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Papayer: „Wir wollen Teenagern keine Abzock-Prepaidkarte anbieten“ [Interview]

    Papayer: „Wir wollen Teenagern keine Abzock-Prepaidkarte anbieten“ [Interview]

Mit einer Symbiose aus Prepaid-Kreditkarte und mobiler Smartphone-App will „Papayer“ Teenagern den Umgang mit elektronischem Geld lehren. Doch auch Eltern sollen mit Papayer mehr Verantwortung übernehmen können.

Im Frühjahr haben Valentin Stalf (28) und Maximilian Tayenthal (33) ein eigenes Startup gegründet. Papayer heißt es und soll vor allem junge Nutzer von den Widrigkeiten des verkrusteten Banken- und Payment-Sektors erlösen. Das Produkt der Gründer ist ein Ergebnis von Erfahrungen, die sie zuvor bei Rocket Internet und anderen Payment-Startups wie Paymill oder Payleven gesammelt haben.

Beide standen uns für ein Interview zur Verfügung.

Die Gründer von Papayer: Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf. (Foto: Papayer)
Die Gründer von Papayer: Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal. (Foto: Papayer)

t3n.de: Maximilian und Valentin, im Frühjahr habt ihr Papayer gegründet, ein weiteres Startup, das den inzwischen schwer überschaubaren Payment-Sektor aufmischen will. Warum?

Valentin StalfDafür gibt es zwei Gründe. Zum einen wird der Payment-Bereich bislang vor allem von großen, sehr alten Spielern dominiert. Die entwickeln sich aber nicht weiter. Die meisten Payment-Provider sind auf der Händlerseite unterwegs. Wir wollen mit unserem Produkt vor allem dort ansetzen, wo die Kunden ihr Konto haben. Zum anderen bietet der aktuelle Bankenmarkt wenig Raum für eine gute Nutzererfahrung. Die User-Interfaces im Online-Banking sind beispielsweise auch bei Großbanken sehr rückständig. Außerdem ist die Kontoeröffnung bei Banken häufig mit großem Zeit- und Bürokratieaufwand verbunden. Mit Papayer wollen wir das ändern.

t3n.de: Und dafür habt ihr euch ausgerechnet Teenager als Zielgruppe ausgesucht?

Valentin StalfRichtig. Unsere Zielgruppe sind Jugendliche im Alter ab 13 Jahren. Wir glauben, dass Teenager eine sehr spannende Zielgruppe sind. Sie sind mit Smartphone und Internet aufgewachsen und sind häufig diejenigen, die mit klassischen Online-Banking-Lösungen nicht zufrieden sind. Zudem: Wenn Jugendliche ein Produkt cool finden, dann benutzen sie es wahrscheinlich auch als Erwachsene weiter. Wir wollen sozusagen ihr finanzieller Partner werden, auch über die Jugend hinaus.

t3n.de: Was ist denn Papayer genau für ein Produkt?

Valentin Stalf: Papayer ist eine Prepaid-MasterCard, die mit einer mobilen App für das Smartphone verknüpft ist. Die Karte ist für Teenager konzipiert und bietet ihnen die Möglichkeit, nicht nur weltweit bargeldlos bezahlen zu können, sondern im Zusammenspiel mit der App auch ein eigenes Finanzmanagement zu betreiben. Denn die meisten Teenager können mit elektronischem Geld nicht umgehen, bekommen mit 18 eine Kreditkarte und verschulden sich, da sie kein Gefühl für das Ausgeben von virtuellem Geld haben.

Maximilian Tayenthal: Für unser Produkt ist entscheidend, dass die mobile App auch für Eltern gedacht ist. Eltern haben die Möglichkeit, die Ausgaben der Kinder über die App zu überblicken und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Jugendlichen können ebenfalls ihren Transaktionsverlauf einsehen und behalten so den Überblick über ihre Ausgaben. Die App teilt alle Ausgaben in spezielle Kategorien ein, wie zum Beispiel „Essen und Getränke“ oder „Shopping“. Der Jugendliche kann seinen Transaktionsverlauf jederzeit einsehen und weiß, wofür er sein Taschengeld ausgegeben hat. Des Weiteren können Teenager einzelne Transaktionen um Fotos und Notizen ergänzen, damit sie sich jederzeit daran erinnern, was sie wann und wofür ausgegeben haben. Mit Papayer bieten wir also ein Produkt, mit dem Eltern und vor allem Teenager in einem echten Umfeld lernen, mit elektronischem Geld umzugehen.

Papayer: „Apps, die in Echtzeit die Karte steuern, gibt es nicht“

Mit der Papayer-App sollen Teenager wie Eltern ihre Ausgaben immer im Blick behalten und so den Umgang mit elektronischem Geld erlernen. (Bild: Papayer)
Mit der Papayer-App sollen Teenager wie Eltern ihre Ausgaben immer im Blick behalten und so den Umgang mit elektronischem Geld erlernen. (Bild: Papayer)

t3n.de: Prepaid-Kreditkarten sind ja im Grunde nichts neues. Anbieter wie Wirecard oder Payango, aber auch klassische Banken bieten Teenagern entsprechende Lösungen schon länger. Was ist denn euer USP?

