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Exklusiv: Wunderlist-Macher investieren in deutsche Banking-App Outbank

Exklusiv: Wunderlist-Macher investieren in deutsche Banking-App Outbank

Die bekannte deutsche Banking-App „Outbank“ holt sich prominente Unterstützung ins Boot: So haben TV-Investor Frank Thelen und Wunderlist-Gründer Christian Reber in das Startup hinter der App investiert. Völlig offen ist aber, wie es mit OutBank in Zukunft weitergeht.

Exklusiv: Wunderlist-Macher investieren in deutsche Banking-App Outbank

(Foto: Outbank)

Wunderlist-Macher sichern sich 30 Prozent an OutBank

Prominente Unterstützung für Deutschlands bekannteste Banking-App: Stoeger IT, das deutsche hinter „OutBank“, hat sich mit Frank Thelen einen der bekanntesten Investoren ins Boot geholt. Auch 6Wunderkinder-Chef und Wunderlist-Macher Christian Reber steigt mit seiner neu gegründeten „Reber Capital UG“ in das Unternehmen aus Dachau ein. Das geht aus einem Handelsregisterauszug vom Juni 2015 hervor, der t3n vorliegt.

Nach dem Verkauf von Wunderlist an Microsoft investiert 6Wunderkinder-Chef Christian Reber jetzt selbst in Startups.  (Foto: © Dimitri Hempel)
Nach dem Verkauf von Wunderlist an Microsoft investiert 6Wunderkinder-Chef Christian Reber jetzt selbst in Startups. (Foto: © Dimitri Hempel)

Wie dem Auszug zu entnehmen ist, haben sich Thelen und Reber einen Anteil von knapp 30 Prozent an OutBank gesichert. Beide hatten die Berliner To-do-App aufgebaut und im Juni für bis zu 200 Millionen US-Dollar an Microsoft verkauft. Die Höhe der in OutBank investierten Summe ist nicht bekannt. Zwar bestätigte OutBank-Gründer Tobias Stöger das Investment, nähere Angaben wollte er aber nicht machen. Auch Christian Reber und Frank Thelen lehnten eine Stellungnahme ab. Wohl auch, weil völlig offen ist, wie es mit der App weitergeht.

OutBank gilt als Pionier der Banking-Apps

Spricht man über Banking-Apps für das iPhone, führt kein Weg an der App Outbank von Stoeger IT vorbei. Seit 2009 bietet Stoeger IT die Anwendung in Apples App Store an. Obwohl Outbank im Appstore zu den bekanntesten gehört und lange Zeit auch als meist geladene Banking-App galt, gab es immer wieder auch starke Kritik an Stoeger IT und den häufigen Änderungen im Geschäftsmodell. Aktuell wird die App im kostenpflichtigen Abo-Modell vertrieben, obwohl Nutzer die Wahl aus einer Vielzahl von – oftmals kostenlosen – Banking-Apps haben.

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Die Outbank-App fürs iPhone gehört zu den beliebtesten Banking-Apps in Deutschland. Die Zukunft ist aber offen. (Bild: Outbank)

Schenkt man den Rezensionen von Outbank glauben, dann stößt dieses Geschäftsmodell bei den Nutzern auch nicht unbedingt auf Gegenliebe. Wie viele zahlende Kunden Outbank mit seinem Abo-Modell gewinnen konnte, wie hoch der Umsatz ist und ob das Unternehmen mit seinen 16 Mitarbeitern überhaupt profitabel arbeitet, ist unklar. Tobias Stöger wollte dies auf Nachfrage nicht kommentieren. Trotzdem ist die Marke von OutBank offenbar so strahlkräftig, dass Thelen und Reber einsteigen.

Investment trotz großem Druck der Banken

Der Einstieg von Thelen und Reber in Outbank ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Druck durch eigene – von den Banken entwickelte Lösungen – immer mehr zunimmt. Zudem ist der Vertrauensvorsprung einer Bank bei Kunden im Vergleich zu alternativen Banking-Apps wie Outbank noch immer enorm. Das sieht man an den Downloadzahlen: Mehr als zehn Millionen Downloads können alleine die Sparkassen Apps für sich verzeichnen. Der Wettbewerb durch die Lösungen der Banken und neuen – zum Teil kostenlosen – Apps dürfte sich daher auch für Outbank in den letzten Monaten zum Problem entwickelt haben.

