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Passbook: Revolution für M-Commerce, Mobile Wallet und Marketing

Ist Passbook Apples Antwort auf oder werden sich die neue App und NFC-Technologie in einem zukünftigen ergänzen? Wie auch immer es mit und NFC weitergeht, Passbook hat schon jetzt das Potenzial M-Commerce, Mobile Payment und Mobile zu revolutionieren.

Passbook: Revolution für M-Commerce, Mobile Wallet und Marketing

Passbook kann man als den Grundstein für die Mobile Wallet von Apple verstehen. Die App ist voll in iOS 6 integriert und bringt eigene Entwickler-APIs mit, die das Erweitern anderer mit Passbook-Features erlauben. Die App fungiert ähnlich wie jene für Zeitschriften und Bücher als Content-Container und soll sämtliche Tickets, Rabattmarken und Kundenkarten an einem Ort sammeln. Darüber hinaus erinnert Passbook Nutzer orts- oder zeitbasiert an bestimmte Gutscheine und Aktionen. Im Gegensatz zu Google Wallet bedient sich Passbook aufgrund des fehlenden NFC-Chip im iPhone nicht der entsprechenden Technologie, sondern setzt auf das Scannen von Barcodes.

Passbook wird im M-Commerce größere Wellen schlagen, als viele Beobachter annehmen.

Passbook statt NFC?

Das Fehlen eines NFC-Chip im iPhone 5 wurde nach der Vorstellung des neuen Smartphones besonders kritisiert. Apple unterstützt die Technologie auch weiterhin nicht, sondern setzt statt dessen mit Passbook auf eine eigene und im Gegensatz zu NFC proprietäre Lösung. In wie weit Passbook das letzte Wort aus Cupertino in Sachen NFC ist, muss sich erst noch zeigen. Immerhin würde eine Kombination aus der App und der Technologie durchaus Sinn ergeben.

Unternehmen stürzen sich auf Passbook

Bereits kurz nach Veröffentlichung von iOS 6 und Passbook haben diverse große Unternehmen eigene Apps mit Passbook-Funktionalität veröffentlicht. Darunter befinden sich beispielsweise die Kosmetik-Kette Sephora, Starbucks, Target, aber auch die Lufthansa und Euronics. Das Interesse von Unternehmen und Werbetreibenden ist auf jeden Fall riesig. Woran liegt das?

Lufthansa gehört zu den ersten deutschen Anbietern, die Passbook nutzen.

Zum Einen erhoffen sich viele Unternehmen, dass Passbook mobilen Gutscheinen und elektronischen Tickets endlich zum Durchbruch verhelfen könnte. Zum anderen könnte Passbook die Akzeptanz der Anwender bezüglich mobiler Werbung und der Mobile Wallet verbessern.

Diese Hoffnungen stützen sich in erster Linie auf die Verbreitung von Apples iPhone, zum anderen auf einige Features, die in Passbook integriert wurden. Dazu gehören besonders Geolocation, Live-Aktualisierungen und die Integration in den Kalender und die Erinnerungen-App.

Dank Geolocation können dem Anwender Tickets, Gutscheine und ähnliche Pässe direkt beim Betreten eines bestimmten Ortes präsentiert werden. Dadurch, dass Passbook mit dem Lockscreen des iPhones verbunden ist, wird der Nutzer auch benachrichtigt, wenn er sein Smartphone nicht in der Hand hält. In Kombination mit Live-Aktualisierungen ist dieses Feature besonders mächtig. So kann beispielsweise eine Fluggesellschaft den Fluggast darauf hinweisen, dass sich das Gate für einen bestimmten Flug geändert hat. Dadurch, dass Passbook mit dem Kalender und Erinnerungen synchronisiert werden kann, ergeben sich weitere Vorteile sowohl für den Nutzer als auch für Unternehmen.

Dass Passbook sowohl für kleine als auch für große Unternehmen interessant ist, zeigt unter anderem die Vielfalt an Anbietern, die es erlauben, eigene "Pässe" für Passbook zu erstellen. Darunter finden sich exemplarisch PassRocket, Passkit oder auch PassTools.

So profitiert der stationäre Handel von Passbook

In jedem Fall hat der stationäre Handel mit dem Passbook-Konzept die Möglichkeit, Kunden besser zu binden - sei es mit einem Bonusprogramm oder einer mobilen Kundenkarte. Passbook erinnert den Kunden beispielsweise daran, dass er noch einen Gutschein für ein Geschäft hat, an dem er grade vorbei schlendert.

Neben den ortsbasierten Erinnerungen begrüßen viele Händler auch die zeitbasierten Erinnerungen. Mit Hilfe dieser ist es möglich, den Kunden darüber zu informieren, wann ein Angebot ausläuft, oder ein Gutschein droht, zu verfallen. Geschäfte könnten potenzielle Kunden auch dank der Barcode-/QR-Technologie in das Ladenlokal locken. So sind Situationen denkbar, in denen ein Kunde ein Geschäft betreten- und seinen Barcode scannen lassen muss, um zu erfahren, ob er einen Preis gewonnen hat. All diese Anwendungsfälle spielen Händlern in die Karten, wenn sie Kunden in ihr Geschäft locken wollen. Es dürfte spannend werden, auf welche Ideen Marketing-Abteilungen für die Nutzung von Passbook sonst noch kommen.

