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Opera-Gründer stellt neuen Browser vor: Das steckt hinter Vivaldi

Opera-Gründer stellt neuen Browser vor: Das steckt hinter Vivaldi

Der Mitbegründer und langjährige Opera-Chef Jon von Tetzchner hat mit Vivaldi eine frühe Version eines neuen vorgestellt. Was der kann, und wo die Reise noch hingehen soll, verraten wir euch in diesem Artikel.

Opera-Gründer stellt neuen Browser vor: Das steckt hinter Vivaldi

Vivaldi. (Logo: Vivaldi)

Vivaldi: Opera-Mitbegründer ist unzufrieden mit der Entwicklung „seines“ Browser

2013 wechselte Opera von der eigenen HTML-Rendering-Engine zur WebKit-Engine. Im Zuge der Entwicklung wurde auch die Arbeit an der eigene JavaScript-Engine Carakan zugunsten von Googles V8-Engine eingestellt. Aber es gab für die Nutzer des Browsers auch offensichtlichere Einschnitte: Ab Version 15 von wurde der Funktionsumfang stark beschnitten. Damit konnten und wollten sich nicht nur viele Nutzer nicht anfreunden, auch der Firmenmitbegründer und langjährige Opera-CEO Jon von Tetzchner hatte mit der Entwicklung so seine Probleme.

„They made kind of a browser that’s more in line with most of the other browsers and doesn’t have a lot of features. The focus is in a way on making the browser disappear, and I think there’s a lot of people that want something different.“

Jon von Tetzchner über Opera (Quelle: Gigaom)

Jetzt ist von Tetzchner mit einem neuen Browser namens Vivaldi zurück. Noch handelt es sich dabei zwar nur um eine Vorabversion, dennoch lässt sich schon erkennen, wo die Reise hingehen soll. Es soll ein Browser für Power-User werden, die nicht dutzende Erweiterungen installieren wollen, um den gewünschten Funktionsumfang zu erhalten. Zwar sind einige der geplanten Features noch nicht oder nicht vollständig integriert, nutzbar ist Vivaldi aber im Grunde schon jetzt. Die Vorabversion ist für Windows, OS X und Linux verfügbar.

Vivaldi: So sieht die Vorabversion des neuen Browsers aus. (Screenshot: Vivaldi)
Vivaldi: So sieht die Vorabversion des neuen Browsers aus. (Screenshot: Vivaldi)

Vivaldi: Das kann der neue Browser des Opera-Gründers

Vivaldi setzt wie auch die aktuellen Opera-Versionen auf Blink und V8 von Google. Das User-Interface wurde auf Basis des JavaScript-Frameworks React entwickelt. Das sieht hübsch aus und erinnert zumindest dem Funktionsumfang nach an einigen Stellen an ältere Opera-Versionen. So gibt es eine Seitenleiste, die ihr wahlweise links oder rechts einblenden könnt. Hier bekommt ihr Zugriff auf eure Lesezeichen, einen noch nicht implementierten E-Mail-Client, ein Adressbuch, eure Downloads und Notizen.

Vor allem der Notizspeicher wurde clever gelöst. Vivaldi merkt sich nicht nur, welche Seite ihr gerade geöffnet hattet, als ihr die Notiz angelegt habt, sondern ihr könnt auch direkt einen Screenshot der Seite an eure Notiz hängen. Wer häufig auf dutzenden Seiten parallel unterwegs ist, kann Tabs einfach gruppieren. Power-User dürfen sich außerdem darüber freuen, dass sie alle Tastaturkürzel zur Bedienung des Browsers selbst festlegen können.

Bei Vivaldi ändert sich die Farbe des aktiven Tabs und mit ihr die der Navigationsleiste abhängig vom Farbschema der geöffneten Seite. Das ist ein netter Effekt, da inaktive Tabs jedoch weiß bleiben, hilft es nicht wirklich bei der schnellen Identifikation der Seiten, die sich dahinter verbergen. Mittelfristig soll der Browser außerdem Chrome-Erweiterungen unterstützen. Diese Funktion fehlt derzeit allerdings noch.

