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Panne bei Otto: Tausende 400€-Gutscheine verschenkt – und storniert

Passend zum Internet-Rabatttag gab es beim Versandhändler wohl eine große technische Panne. In der Nacht auf Montag machten mehrere fragwürdige Gutscheincodes die Runde. Das Highlight war ein Gutschein mit einem Wert von 400€, der sich bereits ab 401€ einlösen ließ. Otto hat inzwischen angekündigt, die Bestellungen zu stornieren. 

Panne bei Otto: Tausende 400€-Gutscheine verschenkt – und storniert

Man könnte meinen, es handele sich um eine virale Werbekampagne, um den anderen Online-Shops am Cyber Monday den Rang abzulaufen. Gutscheine sind bei Otto wie auch bei vielen anderen Online-Shops ein fester Teil im „Marketing-Mix" (einzige prominente Ausnahme ist Amazon). Auch über Affiliate Marketing verteilt Otto immer wieder Codes: Blogs wie MyDealz weisen auf diese Gutscheine hin und werden von Otto am vermittelten Umsatz beteiligt. Gutscheine gehen auf die Marge der Händler, in aller Regel bleibt aber noch ein Gewinn.

In Anbetracht der finanziellen Ausmaße der folgenden Geschichte ist allerdings offensichtlich, dass es sich um keine geplante Aktion handelt. Wie Otto am Montagabend in einer Pressemitteilung einräumte, lag ein technischer Fehler vor. Damit ist die Geschichte ein Parade-Beispiel dafür, wie durchschlagend erfolgreich und gleichzeitig gefährlich Gutschein-Marketing heutzutage sein kann.

Gutscheincodes aus Facebook-Gewinnspiel

Am späten Sonntag Abend tauchte in diversen Schnäppchenportalen zunächst ein Gutscheincode über 88€ auf, dessen Mindestbestellwert ebenso hoch war, so dass Artikel fast kostenlos oder zumindest für lächerliche Preise bestellt werden konnten. Kurz darauf wuchs die Anzahl der bekannten Gutscheinnummern an und es tauchten verschiedene Varianten mit Beträgen zwischen 88 und 110 Euro auf. Quelle der Gutscheine ist anscheinend ein aktuelles Facebook-Gewinnspiel von Otto. Offensichtlich wurde hier aus technischer Sicht versäumt, die Gutscheincodes mit einer Gültigkeit zu versehen und zu individualisieren.

Schwachstelle Gutscheinnummern

Einige Kommentare in besagten Schnäppchen-Foren weisen auch darauf hin, dass einige Codes durch Zufall entdeckt worden sind, nachdem ersichtlich war, dass die Codes jeweils aus fünf Ziffern bestehen, deren erste zwei Stellen immer „87“ lauteten. Somit wäre es ein Leichtes gewesen, die verbliebenen drei Ziffern durch automatisiertes Ausprobieren in Form eines kleinen Scripts aufzudecken.

Beispielrechnung für einen Apple TV zum Endpreis von rund 10 Euro nach Einsatz der fragwürdigen Gutscheine.

400-Euro-Gutschein aufgetaucht

Im weiteren Verlauf der Nacht tauchte dann sogar noch ein Gutschein mit einem Wert von 400€ mit den gleichen, fehlerhaften Konditionen auf. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war der Gier der Internetnutzer keine Grenze mehr gesetzt. Viele Personen bestellten gleich über mehrere Accounts oder mit fiktiven Namen, um diese Schwachstelle auszunutzen. In Anbetracht der (addierten) Kommentaranzahl dürften es mindestens ein paar tausend Bestellungen gewesen sein, die mit den betreffenden Codes getätigt worden sind.

Lücke besteht angeblich schon länger

Einige der „Betroffenen“ berichteten nun im Nachhinein davon, dass die Lücke bereits seit Freitag von einigen Personen genutzt wurde. Die betreffenden Produkte vom Freitag befinden sich auch bereits in der Auslieferung und wurden nicht storniert.

50.000 Bestellungen in einer Nacht – Otto storniert

Im Laufe des Montags häuften sich auf auf der Facebook-Seite des Unternehmens die Kommentare rund um die nächtliche Gutschein-Aktion. Das (sonst sehr schnelle) Support-Team von Otto hüllte sich lange in Schweigen – auch in der Pressestelle hieß es auf Anfrage von t3n, man berate die Angelegenheit noch. Gegen 17:40 Uhr folgte dann ein Statement, mit dem zu rechnen war: Es handele sich um einen technischen Fehler, durch den Gutscheincodes im Wert zwischen 88 Euro und 400 Euro beliebig oft verwendet werden konnten. Binnen kurzer Zeit seien rund 50.000 Bestellungen unter Verwendung der Gutscheincodes verzeichnet worden – Otto stornierte sie nach eigenen Angaben alle.

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6 Antworten
  1. von _smirk am 26.11.2012 (18:28 Uhr)

    Naja normales verhalten von Otto hab mit keinem anderen Gerechnet ... Stellungnahme wofür? Jedem Besteller war klar was er macht ;) daher nicht notwendig.

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  2. von Niklas H. am 27.11.2012 (00:53 Uhr)

    Otto ist ein toller Laden und derartige Vorfälle passieren immer wieder, wenn es auch mit viel Aufwand un Stress beladen ist. Ansonsten bestelle ich gerne bei OTTO.

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  3. von Thomas am 27.11.2012 (08:33 Uhr)

    Vor ein paar Jahren (6 vielleicht?) gab es mal die Möglichkeit drei Gutscheine bei Otto so zu kombinieren, dass man einen Artikel für 20 oder 30€ inklusive Versandkosten kostenlos bestellen konnte. Nachdem sich diese Methode im Netz rumsprach hat Otto natürlich den Stecker gezogen. Ich hab allerdings meinen USB-Stick erhalten, inklusive einer Nachricht, die sich mehr oder weniger humorvoll mit der Situation auseinander gesetzt hat. Ich wollte das einfach nur aus Neugier testen und wäre Otto nicht böse gewesen, wenn sie die Bestellung storniert hätten.

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  4. von Atilla W. am 27.11.2012 (16:44 Uhr)

    Ich glaube, dass Problem in diesem Fall ist das Ausmass. Wenn 50.000 Bestellungen mit einem 20-Euro-Gutschein entschuldigt werden, sind dass mal eben eine Millionen Euro. Selbst, wenn man davon ausgeht, dass nur fünfzig Prozent aller Leute dann damit bestellen, ist das immernoch recht heftig. Wäre es aber vielleicht wert gewesen, zumindestens, wenn man das ganze noch mit einem Mindestbestellwert von 50 Euro kombiniert.

    Ich bin gespannt, wie sich die Aktion auswirken wird.

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  5. von PallySchmidt am 13.06.2013 (23:26 Uhr)

    hehe so einen hilfreichen Otto Gutschein haette ich auch gerne ! ;)

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  6. von MichaelMo am 10.08.2013 (21:36 Uhr)

    Peinliche Aktion :-)
    Aber irren ist menschlich *g*

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