr gute Ergänzung für die IT-Abteilung sind.
Gibt es weitere Gründe, warum es sinnvoll sein könnte Open-Source-Entwickler einzustellen? Oder ist die Sichtweise von Jack Wallen am Ende gar Unsinn?


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