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Analyse

Otto-Gruppe baut radikal um: Die neue Plattformstrategie im Überblick

    Otto-Gruppe baut radikal um: Die neue Plattformstrategie im Überblick

Otto baut radikal um. (Foto: Otto Group)

Die Otto-Gruppe will vom Handelskonzern zur Plattform werden, die Strategie ist endlich radikal – und erfolgsversprechend, wie t3n Redakteur Jochen G. Fuchs analysiert.

In den letzten Jahren deutete schon alles darauf hin, jetzt ist es amtlich: Die Otto-Gruppe richtet sich komplett auf eine Plattform-Strategie aus und wird zusätzlich ihr kontinuierlich wachsendes Ökosystem an Plattformen, Ressourcen und Dienstleistungen nach außen öffnen. Es geht um mehr als „nur“ Umsatzwachstum durch mehr Onlinehandel. Nach nahezu abgeschlossener Sanierung wird Otto-Chef Alexander Birken den Konzern jetzt endgültig vom Handelskonzern zu einem IT-Handels-Ökosystem wandeln, wie es bisher nur von Amazon bekannt ist. Erster großer Schritt: Die Konzerngesellschaft Otto.de wird sich radikal öffnen und zum Marktplatz werden.

Otto-Bilanz: Trotz Belastung aus der zurückliegenden Sanierung starke Gewinne

Die Otto-Gruppe steht besser da als in vielen Jahren zuvor. Noch im vorherigen Jahr wies die Bilanz einen Fehlbetrag von 190 Millionen aus, in diesem Jahr gibt es Gewinn statt Verlust: Rund 41 Millionen weist die Bilanz aus. Der Umsatz ist um 3,4 Prozent gestiegen - von 12,1 auf 12,5 Milliarden Euro. Auf einer vergleichbaren Basis, also beispielsweise ohne zwangsläufige Umsatzverluste durch Unternehmensverkäufe, ist in der Gruppe der Umsatz um fünf Prozent gestiegen.

Bis zum Geschäftsjahr 2022/23 will Birken das Unternehmen zu einem starken Wachstum führen. 17 Milliarden Euro Umsatz sind das Ziel, dabei sollen auch mehrere Tausend Arbeitsplätze entstehen. Die Umsatzsteigerung soll „aus eigener Kraft erfolgen“, eventuell zugekaufte Umsätze aus Acquisitionen oder Mergern zählt Birken nicht zu diesem Ziel. Dem neuen Mann an der Spitze ist bewusst, dass es mit der Losung „mehr E-Commerce“ nicht getan ist: „Die Otto Group muss sich neu erfinden“, so Birken während der Pressekonferenz.

Otto im Wandel: Vom Händler zur Plattform

Diese Neuerfindung ist schon seit einer Weile im Gange, für einen großen Konzern läuft sie bei Otto erstaunlich innovativ ab. Interne mehrtägige Hackathons innerhalb von Otto.de und auch konzernübergreifende Innovationswettbewerbe, Co-Workingspaces sowie eine junge Startup-Kultur halten schon seit langem Einzug in den Konzern.

Trotzdem lief die Transformation nicht schnell genug ab. Branchenanalyst Jochen Krisch schrieb noch im Februar, dass die Otto-Gruppe zum fünften Mal in Folge das 2012 selbstgesteckte Ziel von acht Milliarden Euro Umsatz im E-Commerce-Segment weit verfehlt hat. Und stellt die Frage, woher das Wachstum denn kommen soll? Das vielgelobte Aboutyou und die immer zuverlässige Mytoys-Gruppe (die in diesem Jahr ihren Umsatz doppelt so hoch steigerte wie die Otto-Gruppe, um zehn Prozent auf 556 Millionen) seien nicht ausreichend zur Erreichung dieses Ziels.

Zum Teil dürfte das ausbleibende Wachstum dem damaligen Entwicklungsstand der Gruppe geschuldet sein. Das Unternehmensportfolio musste bereinigt werden, Unternehmen, deren Geschäftsmodelle nicht tragfähig waren, mussten verkauft werden. Und, ganz wichtig: In meinen zurückliegenden Gesprächen mit Vertretern der Gruppe und aus meinen Beobachtungen gewann ich den Eindruck, das der Kulturwandel noch nicht übergreifend erfolgt war. In einzelnen Unternehmen der Gruppe waren unterschiedliche „Evolutionsstufen“ der digitalen Kultur vorzufinden.

Zum Beispiel das Startup Collins, das mit dem Onlineshop Aboutyou ein Ökosystem für Influencer, Entwickler und Händler entwickelte, hatte sich meiner Meinung nach früh zu einer Blaupause für die Zukunft der Otto Gruppe entwickelt. Quasi eine „hoch entwickelte Evolutionsstufe“. Diese Blaupause konnte aber nicht einfach wie ein Abziehbild über die Gruppe geklebt werden. Einzelne Innovationen wurden innerhalb der Otto-Gruppe von einzelnen Konzern-Gesellschaften übernommen, wie ich in meinem Artikel über Collins als Innovationslabor damals schrieb. Aber, wie Collins-Geschäftsführer Tarek Müller es formulierte, es wurde dort kein „Masterplan“ für die Otto-Gruppe entwickelt und zur Ausführung übergeben.

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2 Reaktionen
nk
nk

"will vom Handelskonzern zur Plattform werden"
"Die Otto Group muss sich neu erfinden"

Und was soll das jetzt, jenseits der Buzzwords und Plattitüden, konkret heißen?

Antworten
Jochen G. Fuchs

Das steht dann auf Seite Zwei des Artikels: http://t3n.de/news/otto-marktplatz-plattform-strategie-bilanz-2017-823962/2/

Mehr zum Thema auch im heutigen Kommentar: http://t3n.de/news/otto-plattform-824274/

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

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