OpenLeaks will Tools zur Verfügung stellen
„Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen persönlicher Transparenz und gesellschaftlicher Transparenz“, so Domscheit-Berg. „Und die Transparenz von Individuen, wie wir sie auf Facebook sehen, hat keinen gesellschaftlichen Wert. Radikale Transparenz hat nichts mit Social Media zu tun“. Die Transparenz, die OpenLeaks wolle, sei eine andere, eine gesellschaftliche. Anders als WikiLeaks will OpenLeaks dabei lediglich Tools zur Verfügung stellen, die es auf der einen Seite jedermann ermöglichen, Missstände öffentlich zu machen, und auf der anderen Seite Organisationen jeglicher Art ermöglichen, die Informationen zu verwerten. „OpenLeaks soll lediglich ein Tool sein, um Dinge, die in der Welt falsch laufen, öffentlich zu machen.“ Entscheidend sei, dass OpenLeaks nicht zum politischen Instrument wird, in dem die Macher einzelne Partner gezielt auswählen und andere ausschließen.
Wie das genau gelingen soll, konnte Domscheit-Berg auf der DLD-Bühne nicht final beantworten. „Die Frage danach, wie viel Transparenz gut ist, kann nur beantwortet werden, wenn verschiedenste Parteien daran beteiliegt sind und die Gesellschaft diese Frage aktiv diskutiert.“ Im Februar startet OpenLeaks eine Testphase mit sechs Partnern, um erste Erfahrungen mit der entwickelten Plattform zu sammeln. Einen festen Termin für den offiziellen Start gibt es derzeit noch nicht.
Noch mehr spannender Lesestoff zu WikiLeaks, OpenLeaks und Daniel Domscheit-Berg alias Daniel Schmitt auf t3n.de:
- OpenLeaks: WikiLeaks-Aussteiger starten eigene Plattform
- WikiLeaks: Bank of America dreht Geldhahn zu
- WikiLeaks: US-Justiz fordert Twitter-Nutzerdaten
- Amazon verbannt WikiLeaks von seinen Servern
- WikiLeaks veröffentlicht 251.287 vertrauliche Telegramme
- Stress bei Enthüllungsplattform Wikileaks – deutscher Sprecher weg
- Wie WikiLeaks ans Licht bringt, was andere im Dunkeln lassen wollten




4 Answers
von Rob 24.01.2011 (22:01Uhr) 1.
Der Mann hat es gut auf den Punkt gebracht.
Die von Facebook und Google und Konsorten propagierte angebliche Öffentlichkeit soll ja lediglich auf der Ebene individueller Bürger stattfinden. Eins der Hauptmerkmale davon wäre die bessere Vermarktungsfähigkeit von Personeninfos bei gleichbleibenden gesellschaftlichen Verhältnissen.
Facebook, Google, Xing, und wie sie alle heißen = Veröffentlichung von Individuen bzw. Konsumenten
WikiLeaks, OpenLeaks, etc. = Öffentlichkeit von Institutionen bzw. Machtstrukturen
Diese beiden Dinge sollten nicht vermischt werden.
Trotz aller Kritik hat WikiLeaks unserer freien Kultur eine riesigen Dienst erwiesen, denn alles hat sich damit irgendwie geändert (oder etwa nicht?) Dafür meine Anerkennung... und viel Erfolg für Open Leaks!
von OpenLeaks will Tools zur Verfügung stel… 25.01.2011 (06:20Uhr) 2.
[...] Noch mehr Lesestoff zu WikiLeaks und OpenLeaks [...]
von Helen 25.01.2011 (08:44Uhr) 3.
Vor Wochen hat er schon in Interviews behauptet, Openleaks würde am folgenden Montag starten. Um Aufmerksamkeit zu erhaschen, hat er Assange und Wikileaks schlecht gemacht. Interessantenweise hat D-B mit seiner Kritik gewartet, bis Assange verhaftet worden ist. Viele haben seinem Ansatz einer Leakseite zugestimmt, obwohl er nichts vorzuweisen hatte als einige vage Behauptungen.
Und es ist genau so gekommen, wie ich es mir damals gedacht habe. Openleaks ist bis heute nicht gestartet.
Liegt es daran, dass D-B nichts auf die Beine stellen kann? Ich weiß es nicht. Vor allem glaube ich ganz fest, dass sein Konzept nicht funktionieren wird. Openleaks bekommt keinen Content, deswegen startet es nicht.
von DreamWorks will WikiLeaks-Film produzier… 03.03.2011 (11:26Uhr) 4.
[...] Open Leaks: "Radikale Transparenz hat nichts mit Social Media zu tun" - t3n News, 24.1.2011 [...]