Noch nicht ganz zwei Jahre ist es her, dass das erste iPhone auf den Markt kam und mit seinem von Grund auf neu entworfenen Ansatz für viel Wirbel gesorgt hat. Inzwischen hat sich die Konkurrenz formiert und weitere Bewerber erscheinen am Horizont. In einem Markt, in dem sich vor dem iPhone so etwas wie gepflegte Langeweile breitgemacht hatte, ist heute wieder Feuer. Gut für die Nutzer, denn die Auswahl wird größer und die Konzepte radikaler. Klar ist aber auch, dass nicht alle Systeme überleben werden. Ist am Ende vielleicht gar wieder Microsoft der Gewinner? Sie scheinen mit dem Geheimprojekt „Pink“ jedenfalls ein Ass im Ärmel zu haben.
20 Millionen iPhones hat Apple inzwischen verkauft. Was für die Firma aus Cupertino in Kalifornien ein großer Erfolg ist und ihr ein weiteres Standbein neben den Macs und dem iPod-iTunes-Komplex beschert, ist eigentlich kaum eine Erwähnung wert. Denn im selben Zeitraum wurden insgesamt 1,5 Milliarden Handys verkauft.
Warum das iPhone dennoch so oft im Mittelpunkt des Interesses steht? Zum einen hat das sicher mit Apples geschicktem Marketing zu tun. Zum anderen gibt es handfeste Gründe: Dazu gehört das von Grund auf neu entwickelte Bedienkonzept mit Fingergesten, die von vielen Benutzern als leicht bedienbar empfundene Oberfläche und seit einem Jahr der geschickt ins iPhone integrierte AppStore.
Die ersten Versuche der Konkurrenz, dem iPhone Paroli zu bieten, waren eher peinlich als beeindruckend. Es reicht eben nicht, Windows Mobile mit einem stylishen Startbildschirm zu versehen.
Inzwischen aber ist die Entwicklung soweit vorangeschritten, dass sich das iPhone vielen Klonen gegenübersieht.
Palm Pré: Startschuss für eine neue Plattform
Besonders die Ankündigung des Palm Pré wurde von Experten mit Begeisterung aufgenommen. Vielleicht ist es der Bonus des Underdogs und des ehemals klingenden Namens, der dazu beiträgt. Palm hat allerdings auch viel daraus gelernt, wie Apple Produkte konzipiert und präsentiert und das um interessante eigene Ideen erweitert.
Der Pré könnte nach neuesten Gerüchten direkt vor der World Wide Developers Conference von Apple Anfang Juni auf den Markt kommen - und damit direkt bevor Apple wahrscheinlich die nächste Generation des iPhones präsentiert.
Zudem hat Palm von Beginn an klargestellt, dass das WebOS des Pré auch auf weiteren Geräten laufen soll. So gab es nun erste Bilder, die ein weiteres Smartphone von Palm zeigen sollen. Von größeren bis kleineren Handys ist jedes Gerücht irgendwo zu finden. Mal schauen, was daraus wird. Wie gut das WebOS wirklich ist, muss es allerdings erst noch beweisen.
Android: Demnächst auch ohne Google-Logo
Die Android-Plattform ist sehr vielversprechend und hat auch durch den Open-Source-Ansatz großes Potenzial. Mit dem HTC Magic kommt nun das zweite Smartphone mit diesem Betriebssystem auf den Markt. Im Gegensatz zum G1 verzichtet es auf eine Tastatur und ist von der ganzen Anmutung her dem iPhone recht ähnlich.
Android ist die Grundlage für eine große Familie von Geräten und künftig wird Google auch nicht unbedingt immer so stark auf den Geräten vertreten sein wie derzeit. Denn zwar ist Google sozusagen Androids Mutter. Aber letztlich ist das Betriebssystem Open Source. Das dürfte für eine große Vielfalt sorgen.
Und in dieser Vielfalt liegen der größte Vorteil und größte Nachteil: Für die Kunden bedeutet es mehr Auswahl, für die Entwickler von Software aber auch größere Unsicherheit, welche Bedienelemente der Nutzer auf seinem Gerät gerade zur Verfügung hat oder auch, welche Android-Version er nutzt. Beim iPhone gibt es nur eine minimale Auswahl, aber dafür eine klar definierte Plattform.
Insofern ist Android eher ein Konkurrent für Symbian und Windows Mobile als für das iPhone.
Microsoft: Projekt „Pink“
Während Microsoft versucht, Windows Mobile zu verbessern und wieder ins Rennen zu schicken, arbeiten die Redmonder offenbar auch an einem eigenen Smartphone. Das Projekt „Pink“ kam inzwischen als Gerücht ans Licht. Dahinter verbirgt sich offenbar Microsofts persönliche Antwort auf das iPhone.
Gewisse Parallelen zum Kampf gegen den übermächtigen iPod von Apple sind hier erkennbar. Zunächst hatte Microsoft hier Hersteller von MP3-Playern unterstützt, damit sie die Vorherrschaft des Kult-Players brechen sollten. „PlaysForSure“ hieß das gemeinsame DRM-System. Als das nicht funktionieren wollte, entwickelte Microsoft den Zune und kopierte damit Apples Erfolgssystem mit der Einheit aus Hardware (iPod), Software (iTunes) und Online-Shop (iTunes Store). Zwei Generationen hat der Zune bislang gesehen, wird voraussichtlich nie in Deutschland erhältlich sein und hat es nicht geschafft, den iPod auch nur zu gefährden.