Fazit: Vivaldi hat potenzial

Einen Ersatz für Chrome, Safari, Firefox oder Opera dürfte Vivaldi für die meisten Power-User derzeit noch nicht darstellen. Dennoch sollten vor allem enttäuschte, ehemalige Opera-Nutzer die Entwicklung des Browsers im Auge behalten. Dass Vivaldi jemals einen sonderlich großen Marktanteil erobern kann, bleibt aufgrund der starken Konkurrenz vorerst allerdings unwahrscheinlich.

via gigaom.com

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6 Antworten
  1. von Daniel Baralic am 27.01.2015 (22:09 Uhr)

    -- "Vivaldi" --
    Auf den ersten Blick, kann ich t3n nur zustimmen: der Browser hat auf jeden Fall Potenzial. Viel strukturierter als Opera mit verbesserte Optik und mehr Funktionalitäten.

    Man sollte jetzt aber auch noch nicht zu viel von "Vivaldi" erwarten, da natürlich noch erhebliche Bugs vorhanden sind, die den Browser zum Absturz bringen (können).

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  2. von JK am 28.01.2015 (20:50 Uhr)

    Ich konnte mit dem "neuen" Opera nichts anfangen und bin dann zu Firefox gewechselt.
    Gerade probier ich Vivaldi aus. Es hat exakt das Look&Feel vom alten Opera.
    Da fühle ich mich sofort zuhause.
    Ein paar Bugs hat er aber noch. Öffnet man in Facebook eine weitere FB Seite in nem neuen Tab, ist man dort nicht mehr eingeloggt...

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  3. von Tarulia am 29.01.2015 (04:20 Uhr)

    Prinzipiell soll Vivaldi also mal das werden, was Opera 15+ von Anfang an hätte sein sollen, richtig? Derselbe Browser mit nur neuer Rendering Engine anstatt den Browser neu zu schreiben und eigentlich keine Features mehr zu haben, die herausstechen (und das sage ich als ursprünglich großer Opera Fan und immernoch -nutzer).

    Find ich gut, mal schauen wie sich das ganze entwickelt :)

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    • von Tarulia am 29.01.2015 (04:43 Uhr)

      Gerade mal kurz angetestet und jeder "alte" Opera Benutzer sollte sich sofort zurechtfühlen. Die Oberfläche ist zwar zeitgemäß updated worden, aber die Grundlegende Navigation ist noch exakt die gleiche. Ich mag den Browser jetzt schon, hoffe doch nur dass er sich schnell weiterentwickelt :) Davon ab wird Vivaldi ja auch von Opera indirekt mit weiterentwickelt, dadurch dass Opera mit an Blink arbeitet, was wohl etwas gutes sein sollte :)

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  4. von Jürgen Schulze am 30.01.2015 (09:12 Uhr)

    Lange Jahre war Opera mein No1-Browser. Bis die Entwickler und Entscheider auf die Idee kamen, Opera zu kastrieren.
    Danach bin ich auf Chrome umgestiegen und habe ihn mir mit Hilfe von Erweiterungen zurechtgebogen.
    Ich denke nicht, dass ein neues Browser noch Marktanteile gewinnen kann. Dazu braucht es wirkliche Knaller-Feature. Selbst definierbare Tastenkürzel knallen mir nicht genug.

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  5. von Chris am 30.01.2015 (09:56 Uhr)

    Klingt in der Tat sehr sehr gut! Ich bin von dem Prinzip "ich mache mein Programm so klein, dass es nichts mehr kann und lasse alle tollen Features von Drittanbietern entwickeln und per Plugins installieren", wie es heute fast jede Software fährt, nicht so 100% überzeugt. Habe viele schlechte Erfahrungen mit Chrome Extensions und Sublime Plugins gemacht.
    Bin froh, wenn in meinen Augen Grundfunktionalität in Zukunft wieder in house programmiert wird.

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