Vorheriger Artikel Nächster Artikel

OpenOffice.org: Oracle gibt kommerzielle Version schon wieder auf

wird nicht mehr als kommerzielle Version angeboten und wieder vollständig an die Entwickler-Community OpenOffice.org überführt. Wie jetzt bekannt gab, verzichtet das Unternehmen künftig auf eine Verkaufsversion der ehemals freien Bürosuite. Nachdem zuvor wichtige Entwickler das Open-Source-Projekt verließen und sich als „The Document Foundation“ neu formierten, um mit LibreOffice eigene Wege zu gehen, übergibt Oracle die Bürosoftware wieder in die Hände der Community. Kann Open Source damit einen Triumph über den kommerziellen Softwarevertrieb feiern?

OpenOffice.org: Oracle gibt kommerzielle Version schon wieder auf

OpenOffice.org und Oracle: Kein kommerzielles OpenOffice

Das Open-Source-Projekt OpenOffice.org und dessen Bürosuite OpenOffice kamen 2009 mit der Übernahme von Sun Microsystems in den Besitz von Oracle. Schnell schickte sich der Softwareriese an, das Projekt mitsamt des Produkts kommerzialisieren zu wollen. Doch führende Entwicker zeigten daraufhin ihren Protest gegen dieses Vorgehen und verließen OpenOffice.org. Als Ergebnis ging die Stiftung „The Document Foundation“ hervor, kurz TDF, die fortan mit LibreOffice ihre eigenes Projekt entwickelte.

Die Stiftung „The Document Foundation“ wurde gegründet, um OpenOffice.org unabhängig als LibreOffice weiterentwickeln zu können.

Mit LibreOffice hat die Stiftung der ehemaligen OpenOffice-Entwickler nun gegen Oracle triumphiert, so ein Bericht von Ars Technica. Viele User gaben bereits mit Bekanntwerden der Gründung von TDF an, künftig auf die neue offene Alternative und nicht auf die kommerzielle Version 3.3 von OpenOffice setzen zu wollen. Oracle hat deshalb das Nachsehen und jetzt auch das Einsehen: OpenOffice.org ist wieder mit der Entwicklung der Bürosuite betraut worden – LibreOffice hat die Attraktivität von Open-Source-Software demonstriert. Fraglich bleibt außerdem, wie Oracle mit der aus OpenOffice entwickelten Cloud-Lösung verfährt. Da auf der Website bereits Informationen zu diesem Oracle Cloud Office verschwunden seien, ist wohl von einer Einstellung des Prjekts auszugehen, so Ars Technica.

Die Macht von Open Source und die Autonomität von Entwicklergemeinschaften habe sich deshalb in dem Zweikampf zwischen TDF und Oracle bewiesen. In der Folge hätten weitere Open-Source-Projekte ihre Unabhängigkeit angekündigt, so der Bericht weiter. Ist jetzt auch MySQL auf dem Sprung zur einstigen Freiheit?

Weiterführende Links:

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
3 Antworten
  1. von axxl am 19.04.2011 (10:44 Uhr)

    "Viele User gaben bereits mit Bekanntwerden der Gründung von TDF an, künftig auf die neue offene Alternative und nicht auf die kommerzielle Version 3.3 von OpenOffice setzen zu wollen."

    Das ist mit Verlaub gesagt Mumpitz.

    Es hätte kein OpenOffice.org-Nutzer zur kommerziellen Version wechseln *müssen*, es gab und gibt (ebenso wie es zu SUN Microsystems Zeiten Star Office UND OpenOffice.org gab) immer parallel eine Open-Source-Version. Siehe http://www.openoffice.org/

    Mittlerweile steht soviel Unfug über OOo geschrieben, dass man sich fragt, wer hier patzt: Oracle, indem es sich nicht konkret äußert, die Journalisten, die es offenbar mit der Sorgfaltspflicht nicht so genau nehmen (übles Beispiel ist hier das Linux-Magazin) oder die beteiligten Projekte, die sich in teilweise spätpubertärer Art und Weise in den Haaren liegen.

    Mir ist es wursch, welcher Name drauf stehtt, ich benötige langfristige Zuverlässigkeit und eine stabile Software. Mitarbeiten in der Community mag ich nicht mehr.

    Antworten Teilen
  2. von Jan Borns am 19.04.2011 (10:50 Uhr)

    @axxl
    Es ist in der Tat ein regelrechtes Wirrwarr um das Projekt. Die von dir zitierte Passage bezog sich auf die Kommentare unserer Leser, die unter unsere Meldung der Bekanntgabe von LibreOffice/TDF en gros und breitwillig ihren Umstieg verkündeten. Das hätte deutlicher herausgestellt werden müssen, da hast du Recht.
    Bzgl. der Patzerfrage: Da können sich wohl allem Anschein nach alle drei Parteien die Hand reichen.

    Antworten Teilen
  3. von Thomas Mitzka am 20.04.2011 (14:55 Uhr)

    Lieber Herr Borns,
    kein Entwickler hat das OpenOffice.org Projekt verlassen, denn die sind alle Angestellte von Sun Microsystems gewesen bzw. noch bei Oracle angestellt.

    Ob die Entwickler auch in Zukunft bei Oracle angestellt bleiben werden, dass steht auf einem anderen Blatt.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema OpenOffice
t3n sucht freie Autoren (m/w) für das Ressort „Entwicklung & Design“
t3n sucht freie Autoren (m/w) für das Ressort „Entwicklung & Design“

Du willst auf freier Basis schreiben, hast einen guten Stil und Webentwicklung und -design gehören zu deinen thematischen Steckenpferden? Dann haben wir was für dich: Wir suchen ab sofort freie … » weiterlesen

Mehr als nur hübsch: Was die Logos bekannter Tech-Marken wirklich bedeuten
Mehr als nur hübsch: Was die Logos bekannter Tech-Marken wirklich bedeuten

Wir sind täglich mit den Logos verschiedener Technologieunternehmen und Produkte konfrontiert. Aber was bedeuten sie eigentlich? Wir erklären euch 10 bekannte Tech-Logos. » weiterlesen

Leitfaden für Material Design: Google veröffentlicht Style-Guide für Android-Apps
Leitfaden für Material Design: Google veröffentlicht Style-Guide für Android-Apps

Die eigenen Apps hat Google schon weitestgehend an das neue Material Design angepasst. Damit App-Entwickler ihre Apps künftig anpassen können, hat Google einen Leitfaden erstellt. » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 38 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen