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Otto Group hält trotz geringem Umsatzwachstum an Investitionsstrategie fest

Otto Group hält trotz geringem Umsatzwachstum an Investitionsstrategie fest

Die Otto Group kündigt für 2014/15 nur eine einstellige Umsatzsteigerung an, bekräftigt aber die Notwendigkeit einer aktiven Investitionsstrategie und will sich so einen Innovationsvorsprung durch Wagniskapital erarbeiten.

Otto Group hält trotz geringem Umsatzwachstum an Investitionsstrategie fest

Die Otto Group verkündet die Jahresergebnisse für 2014/15. (Foto: Otto Group)

Die Otto Group hat am heutigen Vormittag in der Hamburger Innenstadt ihre jährliche Pressekonferenz zur Geschäftsentwicklung des E-Commerce-Geschäftsbereichs abgehalten. Die Veranstaltung fand am Sitz des Wagniskapitalgebers Eventures statt. An der Ortswahl war bereits zu erkennen, unter welchem Stern die Veranstaltung stehen sollte: Neben den Umsatzerwartungen des auslaufenden Geschäftsjahrs, stellte die Otto Group ihr Engagement am internationalen Beteiligungsmarkt der Digitalwirtschaft vor.

Zentrale der Otto Group in Hamburg-Bramfeld. (Foto: Otto Group)
Zentrale der Otto Group in Hamburg-Bramfeld. (Foto: Otto Group)

So geht es der Otto Group: Der Umsatz in Deutschland und dem Rest der Welt

Die Otto Group, die weltweite Nummer Zwei im Onlinehandel, befindet sich erkennbar weiterhin in der Transformation vom klassischen zum digitalen Handel: Der Anteil des E-Commerce am Handels- und Dienstleistungsgeschäft wächst dabei stetig in kleinen Schritten, so soll das Onlinegeschäft der Otto Group mit rund 6,3 Milliarden Euro mittlerweile weltweit einen Umsatzanteil von 65 Prozent einnehmen. Hochgerechnet wird der gesamte Unternehmensumsatz damit im Geschäftsjahr 2014/15 etwa 9,69 Milliarden Euro betragen. Die endgültigen Zahlen sind erst zum Ende des laufenden Geschäftsjahres ab dem 28. Februar verfügbar, weshalb es sich vorläufig noch um eine Prognose handelt – die wenigen noch verbleibenden Tage im Geschäftsjahr werden aber kaum noch eine größere Veränderung verursachen.

In Deutschland wird die Otto Group mit 100 Online-Shops zum Ende des Geschäftsjahres einen Online-Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro erreicht haben.

(Grafik: Otto Group)
(Grafik: Otto Group)
(Grafik: Otto Group)
(Grafik: Otto Group)

Einstellige Umsatzsteigerung im Onlinehandel bei Otto

Weltweit konnte die Otto Group eine Umsatzsteigerung von rund 2,5 Prozent erarbeiten, in Deutschland betrug das prognostizierte Umsatzwachstum im Onlinegeschäft rund 3 Prozent. Im Vergleich dazu hat Amazon in Deutschland ein Umsatzwachstum von 13 Prozent vorzuweisen, allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass der US-Konzern neben einem breiteren Produktangebot  seine Umsätze noch mit seinem hauseigenen Marktplatz erweitert. Ein weiterer möglicher Vergleich wäre der deutsche Modekonzern Zalando, der ein weltweites Wachstum von 26 Prozent vorweisen kann.

Gegen Ende des vergangenen Jahres hatte die Otto Group bereits eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr ausgesprochen. Für die geringe Umsatzsteigerung macht die Otto Group, neben einem wetterbedingt generell umsatzschwachen Textilmarkt in Deutschland, weltweit auch das schwierige Russland-Geschäft und die Unternehmenskonsolidierung verantwortlich. Der politisch bedingte Konjunktur-Knick in Russland hat bisher noch nicht dazu geführt, dass Aktivitäten zurückgefahren wurden – während der Pressekonferenz beschreibt Otto gegenüber t3n die aktuelle Unternehmensstrategie in Russland als „auf Sicht fahren“. Sinngemäß wird dabei das aktuelle Tagesgeschäft fortgeführt, bestehende Investitionen werden geschützt, aber das Investitionsvolumen wird nicht hochgefahren.

Otto Group erhofft sich Innovationsvorsprung durch Wagniskapital

Um sich bei der Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen einen Innovationsvorsprung zu sichern, will die Otto Group auch im kommenden Jahr auf Beteiligungen mit Wagniskapital setzen. Seit 1988 hat die Otto Group nach eigenen Angaben inzwischen einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in über 100 Beteiligungen der Digitalwirtschaft in mehr als 10 Ländern investiert. Der Fokus der Gründungen liege dabei vor allem auf Geschäftsmodellen im E-Commerce-, Mobile- und Software-Bereich, wie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hillebrand weiter ausführt. Hillebrand proklamiert für Otto eine lebendige Fehlerkultur und bekräftigt die Notwendigkeit im E-Commerce Geschäftsmodelle auch im Trial-&-Error-Verfahren zu erproben.

Die Otto Group ist sowohl im Venture-Capital-Bereich als auch im Bereich der Inkubatoren aktiv. Neben dem Wagniskapitalgeber Eventures ist Otto auch mit 50 Millionen Euro am Fond des operativen Frühphaseninvestors und Company-Builders „Project A Ventures“ beteiligt, der mit einer Beteiligung von Axel-Springer damit auf insgesamt rund 80 Millionen Euro kommt.

(Grafik: Eventures)
(Grafik: Eventures)
(Grafik: Project A)
(Grafik: Project A)

Zu Eventures gehören neben vielen anderen Namen die Plattform auctionata, Azimo sowie das Portal für Luxus-Artikel farfetch. Zum Portfolio von Project A gehören Unternehmen wie die E-Commerce-Plattform Spryker, der Nahrungsergänzumgsmittel-Spezialist nu3, World Remit und das SaaS-Shopsystem Tictail.

Um den erhofften Innovationsvorsprung auch aktiv anzugehen, investiert Otto seit zwei Geschäftsjahren in die Umsetzung der E-Commerce-Strategie im Kerngeschäft – zum Ablauf des kommenden Geschäftsjahres 2015/2016 soll sich das dafür verwendete Investitionsvolumen auf insgesamt rund 300 Millionen Euro belaufen.

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