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500 Millionen Passwörter ausgespäht: Wetten, dass auch eines von dir dabei ist?

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch eines deiner Passwörter betroffen ist. (Foto: Shutterstock-PongMoji)

Rund 500 Millionen ausgespähte Zugangsdaten und Passwörter hat das Bundeskriminalamt auf einer Underground-Plattform im Netz gefunden. Sind deine Daten auch dabei? Dann solltest du schnell handeln.

Woher die Daten stammen, ist nicht klar – das Bundeskriminalamt macht hierzu aus ermittlungstechnischen Gründen keine Angaben. Daher kann jeder betroffen sein, mit wichtigen oder unwichtigen Zugängen. Ob sich deine Daten auch in der Liste mit den erbeuteten Zugängen befinden, kannst du sehr schnell selbst herausfinden. Das Hasso-Plattner-Institut hat hierzu einen Identity Leak Checker eingerichtet, der dir zu deiner E-Mail-Adresse die entsprechenden Daten ausgibt, natürlich diskret an die Adresse, damit nur der Inhaber die Informationen erhält.

Der Identity Leak Checker existiert bereits seit einigen Jahren und verfügt daher auch über ältere Datensätze,  die dort schon vor längerer Zeit gesammelt wurden. Tipp: Das Tool war in den letzten Stunden immer mal wieder überlastet. Also bei Problemen einfach noch einmal versuchen.

Passwörter regelmäßig ändern

Im Idealfall bekommst du nach der Eingabe der Adresse eine kurze Mail, die erklärt, dass die Adresse nirgends in den entsprechenden Datensätzen enthalten ist. Sollte deine Mailadresse hier jedoch auftauchen, erfährst du, in welcher Kombination sich der Datensatz findet, beispielsweise zusammen mit Passwort, Name, Geburtsdatum, einer Adresse oder Telefonnummer. Teilweise sind auch eine IP-Adresse oder – vor allem im Zusammenhang mit US-Diensten – eine Sozialversicherungsnummer Teil des Datensatzes. Zudem zeigt das Tool an, wann der Datensatz geleakt wurde, beziehungsweise von wann er stammt.

In einzelnen Fällen können hier auch Dienste auftauchen, die du nie genutzt hast. Dann ist die E-Mail-Adresse entweder versehentlich oder absichtlich falsch dort genutzt worden. Ob die dort hinterlegte Adresse oder Telefonnummer mit deiner identisch ist, kannst du ermitteln, wenn du dir das Passwort zusenden lassen kannst. Gerade in solchen Fällen solltest du das E-Mail-Passwort für diese Adresse ändern, weil du nicht ausschließen kannst, dass über die E-Mail-Zugänge Daten verifiziert wurden.

Darüber hinaus solltest du natürlich deine Zugangsdaten bei dem jeweiligen Dienst ändern, sofern diese unter den geleakten Daten sind. Zudem solltest du auch überlegen, wo du dasselbe Passwort mit derselben Mailadresse noch verwendest. Denn viele Nutzer sind immer noch zu bequem, sich für jeden Dienst eine neue Kombination auszudenken und verwenden so stets dieselben Daten.

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Passwörter: So findest du das optimale Passwort

Generell solltest du deine sämtlichen Passwörter regelmäßig ändern und bei der Wahl eine Reihe von Regeln beachten:

  1. Wenn möglich immer eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen verwenden.
  2. Je länger und komplexer ein Passwort ist, desto besser. Dass du sinnvollerweise keine erratbaren Begriffe, die über ein Lexikon/eine Wörterliste auffindbar sind, verwendest, dürfte klar sein.
  3. Für jeden Zugang, so unwichtig er auch sein mag, eine eigene, andere Login-Passwort-Kombination verwenden.
  4. Wenn möglich auf Zwei Faktor-Authentifizierung setzen, also ein weiteres Sicherheitselement hinzuziehen.
  5. Vorsicht bei Diensten, bei denen du dich über einen Generalschlüssel legitimierst, etwa über deinen Facebook-Login, deine Apple-ID oder ähnliche Sammelzugänge. Hier vertraust du deine Daten einem (dezentralen) Dienst an.
  6. Ein Sicherheitsrisiko kann es auch sein, Zugangsdaten im Smartphone oder Notebook zu hinterlegen. Denn zum einen kann das Gerät abhanden kommen, zum anderen ziehen verschiedene Betriebssysteme oder Browser regelmäßig Backups in der Cloud, wenn du dies zulässt oder veranlasst.

Übrigens, die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist ein bewährtes Mittel, um Online-Konten ein erhöhtes Maß an Sicherheit zu verschaffen. Eine Anleitung zur Einrichtung haben wir für die größten Dienste hier verfasst: Zwei-Faktor-Authentifizierung auf Facebook, Whatsapp, Paypal und mehr: So setzt du sie ein

 

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3 Reaktionen
RudiRatlos
RudiRatlos

@Sagichjetztnichtmehr:
Das ist doch wirklich ganz einfach: ich benutze seit Jahren KeePass Professional, das mir aktuell über 230 Logins mit über 230 komplett unterschiedlichen Username/Password-Sätzen verwaltet und mich jeweils automatisch auf der gewünschen Website einloggt.
Alle über 230 Passworte haben 20 Zeichen und bestehen aus wirren Buchstabenkombinationen mit vielen Sonderzeichen.
Das alles habe ich portable auf einem USB-Stick immer bei mir am Schlüsselbund, das verschlüsselte Daten-File geht bei Änderungen und Ergänzungen automatisch zur Sicherheit in die Cloud (evtl. Verlust des USB-Sticks).
Einfacher und sicherer geht es ja wohl kaum noch!

Sagichjetztnichtmehr
Sagichjetztnichtmehr

Passwörter regelmäßg ändern? Ich hab mehr Accounts als Haare auf dem Kopf (keine Glatze).. wie soll ich da überall die Passwörter managen und regelmäßig ändern...

Jonas
Jonas

Hallo,

zu Tipp Nummer 3: Ich denke nicht, dass jeder Zugang ein sicheres Passwort verdient hat. Das Passwort muss nur so sicher sein, wie das zu schützende Asset im Account. Für unwichtige Accounts sind einfache Passwörter also völlig in Ordnung. Ich empfehle hierzu https://www.heise.de/security/artikel/Warum-123456-als-Passwort-okay-ist-2039860.html

und zu Tipp 5: ich stimme dem Punkt zu, aber ich bin der Meinung, dass die Sicherheit durch Single Sign-On unterm Strich profitieren kann.

Viele Grüße
Jonas

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