Das geht auch aus dem Interview mit Stoeger IT hervor, das wir letztes Jahr führten. Damals sagte Markus Schicker von Stoeger IT: “Wenn eine App mit sensiblen Daten arbeitet und den Anforderungen von Bundesdatenschutzgesetz und der Datenschutzbeauftragten genügen soll, sind ständige Pflege und Anpassungen notwendig. Das kostet Geld. Wenn die App kein Geld kostet, muss das Geld woanders herkommen. Wenn es nicht woanders herkommt, leidet die Pflege.”

Wie es mit OutBank jetzt weitergeht

Das nötige Geld sowie das Know-how für die weitere Pflege der App sollten durch den Einstieg von Thelen und Reber jetzt vorhanden sein. Das könnte eine Neuausrichtung des Unternehmens bedeuten. Gut möglich, dass man den Erfolg von Wunderlist wiederholen und Outbank als meistgenutzte Banking-App etablieren möchte. Auch das Thema Internationalisierung könnte eine Rolle spielen. Auf der einen Seite wurden mit „Outbank US“ erste Gehversuche unternommen. Auf der anderen Seite gibt es personelle Änderungen bei Stoeger IT, die darauf hindeuten. Welcher Weg bei Stoeger IT und Outbank letztendlich gegangen wird, kann nur spekuliert werden. Stoeger IT kommentierte das nicht.

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2 Antworten
  1. von Überraschungs-Idee am 14.08.2015 (18:05 Uhr)

    Evtl kommt irgendwas neues wie ein U-Boot aufgetaucht und die erkennen eine spannende Möglichkeit.

    Man könnte das Online-Girokonto auslesen und aufs NFC zugreifen und damit eine deutsche NFC-Payment-Methode etablieren quasi "Sofortüberweisung aber auf dem eigenen Handy und nicht auf fremden Servern". Die wissen dann ja auch was man machen muss um auf jeder deutschen NFC-Kasse bezahlen zu können.
    Später (in 3-9 Monaten) wenn NFC-Payment im Laufe des Vertrags-Handy-Austausches normal ist werden sie dann aufgekauft.

    Alles was geht per NFC bezahlen und sofort DATEV und dem Steuerberater übertragen wäre auch interessant für Freiberufler und Selbstständige und deren Mitarbeiter (Aussendienstler,...). Benzin-Bestpreis-Garantie gibts ja vielleicht auch als B2B-Firmen-Vertrag und nicht nur für die App-Nutzer dieser Tankstellen-Kette die damit TV-Werbung macht.

    Die Samwers machen wohl eher Handels-Systeme obwohl obiges Beispiel ja genau deren früheres Geschäftsmodell "Lokales deutsches System aufbauen und an US-Anbieter verkaufen" wäre.

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  2. von Sten am 21.08.2015 (09:58 Uhr)

    Das mit dem Vertrauensvorschuss an eine App der Bank sehe ich ähnlich. Andererseits sind einige Banking-Apps der Direkt- und Filialbanken längst nicht so ausgereift, wie sie sein sollten. Funktionen, die Outbank bietet, fehlen oder Apps stürzen ab. Ein entscheidender Vorteil, den die Outbank App ausserdem bietet, ist der, dass sich mehrere Konten in einer App verwalten lassen. Ein wichtiger Faktor in Zeiten in denen viele Verbraucher mehr als ein Konto besitzen.

    Ein Gehaltskonto bei der Filialbank um die Ecke, ein Urlaubskonto mit denen kostenlose Auslandsabhebungen möglich sind, Tagesgeldkonten für verschiedene Sparzwecke usw.

    Da ist eine universelle Banking App schon sehr praktisch. Fraglich ist, ob sich genug Verbraucher auf das Abo einlassen, in Zeiten, in denen schon beim Girokonto alles kostenlos sein soll: Kontoführung, Kreditkarte, Geld abheben am Automaten ...

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