Valentin StalfUnser USP ist, dass wir ein Finanzmanagement-Tool für Teenager und deren Eltern sind. Die Prepaid-Karte dient als Mittel zum Zweck, um in Kombination mit der mobilen App den Jugendlichen den richtigen Umgang mit elektronischen Geld näher zu bringen. Traditionelle Anbieter von Prepaid-Karten fokussieren sich großteils nur auf den Vertrieb der Karte und deren Grundfunktionen. Oft müssen schriftliche Anträge eingereicht werden, sonstige Funktionen werden nicht oder nur sehr beschränkt angeboten. Apps, die in Echtzeit die Karte steuern, gibt es hingegen nicht. Kinder und Eltern können die Karte mit einem Klick sperren und entsperren, wenn sie sie verlegt oder verloren haben. Zusätzlich können Ausgabelimits gesetzt werden - alles direkt in der App und in Echtzeit.

t3n.de: Wie kann man die Papayer-Karte denn aufladen?

Maximilian Tayenthal: Die Karte kann auf mehreren Wegen aufgeladen werden. Innerhalb von Sekunden können Eltern die Papayer-Karte ihres Kindes über die App aufladen. Das ist praktisch, wenn sich das Kind beispielsweise im Ausland befindet. Aber auch Teenager und die eigene Oma können die Papayer-Karte per SEPA-Banküberweisung von jedem Bankterminal aus aufladen.

t3n.de: Wie ist die Verwendung der Papayer-MasterCard für Teenager denn rechtlich zu bewerten? Jugendliche und Kreditkarten schließen sich angesichts der Geschäftstüchtigkeit ja häufig aus, können sie damit einfach in den Laden gehen und beispielsweise ein iPad kaufen?

Maximilian Tayenthal: Grundsätzlich verhält es sich mit der Papayer-Kreditkarte genauso wie mit Bargeld: Wenn beispielsweise ein Händler einem 12-jährigen Kind ein 600 Euro teures iPad verkauft, dann ist das Geschäft schwebend unwirksam. Kommt ein Kind dennoch mit dem Gerät nach Hause und die Eltern sagen, bring es zurück, muss es der Händler anstandslos zurücknehmen. Mit unserer App können Eltern die Geldgeschäfte ihrer Kinder aber kontrollieren und sind mit Push-Benachrichtigungen in der Regel immer sehr gut darüber informiert, wofür die Kinder ihr Geld ausgeben. Insofern ist die Problematik der Fälle in Sachen Geschäftsuntüchtigkeit bei uns sicher nicht höher als bei Bargeldgeschäften.

t3n.de: Mit welchem Geschäftsmodell wollt ihr Geld verdienen?

Valentin Stalf: Unsere MasterCard gibt es für 2,95 Euro im Monat. Damit decken wir die Kosten für Produktion und Infrastruktur ab. Ein kleines bisschen verdienen wir auch an jeder Transaktion, aber das bekommen wir vom Händler - nicht vom Kartenbenutzer. Anschaffung, Benutzung und Aufladen der Karte sind hingegen kostenlos. Lediglich für das Aufladen mit einer Kreditkarte reichen wir unsere Kosten weiter.

t3n.de: Mit 2,95 Euro monatlich seid ihr aufs Jahr gerechnet erst einmal teurer als andere Prepaid-Kreditkarten, die etwa 10 bis 25 Euro jährlich kosten. Warum sollten Teenager dennoch zur Papayer-Card greifen?

Valentin Stalf: Das klassische Prepaid-Geschäft funktioniert oft mit versteckten Kosten und Gebühren. Wir versuchen einen neuen Weg zu gehen und so transparent wie möglich zu sein. Im Unterschied zu anderen Anbietern rechnen wir monatlich ab, es gibt keine Mindestlaufzeit und auch das Guthaben verfällt nicht. Wir wollen unsere Kunden nicht gegen ihren Willen langfristig binden. Nur wenn die Kunden mit Papayer zufrieden sind, sollen sie auch dafür bezahlen. Zusätzlich haben wir versucht, die Gebühren für die Nutzung der Karte so gering wie möglich zu halten. Zum Beispiel ist das Aufladen der Karte per Banküberweisung gratis und auch für das Zahlen mit ihr fallen keine weiteren Kosten an. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Teenagern keine Abzock-Kreditkarte anbieten.

t3n.de: Wie sieht eure Vision für die Zukunft aus?

Maximilian Tayenthal: Wir wollen die Jugendlichen in Zukunft vor den Banken gewinnen. Mit einem besseren Produkt, das auch das Potential hat, die Teenager über diesen Lebensabschnitt hinweg zu begleiten. Wir glauben, dass eine MasterCard wie Papayer in Deutschland und Österreich gerade unter jungen Leuten noch eine gewisse Strahlkraft besitzt. Deshalb sehen wir unser Produkt beispielsweise vor allem in den Hosentaschen von Teenagern in der Schule.

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1 Reaktionen
mega

Naja...
diese Prepaid-Kreditkarte mit ner App ist jetzt nicht so Wahnsinnig innovativ, aber dafür deutlich zu teuer.

Die Kalixa Prepaid kommt da besser.
Push per App gibts zwar nicht, aber Echtzeit-Info per eMail.
Dafür kostets auch nix.
Karte einmalig 5 EUR. Keine laufenden kosten oder Gebühren, bei 'normaler' Verwendung.
Es gibt zwar kostenpflichtige Auflade-Möglichkeiten (z.B. PayPal, giropay), aber auch kostenlose (normale Überweisung). Bezahlen kostet nix. Geld abheben kostet nur im Inland, wo man es eh nicht braucht

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