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Sichere Kommunikation: Open-Source-App Signal verschlüsselt Anrufe und soll bald auch WhatsApp Konkurrenz machen

Sichere Kommunikation: Open-Source-App Signal verschlüsselt Anrufe und soll bald auch WhatsApp Konkurrenz machen

Mit Signal bietet Open WhisperSystems eine kostenfreie, quelloffene iOS-App an, die VoIP-Telefonate mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ermöglicht. Mittelfristig sollen auch verschlüsselte Textnachrichten und eine Android-App hinzukommen.

Sichere Kommunikation: Open-Source-App Signal verschlüsselt Anrufe und soll bald auch WhatsApp Konkurrenz machen

Signal für iOS. (Screenshot: Open WhisperSystems)

Signal: Neue Open-Source-App ermöglicht die Verschlüsselung von Telefonaten. (Screenshot: Open WhisperSystems)
Signal: Neue Open-Source-App ermöglicht die Verschlüsselung von Telefonaten. (Screenshot: Open WhisperSystems)

Open WhisperSystems: Von RedPhone und TextSecure zu Signal

Open WhisperSystems bietet mit TextSecure seit einigen Jahren eine quelloffene, verschlüsselte Text-Messaging-App für Android an. Die Software wurde Ende 2013 auch direkt in den beliebten Android-Fork CyanogenMod integriert. Außerdem betreut das Open-Source-Projekt mit RedPhone eine Android-App zur Verschlüsselung von Telefonaten. Jetzt hat das Projekt auch eine iOS-App vorgestellt, mit der sich VoIP-Telefonate mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor ungewünschten Mithörern schützen lassen.

Die heißt Signal, ist kompatibel zur Android-App RedPhone und kann ab sofort aus Apples App-Store runtergeladen werden. Mittelfristig will Open WhisperSystems auch die Verschlüsselung von Textnachrichten über das TextSecure-Protokoll über die App ermöglichen. Außerdem sollen dann auch die beiden RedPhone und TextSecure in einer gemeinsamen Signal-App für Android aufgehen. Dann wird auch die verschlüsselte Kommunikation zwischen Nutzern beider Mobil-Betriebssysteme per Text oder Sprache aus nur einer App heraus möglich.

Signal: Open-Source-Projekt sorgt für verschlüsselte Telefonate

Um den Umgang mit Signal so einfach wie möglich zu gestalten, brauchen Nutzer lediglich die Telefonnummer ihres Gegenübers, um einen verschlüsselten Anruf durchzuführen. Das Projekt steht unter der freien GPL-Version-3-Lizenz. Wer will, kann sich den zugrundeliegenden Quellcode von Signal auf GitHub anschauen. Um Entwickler die aktive Beteiligung an der Weiterentwicklung der Plattform schmackhaft zu machen, hat Open WhisperSystems angekündigt, für jeden Pull-Request, der es in die Software schafft, einen Teil der Bitcoin-Spenden an den jeweiligen Coder auszuzahlen.

Vor allem wenn Signal auch die Möglichkeit bekommt, verschlüsselte Textnachrichten zu versenden und es auch für Android eine identische Lösung gibt, könnte sich die Open-Source-App als echter Standard für sichere Kommunikation etablieren. Wir dürfen also gespannt sein, wann Open WhisperSystems seine hochgesteckten Ziele erfüllen wird. Für die Öffentlichkeit, die nicht zuletzt durch die Snowden-Enthüllungen immer häufiger verschlüsselte Möglichkeiten zur Kommunikation sucht, aber auch für Unternehmen aus Bereichen, in denen Industriespionage keine Seltenheit darstellt, birgt die Arbeit des Open-Source-Projekts einiges an Potenzial.

Signal - Private Messenger
Preis: Kostenlos
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Eine Antwort
  1. von Peter P am 30.07.2014 (11:58 Uhr)

    Ich finde es gut, dass es viele neue Tools zur Verschlüsselung gibt, die endlich auch mal für weniger technophile Menschen ausgelegt sind. Allerdings bleibt ein immenses Vertrauensproblem, wenn sie aus den USA kommen. Selbst wenn aktuell keine Hintertür eingebaut ist, ist wohl damit zu rechnen, dass über kurz oder lang per Gesetz eine erzwungen werden wird :(

    PS: Manchmal ist unser TMG schon eine angenehme Sache, z.B. wenn man sehen möchte, wer sich überhaupt für ein Projekt verantwortlich zeichnet...

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