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Parallels Summit: So opulent sind Tech-Konferenzen in Las Vegas [Fotogalerie]

Wie laufen Konferenzen ab, hinter denen Unternehmen und Sponsoren mit viel Geld stecken? Ziemlich opulent, besonders in den USA. Beim Parallels Summit in Las Vegas ließen es die Veranstalter krachen. Während es tagsüber um die Cloud ging, wurde abends unter wolkenlosem Sternenhimmel gefeiert. Hier bekommt ihr einen Einblick, wie eine Großkonferenz im Disneyland für Erwachsene aussieht.

Parallels Summit: So opulent sind Tech-Konferenzen in Las Vegas [Fotogalerie]

Parallels Summit: Im Cäsarenpalast über Cloud-Dienste philosophieren

Schon das Hotel: „Ceasar's Palace“. Die Frage nach der Zukunft von Cloud-Diensten und Hosting-Angeboten wird in einem Palast der alten Griechen abgehalten, die meisten der Konferenzteilnehmer wohnen auch hier. So luxuriös wie der Hotelname ist hier alles: das Zimmer mit Whirlpool, der Außenbereich im Stil einer Tempelanlage, die unzähligen „antiken“ Statuen, Säulen, Bilder. Nur der riesige Casino-Bereich erinnert daran, aus welchem Grund die Menschen eigentlich hierher kommen.

Poolbereich im "Caesar's Palace", dem Veranstaltungsort des Parallels Summit 2013.

Was viele nicht wissen: Las Vegas ist nicht nur ein Vergnügungszentrum sondern aufgrund seiner Hotels auch für Konferenzen bestens geeignet. Der Virtualisierungs-Anbieter Parallels hat sich die Anziehungskraft der Stadt zunutze gemacht und seine jährliche Konferenz Parallels Summit in diesem Jahr hier abgehalten. Zu den Großsponsoren zählen Microsoft, IBM und Cisco.

Auch die Konferenzräume tragen Namen wie „Roman“ und „Florentine“ und werden ihren Namen gerecht – von schlichter Funktionalität kann hier keine Rede sein. Die einzige Schwierigkeit ist, die Konferenzräume überhaupt zu finden. Google Indoor Maps würde hier weiterhelfen, leider komme ich erst am letzten Tag auf diese Idee. Überall irren Menschen mit roten Umhängeschildchen umher und fragen sich durch: „Wo ist der Lunch-Raum?“ „Wo geht’s zur Keynote-Veranstaltung?“ Ich bin einer davon.

Eingangsbereich des Caesar's Palace

Beim Eintritt in den großen Plenums-Saal („Forum Ballroom“) werden wir alle gescannt: Vielleicht wollen die Veranstalter wissen, wer von den eingeladenen Journalisten auch wirklich in den Veranstaltungen auftaucht und wer sich lieber an den Pool gelegt hat. Vermutlich geht es jedoch eher darum zu tracken, welche Veranstaltungen besonders gut oder schlecht ankommen.

Dann der Auftakt: Alle blicken auf die riesige Bühne, auf der ein einzelner Redner fast verloren wirkt. Vier Leinwände, im Hintergrund ein funkelnder Glitzer-Vorhang, die Lichtshow beginnt. Eine kurze Musikeinlage, dann ein Satz, den man in Deutschland nur von großen TV-Shows kennt: „And here is.... CEO Birger Steen!“ Von hinten schreitet Parallels Geschäftsführer auf die Bühne, das Publikum applaudiert. Nach einem Frühstücksbuffet bestehend aus Breakfast-Burritos, süßen Teilen und viel Obst sind alle satt und gut gelaunt.

Wie bei einem Rockkonzert: Lichtshow vor dem Auftritt von Parallels CEO Birger Steen.

Parallels CEO Birger Steen: 2015 nutzen KMUs im Schnitt jeweils 7 Cloud-Dienste

Steen macht in seiner Keynote mit aktuellen Zahlen deutlich, wie stark der Cloud-Service-Markt wächst: 2009 nutzten KMUs im Durchschnitt noch einen einzigen Cloud-Dienst, 2012 waren es schon vier, 2015 werden es sieben sein. Web-Applikationen wachsen in den entwickelten Märkten drei mal schneller als Web-Hosting, immer mehr KMUs ziehen Website-Building-Tools dem klassischen Hosting vor. Und über 50 Prozent der Unternehmen würden mehr bezahlen, um Server mit unbegrenztem Speicher zu haben. Soweit die Fakten, insgesamt also ein perfekter Markt für Anbieter von Virtualisierungslösungen wie Parallels.

Tod Nielson geht auf die Frage ein, ob Unternehmen 2015 überhaupt noch eigene Rechenzentren haben werden oder alles in die Cloud wandert? Rund 40 Prozent der Daten werden in die Cloud abgeschoben, den Rest werden große Unternehmen aus Sicherheitsgründen wohl auch weiterhin bei sich behalten, glaubt der Senior-Chef von EMC/VMware. Trotzdem: 40 Prozent, das wäre auch schon eine ganze Menge.

Eine echte Granate ist Jeremy Gutsche, Gründer von TrendHunter.com. Er explodiert auf der Bühne förmlich und bietet mit seinem Vortrag über Innovation pures Entertainment. Im Anschluss weiß ich zwar nicht wirklich, wie ich oder andere das Gesagte umsetzen könnten. Aber ich habe von 1000 innovativen Ideen gehört, die mich aufgeheitert haben.

Blick von der Terrasse der "Attendee Party" auf Las Vegas

Natürlich bleibt es nicht bei cloud-lastigen Panels, ansonsten hätte man sich kaum in Las Vegas treffen müssen. Ab 17.00 Uhr gibt es erste „Pre-Party-Sessions“, um 19.00 Uhr geht es dann weiter in den Nachtclub, wo auf einer schicken Terrasse mit Blick auf Las Vegas ausgelassen gefeiert wird. Um 23.00 Uhr ist die Party zwar schon offiziell zu Ende, doch die Hotels in Las Vegas sind so konzipiert, dass man auf dem Weg ins eigene Zimmer IMMER durch den Casinobereich kommt.

Sich zwischendurch einmal die Beine zu vertreten, gestaltet sich hingegen als schwierig: Es ist in Las Vegas Hotel-Meile nicht möglich, einfach die Hauptstraße entlang zu schlendern oder gar die Straße zu überqueren. Die Fußwege sind so konzipiert, dass sie immer wieder durch die Hotels führen und auch die Brücken, die auf die andere Straßenseite führen, gehen nur von den Hotels aus. Was man im normalen Leben als Unverschämtheit empfinden würde, gehört hier einfach dazu.

Jedenfalls: So speziell wie Las Vegas selbst so speziell ist es auch, hier eine Konferenz abzuhalten. Die Erfahrung ist einmalig, ich werde bei der nächsten Cebit sicherlich daran zurückdenken. Einige Eindrücke seht ihr hier in der Fotogalerie:

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