Das Open-Source-Betriebsystem für mobile Geräte Android hat einen besonderen Schwachpunkt: Die Offenheit des Systems erzeugt eine Vielfalt, die für Entwickler zum Teil frustrierende Folgen haben kann. Anders als bei den geschlossenen Systemen für iPhone und Blackberry gibt es nicht nur eine Version und relativ einheitliche Gerätetypen, sondern eine immer größer werdende Vielfalt, für die Entwickler jeweils angepasste Versionen ihrer Anwendungen bereitstellen müssen.
TechCrunch-Gründer Michael Arrington ist bekanntermaßen vom iPhone auf ein Android-Smartphone gewechselt, weil Apple die Google-Voice-Anwendung nicht zugelassen hatte. Von dem offenen Android-System hatte er sich weniger Restriktionen und eine höhere Kompatibilität mit seinem Lebensstil versprochen. Doch so richtig erfüllt haben sich seine Vorstellungen offenbar nicht. Die meistverwendete Version 1.5 von Android habe eine nicht perfekte Benutzeroberfläche und hinke der Hardware technisch hinterher.
In Gesprächen mit Anwendungs-Entwicklern für Android kam heraus, dass deren Arbeit frustrierend sei, da es mittlerweile eine große Vielfalt an Android-Versionen gebe, die jeweils eigene Versionen der Anwendungen verlangten. Die Weiterentwicklung sei auch deshalb schwierig, weil sowohl Abwärts- als auch Aufwärts-Kompatibilitäten häufig nicht gegeben seien. Die Entwickler sind demnach permanent dazu gezwungen, ihre Anwendungen anzupassen, wollen sie sie auf möglichst vielen Geräten ansiedeln.
Ein weiteres Problem für die Entwickler ist die Tatsache, dass sich bereits die ersten Hersteller vom Android Marketplace zurückgezogen haben. Auf ihren Geräten sollen nur maßgeschneiderte Anwendungen zum Einsatz kommen.
Sollte Google handeln?
Für Google könnten diese Probleme des Open-Source-Betriebssystems zu einer ernsthaften Probe der eigenen Strategie werden. Wie schafft man es, ein offenes System ohne große Restriktionen zu entwickeln, deren Entwicklung dennoch in geordneten Bahnen verläuft und sich nicht verselbständigt? Google sollte die Frustration der Entwickler sehr ernst nehmen, denn sie geben der Plattform die notwendigen Anwendungen - eine Leistung, die Google alleine nicht bewältigen könnte. Ein weiterer Grund zum Handeln liegt in der Verunsicherung der Verbraucher: Wer nicht weiß, welche Anwendungen in Gegenwart und Zukunft auf seinem Android-Handy laufen, könnte sich schnell den geschlossenen, aber validen Systemen der Konkurrenz anschließen.
Eine Möglichkeit wäre eine Art offizielles Signet, das dem potenziellen Käufer eines Android-Smartphones signalisiert, dass er es mit einem unmodifizierten Android zu tun hat - inklusive Marketplace. Diese Lösung würde niemanden einschränken und allein den Markt darüber entscheiden lassen.

















