Open Source Schweizer Open-Source-Dienstleister wehren sich gegen Microsoft-Deal

Falk Hedemann, 14.05.2009 - 10:48 | 2 Kommentare |  |  Teilen

Die Schweizer Bundesverwaltung hat einen 28 Millionen Euro schweren Drei-Jahres-Vertrag mit dem amerikanischen Softwareriesen Microsoft abgeschlossen. Daraufhin haben sich mehrere schweizer Open-Source-Dienstleister zusammengeschlossen, um eine verwaltungsrechtliche Klage einzureichen. Der Grund: Offenbar gab es für den Auftrag keine öffentliche Ausschreibung.

Bereits Anfang der Woche hatte die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) über die fragwürdige Auftragsvergabe des Schweizer Bundes berichtet. Bei dem in die Kritik geratenen Vertrag handelt es sich um einen Anschlussvertrag zur Verlängerung von bestehenden Lizenzen für Microsoft-Software mit einer Laufzeit von drei Jahren, für den die Schweizer Bundesverwaltung 42 Millionen Franken (rund 28 Millionen Euro) zahlt.

Fragwürdig an dieser Vergabe ist nach Ansicht der Open-Source-Dienstleister das zugrundeliegende Verfahren. Statt eine öffentliche Ausschreibung durchzuführen, wurde der Vertrag durch eine sogenannte „freihändige Vergabe” vergeben, bei der Aufträge auch direkt an bestimmte Unternehmen erteilt werden. Diese Praxis ist allerdings nur für Fälle vorgesehen, in denen es keine weiteren Alternativen auf dem Markt gibt.

Genau an diesem Punkt setzt die Kritik und die Beschwerde der Open-Source-Dienstleister an. Nach ihrer Auffassung gibt es genügend Alternativen im Open-Source-Bereich. Beispiele für den kostensparenden und erfolgreichen Einsatz von Open-Source-Lösungen gibt es tatsächlich einige. So setzen beispielsweise die Kantone Solothurn und Waadt oder das Schweizerische Bundesgericht seit Jahren auf Open-Source-Lösungen und sparen damit jährlich Millionen.

Die Swiss Open Systems User Group nennt mit den Städten München und Freiburg im Breisgau auch zwei öffentliche Verwaltungen aus Deutschland, die bereits auf Open Source umgestiegen sind oder dies gerade tun. Vom Umstieg der französischen Gendarmerie hatten wir schon berichtet.

Die Open-Source-Dienstleister haben nun in der Schweiz einen Interessenverband gegründet, um zukünftig eine fairere Vergabepraxis bei Verträgen der öffentlichen Hand erreichen zu können.

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2 Antworten zu “Open Source: Schweizer Open-Source-Dienstleister wehren sich gegen Microsoft-Deal”

  1. #1 oshelpdesk.org » Querverweise #4

    [...] Open-Source-Dienstleister gehen gegen die fragwürdige Auftragsvergabe des Schweizer Bundes vor. Dies berichtet t3n. Diese hatten ohne Ausschreibung einen Vertrag mit Microsoft abgeschlossen. Eine sogenannte [...]

  2. #2 Linkwertig: Musikindustrie, Kindle, Burda, Gmail » netzwertig.com

    [...] » Open Source: Schweizer Open-Source-Dienstleister wehren sich gegen Microsoft-Deal [...]

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