Zum ersten Geburtstag von OpenSocial wurde nicht nur gefeiert, sondern es wurden auch interessante Zahlen zur unabhängigen API-Entwicklungs-Plattform bekannt gegeben. So hat OpenSocial beispielsweise bereits 7.500 registrierte Entwickler, deren Programme mittlerweile 600 Millionen Nutzer erreichen. Schwergewicht unter den Social Networks, die OpenSocial verwenden, ist MySpace mit 4.600 verschiedenen Programmen, 135 Millionen installierten Anwendungen und 40 Millionen Nutzern.
Viele registrierte Nutzer kommen auch aus den Netzwerken von hi5, Orkut und Friendster. Insgesamt sind weltweit 315 Millionen über OpenSocial entwickelte APIs installiert.
Eine neue Version von OpenSocial wurde ebenfalls vorgestellt. Mit Version 0.9 soll die Entwicklung noch einfacher werden, damit auch weniger erfahrene Entwickler APIs erstellen können. Dazu soll u.a. ein WYSIWYG-Editor beitragen. Ein Veröffentlichungstermin wurde noch nicht genannt.
Auf der Geburtstagsfeier wurde eine Präsentation mit dem Titel "State of the Union" gezeigt.
Hintergrund
Als Anfang November 2007 von Google der Start einer Entwicklungsplattform für Benutzerschnittstellen (API) bekannt gegeben wurde, war nicht sofort klar, wie erfolgreich die offene Plattform werden würde. Ziel der Google-Initiative war es, einen Gegenspieler für die einige Monate zuvor mit großem Erfolg von Facebook gestartete f8-Plattform zu etablieren - und um somit die Entwicklung von APIs für Webanwendungen nicht nur in die Hände von Facebook zu geben.
Der Erfolg stellte sich dann aber sehr schnell ein. Nachdem auch die Spezifikationen von OpenSocial veröffentlicht waren, fanden sich einige gewichtige Mitstreiter für den offenen Standard. Neben LinkedIn, hi5, Friendster, Ning, Plaxo, Newsgator und dem Google-Produkt Orkut zählte hierzulande auch Xing zu den ersten Kooperationspartnern. Weitere Unterstützung gab es von Oracle und Salesforce.com, aber vor allem durch den Facebook-Konkurrenten MySpace, der sich schon kurz nach dem Start der Initiative angeschlossen hatte.
Die Zukunft
Google will OpenSocial zukunftsfähig machen und installiert mit Dan Peterson einen neuen Präsidenten, der zuvor als Produktmanager für das Google Web Toolkit verantwortlich war. Zudem rückt Alan Hurff von MySpace in den Aufsichtsrat vor.
Viel wichtiger als die personellen Veränderungen ist aber die Ankündigung, OpenSocial im Laufe des nächsten Jahres um eine standardisierte Plattform zur Monetarisierung innerhalb von Social Networks zu erweitern. Wie TechCrunch meldet, soll es sich dabei um eine Micropayment-Plattform handeln, die einen Standard für alle OpenSocial-Netzwerkdienste bieten soll. Demnach müssten die Nutzer zum Beispiel Kreditkartendaten nur einmal eingeben und könnten mit diesen Angaben einfach und sicher kleinere Beträge innerhalb von vielen Social Networks bezahlen.