Könnte es mit einem iPhone-Klon von Microsoft besser laufen? Noch ist über das Projekt zu wenig bekannt. Aber eigentlich hat Microsoft alle Trümpfe in der Hand. Sie haben noch immer ihre Marktbeherrschende Stellung bei Desktop-Rechnern. Sie haben Windows Mobile. Sie haben mit dem Zune und der XBOX Erfahrungen im Bereich Multimedia-Hardware. Und man kann erwarten, dass sie versuchen werden, ihr neues Produkt mit einer millionenschweren Marketingkampagne in den Markt zu drücken. Ob das ein Flop wie beim Zune oder ein Erfolg wie bei der XBOX wird, bleibt abzuwarten.
Und Apple? Arbeitet offenbar an einer Modellfamilie und eigenen Chips
Dass bei Apple die Gerüchteküche brodelt, ist ja nun wirklich nichts Neues, sondern gehört zum Kult um diese Firma dazu. Und schon kurz nach Vorstellung des iPhones meldeten sich Experten zu Wort, dass das iPhone der Beginn einer neuen Modellfamilie sein wird, ebenso wie es beim iPod war. Einige Anzeichen deuten an, dass es in diesem Jahr nun soweit sein könnte. Angeblich hat Apple größere Touchscreens bestellt. Ein Gerät oberhalb des iPhones wird als heißer Favorit gehandelt und wurde erst einmal „MediaPad“ getauft. Ebenso wird ein „iPhone mini“ ins Gespräch gebracht, das mit einem kompakteren Gehäuse und einem leicht kleineren Display ausgestattet sein könnte.
Wie aus Entwicklerkreisen verlautet, tauchen in den Beta-Versionen des kommenden iPhone OS 3.0 bereits auflösungsunabhängige Elemente auf - dazu gehört beispielsweise die Bildschirm-Tastatur. Apple bereitet also auf jeden Fall Geräte mit iPhone OS vor, die eine andere Auflösung als bisher haben. Das ist jetzt nicht gerade sensationell, beflügelt allerdings die Phantasie.
Interessant ist darüber hinaus, dass Apple offenbar verstärkt Bemühungen unternimmt, eigene Chips zu entwickeln oder vorhandene auf eigene Bedürfnisse anzupassen. Entsprechendes Know-how hat sich die Firma inzwischen ins Haus geholt und sucht weiter. Schließlich ist es für die Kalifornier überlebensnotwendig, sich von der Konkurrenz durch Alleinstellungsmerkmale abzuheben.
Fazit
Vor dem Erscheinen des iPhones galten die Smartphones als Randerscheinung für spezielle Einsatzgebiete. Bewegung gab es kaum. Hier mal eine verbesserte oder hinzugefügte Funktion, dort mal ein neues Gehäuse - das musste als Innovation meist reichen. Jetzt aber sind Handys mit Multimedia- und Internetfunktionen und neuen Bedienkonzepten in einem größeren Käuferkreis en vogue. Und die Messlatte, wann ein Handy gut ist, bemisst sich dabei nicht mehr nur nach der Länge der Featureliste. Gut so! Viel zu lange ging es nur darum, möglichst viel in ein Gerät hineinzupacken. Jetzt geht es auch darum, die Nutzung all dieser Funktionen sinnvoll zu ermöglichen.
Der Hype um die angeblichen „iPhone-Killer“ geht allerdings an der Wirklichkeit vorbei. Das iPhone ist vom Marktanteil her unbedeutend - noch unbedeutender als der Mac im Bereich der Desktop- und Mobil-Computer. Apple fährt aber trotzdem überall beeindruckende Gewinne ein. Für sie kommt es darauf an, einen Fuß im Markt der Mobilgeräte der neuen Generation zu haben. Das haben sie geschafft.
Die eigentliche Frage ist eher, welche Plattform sich als Universal-Lösung für Smartphones durchsetzen wird. Und hier ist Microsoft momentan im Hintertreffen und angeschlagen. Aber wie wir aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gelernt haben: Microsoft kann bisweilen auch das aussichtsloseste Blatt noch wenden.
Erstaunlich bei alldem: Klassische Handy-Hersteller wie Nokia hecheln den neuen Trends bestenfalls hinterher. Sie haben über Jahre verpasst, das Mobiltelefon neu zu erfinden. Dabei hätten sie alle Möglichkeiten dazu gehabt. Jetzt, so scheint es, sahnen andere ab.



























Was habe ich von dem tollsten Kalender, wenn ich die Daten nur
extrem schwierig eingeben kann.
Webbrowser etc. sind schon lange in den Handys integriert. Sinnvoll nutzbar sind sie aber erst seit iPhone und nun auch mit Android.
Weiterhin kommt es meiner Meinung nach vor Allem auf eine gute Tastatur an. In dem Bereich ist das Android G1 oder auch das kommende BigFoot dem iPhone überlegen, da sie eine "echte" Tastatur haben.