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Analyse

Otto-Gruppe baut radikal um: Die neue Plattformstrategie im Überblick

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Der Masterplan der Otto-Gruppe

Dieser Masterplan ist jetzt da und die notwendige „Evolutionsstufe“, der digitalen Unternehmenskultur, die zum erfolgreichen Herbeiführen eines Wandels vom Händler zur Plattform nötig ist, scheint auch erreicht. Wenn auch der Kulturwandel bei Otto noch lange nicht beendet und weiter im vollen Gange ist.

Auf drei Säulen stellt der neue Otto-Chef Birken seine Strategie, die ganz offensichtlich vom festen Willen zur Skalierung geprägt ist: Multichannel-Handel, Finanzdienstleistungen und Services.

Im Detail heißt das für den Multichannel-Handel der Otto-Gruppe:

  • Den Ausbau der Handelsaktivitäten hin zu einer großen Plattform mit einer Vervielfachung des bisherigen Produktkataloges. Wachstumstreiber sollen Otto (mit 2,724 Milliarden Euro Umsatz) und Aboutyou (mit 135 Millionen Euro Umsatz) werden. Die Infrastruktur von Otto wurde technisch für den Betrieb als Plattform für Händler und Hersteller umgerüstet und beginnt mit dem Onboarding der ersten 100 neuen Händler. 220 externe Partner hat Otto Stand heute. Auf längere Sicht soll ein deutlich größeres Händlerwachstum ermöglicht werden. Otto will aber qualitativ selektieren und nur Marken und Händler aufnehmen, die zu den eigenen Standards passen. In Aboutyou wird deutlich investiert, um ein Milliardenunternehmen aufzubauen.
  • Marken und die sogenannten Vertikals, werden verstärkt gefördert. Bon Prix (mit 1,512 Milliarden Umsatz) und die Witt-Gruppe, die zwar stabil gute Rendite in zweistelliger Höhe (bei 757 Millionen Euro Umsatz) einfährt, sollen zum Wachstumstreiber ausgebaut werden. Witt soll in einen schnelleren Wachstumsmodus versetzt werden, im ersten Schritt startete im Frühjahr Witt USA.
  • Corporate Ventures, weltweite Investitionen in Neugründungen, um Innovationen und Technologien in die Gruppe mit einzubringen, werden weiter vorangetrieben.

Amazons Wachstumstreiber in diesem Jahr waren Gebühren, die aus Dienstleistungen an Händler und Marken generiert wurden. Dieselben Möglichkeiten hat Otto mit den verbleibenden zwei Säulen von Birkens Strategie: Finanzielle Dienste, sowie handelsnahe Dienstleistungen wie Logistik und After-Sales-Service für Haushaltsgeräte partizipieren an einem schnellen Wachstum Ottos und profitieren so vom Ausbau des Konzerns zur Plattform.

Fazit

Dass Dienste aus dem Ökosystem der Otto-Gruppe nach vorne geöffnet werden, beispielsweise in Kooperationen mit Facebook oder Google, ist ein wichtiger Schritt: So müssen Dienstleistungen, die sonst nur unternehmensintern bestehen müssen, auch gegen Konkurrenz am Markt bestehen. Das beschleunigt den Innovationszyklus. Die Dienste beschleunigen auch das Umsatzwachstum, wenn die Multichannel-Aktivitäten entsprechend skaliert werden.

Damit imitiert Otto zwar nicht Amazon, baut aber unter Umständen dessen berühmtes „Wachstumsrad“ erfolgreich im eigenen Unternehmen ein.

Dass der unbedingte Wille und die Fähigkeiten zur Skalierung jetzt vorhanden sind und zentral ein Wandel zur Plattform gesteuert und herbeigeführt wird, das kann sich für die Zukunft als Wendepunkt für die Otto-Gruppe herausstellen. Entscheidend ist dabei die Antwort auf die Frage, wie schnell das Wachstum der Gruppe erfolgen wird: 800 Millionen will Birken jährlich zukünftig wachsen um bis zum Ende des Geschäftsjahres 2022/23 auf 17 Milliarden Umsatz innerhalb der Gruppe.

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2 Reaktionen
nk
nk

"will vom Handelskonzern zur Plattform werden"
"Die Otto Group muss sich neu erfinden"

Und was soll das jetzt, jenseits der Buzzwords und Plattitüden, konkret heißen?

Antworten
Jochen G. Fuchs

Das steht dann auf Seite Zwei des Artikels: http://t3n.de/news/otto-marktplatz-plattform-strategie-bilanz-2017-823962/2/

Mehr zum Thema auch im heutigen Kommentar: http://t3n.de/news/otto-plattform-824274/

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

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