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Otto Group verzeichnet drastischen Gewinnrückgang

Otto Group verzeichnet drastischen Gewinnrückgang

Die weltweite Nummer Zwei im Versandhandel, die Otto Group, hat einen drastischen Gewinnrückgang angekündigt. Hintergründe und Reaktion der Otto-Group in unserer Meldung.

Otto Group verzeichnet drastischen Gewinnrückgang

Sportscheck-Flagshipstore in München. (Foto: Otto Group)

Die Otto-Group soll in diesem Jahr einen „deutlichen Gewinnrückgang“ zu verzeichnen haben, wie das Wirtschaftsmagazin Bilanz nach eigenen Informationen mitteilt. Das noch mitten im Umbau befindliche Handelshaus wird die Höhe des Vorjahresgewinnes vor Steuern voraussichtlich halbieren.

In Deutschland die größte Handelsmarke der Otto-Group: Versandhaus Otto. (Screenshot: Otto)
In Deutschland die größte Handelsmarke der Otto-Group: Das Versandhaus Otto. (Screenshot: Otto)

Otto-Group kündigt Mitarbeitern Gewinnrückgang an

Laut Bilanz soll Vorstandschef Hans-Otto Schrader Ende Oktober zu dem ungewöhnlichen Schritt genötigt worden sein, nicht nur das Management und die Otto-Banken, sondern auch die Stamm-Belegschaft über den erwarteten Gewinnrückgang zu informieren. Betrachtet man die transparente Unternehmenskommunikation von Otto als strategische Maßnahme, ist die Kommunikation an die Mitarbeiter im Kontext des Gewinnrückgangs zu erwarten gewesen. Die Mitarbeiter sind von der weltweiten Nummer Zwei im Multichannel-Handel stabile und wachsende Ergebnisse gewohnt, offene Kommunikation ist in einer solchen Ausnahmesituation nötig, aber noch kein Alarmzeichen.

Vorstandschef Hans-Otto Schrader. (Foto: Otto Group)
Vorstandschef Hans-Otto Schrader. (Foto: Otto Group)

Ergebnis halbiert: Die Gründe für den Gewinnrückgang

Wie der Unternehmenssprecher Thomas Voigt gegenüber dem Weserkurier bestätigt, wird die Otto-Group nicht an das Ergebnis des vorhergehenden Geschäftsjahres mit einem Vorsteuergewinn (EBT) von 224 Millionen Euro anschließen können. Man rechne mit einer möglichen Halbierung.

Im deutschen Fahrwasser soll es nichts zu beklagen geben, die Geschäfte liefen „ordentlich“ und im Onlinehandel sogar „gut“, so der Otto-Sprecher wörtlich. Vor allem die Auslandsbeteiligungen der Otto-Group verursachen die Belastungen des Unternehmensergebnisses: Aus dem Joint-Venture mit der 3SI-Group hat Otto die E-Commerce- und Service-Unternehmen des französischen Distanzhandelskonzerns übernommen, der gerade aufwendig umstrukturiert wird, weitere Lücken reißen die US-Tochter Crate & Barrel und die Geschäftsbedingungen in Russland, die bedingt durch Rubelschwäche und Ukrainekrise leiden. Der traditionsreiche US-Möbelhändler Crate & Barrel steckt ebenfalls in der Transformation zum Multichannel-Unternehmen.

Otto-Group hält an Investitionen fest

Die geplanten Investitionen in den deutschen Konzernbereich will Otto weiterhin tätigen, bekräftigte Unternehmenssprecher Voigt gegenüber dem Weserkurier. Eine dreistellige Millionensumme soll unter anderem in die Logistik-Tochter Hermes und in den IT-Bereich der Otto-Group fließen. Eine vielversprechende E-Commerce-Initiative in diesem Bereich ist beispielsweise das Otto-Startup Collins. Das Festhalten an der Investitionspolitik ist wenig überraschend, da davon auszugehen ist, dass der Investitionsbedarf und die potenziellen Kosten der vielen gleichzeitig ablaufenden Unternehmensumstrukturierungen in der Otto-Group hinlänglich bekannt waren.

Zu dieser Meldung gehört ein Kommentar unseres Redakteurs Jochen G. Fuchs: „Gewinnrückgang bei Otto: Das ist Wachstum und keine Schieflage“.

via etailment.de

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2 Antworten
  1. von NikolaiShulgin.Bitrix24 am 06.11.2014 (18:50 Uhr)

    Otto hat schlicht die Digitalisierung verschlafen. Auch die Bemühungen, den Konzern mit Investitionen in Digitalstartups zu unterstützen scheinen keine große Wirkung entfaltet zu haben. Schade!

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    • von Stephan am 06.11.2014 (22:01 Uhr)

      Ich denke, OTTO ist der einzige alte Versandhändler in Deutschland, der es eben nicht verschlafen hat. Zumindest gerade so... Vor allem in Punkto Web-Auftritt zu Klamotten können sich andere Anbieter inkl. Amazon und Zalando hier sogar eine Scheibe abschneiden. Also: Nicht alles so negativ sehen.

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