Passbook als Wegbereiter für Mobile Payment

Passbook ist für viele Unternehmen ein Hoffnungsträger für einen weiteren Bereich: Mobile Payment. Sollte Passbook von iPhone-Nutzern positiv angenommen werden, könnte sich die App auch als Wegbereiter für Mobile Payment etablieren. Immerhin könnte die App - entsprechende Unterstützung aus anderen Unternehmen vorausgesetzt - den Nutzer sachte an das Konzept der Mobile Wallet heranführen. Eine spätere Erweiterung von Passbook mit mobilen Bezahlfunktionen ist nicht sonderlich abwegig.

Ohne Frage ist die Mobile Wallet kein neues Konzept und bei anderen Smartphones schon länger mit von der Partie - bisher allerdings ist der wirkliche Erfolg ausgeblieben. Mit der Verbreitung des iPhone hat Apple allerdings gute Karten, diesem Konzept zum Durchbruch zu verhelfen. Warum hat Apple Passbook also nicht gleich mit Mobile-Payment-Funktionen ausgestattet?

Passbook könnte auch den Bereich Mobile Payment auf den Kopf stellen (Bild: Apple).

Bei mobilen Bezahllösungen hat sich bisher einfach kein Player von der Konkurrenz abheben können. Zudem fehlt für Mobile Payment mit NFC neben der Akzeptanz durch den Anwender noch die nötige Infrastruktur. Apple könnte einerseits wie bereits angesprochen, die Strategie verfolgen, die Anwender erst an die Mobile Wallet - eben ohne Payment - zu gewöhnen. Andererseits ist es auch nicht abwegig, dass der Konzern abwartet, welche Mobile-Payment-Lösung sich durchsetzt. Man sollte in jedem Fall damit rechnen, dass Mobile Payment in naher Zukunft auch in Passbook eine Rolle spielen wird.

Der Verzicht auf die Integration eines bestimmten mobilen Bezahlsystems ist zu diesem Zeitpunkt eine smarte Entscheidung. Auf diese Weise können Unternehmen, die Passbook nutzen, selbst entscheiden, wie entsprechende Zahlungen abgewickelt werden sollen.

Passbook wird einige Branchen nachhaltig beeinflussen

Über das volle Potenzial von Passbook lässt sich bisher nur spekulieren. In Sachen Mobile Payment tut Apple gut daran, eine Lösung anzubieten, die gut mit bereits bestehender Infrastruktur zusammen arbeitet. Passbook wird in jedem Fall große Auswirkungen auf Payment-Dienstleister haben, selbst wenn Payment selbst noch keine große Rolle in der App spielt. Darüber hinaus wird Passbook auch den M-Commerce als Ganzes und Mobile Marketing beeinflussen.

Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass Apple mit Passbook Ähnliches gelingen könnte wie schon mit dem App Store: das Freisetzen von neuen Geschäftsideen und die Gründung neuer Startups rund um den neuen Service. Auf der anderen Seite könnten einige bereits etablierte Produkte und Dienste auf der Strecke bleiben. Auch wenn Passbook derzeit auf den ersten Blich als unbedeutendes neues Feature in iOS 6 erscheint, werden wir von diesem Konzept in Zukunft häufiger hören.

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5 Antworten
  1. von Martin Labuschin am 27.09.2012 (14:36 Uhr)

    Dieses „Mobile Wallet“ ist echt herausragend lustig! Seit wann sind Geldbörsen nicht mobil?

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  2. von Alexander am 27.09.2012 (15:02 Uhr)

    Ich würde den Ball erstmal flach halten und abwarten. Nicht jeder hat ein iPhone und es gibt genug Lücken im System. Außerdem (falls es Erfolg hat) habe ich keine Lust ständige/permanent irgendwelche Push-Meldungen in der Innenstadt zubekommen!

    Ein weiteres Problem, was ich sehe, ist der Scannvorgang?!?! Muss ich den Verkäufer mein Smartphone geben? Richtet der Verkäufer den Scanner auf mich oder wie funktioniert das?

    Eigentlich gebe ich Niemanden mein Smartohone!

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  3. von gunberg am 27.09.2012 (19:43 Uhr)

    Dieser Artikel ist echt gut geschrieben - für einen PR-Beitrag.

    Stammen die Bilder direkt von Apple?
    Und der Text, gab es eine Vorlage zwecks Inspiration?

    Diese Teaser-Zwischenüberschriften sind echt Creme-Schnitte:
    "Unternehmen stürzen sich auf Passbook"
    "So profitiert der stationäre Handel von Passbook"
    "Passbook als Wegbereiter für Mobile Payment"
    "Passbook wird einige Branchen nachhaltig beeinflussen"

    Vorschlag zum Zuspitzen:
    "Konsumenten lieben Passbook!"

    Der Artikel enthält praktisch keinerlei Fakten, sondern nur Jubelphrasen, Spekulationen und nicht belegte Behauptungen, z.B. zur angeblicht fehlenden NFC-Infrastruktur.

    Komisch ist nur, dass ich meine S-Bahn-Tickets mit NFC abrechne. Mit QR-Codes würde das nicht so gut funktionieren, weil das optische Scannen viele zu lange dauert.

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  4. von marlan am 28.09.2012 (08:04 Uhr)

    Ich habe das Problem mit den unzähligen Rabattmarken und Kundenkarten für mich gelöst, indem ich einfach keine Rabattmarken und Kundenkarten verwende.

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  5. von David am 28.09.2012 (10:08 Uhr)

    @gunberg
    Gut beobachtet! Sehe das genau so.......... Freue mich bereits auf mein neues NFC fähiges Handy, nächsten Monat. Davon mal abgesehen das NFC nicht nur mit "Wallet" oder "Payment" in Verbindung gebracht werden sollte.

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