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Pay by Shopping & Co.: Digitale Waren durch Onlineshopping bezahlen

Schlumpfbeeren, Tulpgulden und wie sie alle heißen mögen – die unterschiedlichen Spielwährungen haben eines gemeinsam: Sie müssen mit echtem Geld bezahlt werden. Oder doch nicht? Bei dem etwas anderen Shopping-Konzept „Pay by Shopping“ bezahlt der Kunde (meist) digitale Waren mit dem reellen Einkauf bei einem anderen .

Pay by Shopping & Co.: Digitale Waren durch Onlineshopping bezahlen

Gefühlte unendlich viele Browsergames und Spiele-Apps für Smarthones und Tablets leben von einem ganz bestimmten Vertriebskonzept: Ein ursprünglich kostenloses Basis-Spiel wird durch zusätzlich zu erwerbende Spielwährungen erweitert. Dabei müssen die Entwickler dieser Spiele einen Balance-Akt schaffen zwischen einem Spiel, das möglichst auch ohne die kostenpflichtige Spielwährung funktioniert, und dem größtmöglichen Anreiz, diese Spielwährung trotzdem zu kaufen. Eine alternative Bezahlmethode wie „Pay by Shopping“ will die Hemmschwelle für einen solchen Einkauf von Spielwährungen senken. Statt direkt Geld für das virtuelle Spielgeld auszugeben, kann der Spieler im Tausch gegen einen Einkauf bei einem Shopping-Partner der Spiele-Schmiede an die begehrten Tulpgulden (oder wie immer auch die jeweilige Währung heißen mag) gelangen. Das Shopping-Konzept ist somit für alle drei beteiligten Parteien gleichermaßen interessant: den Spieler, den Spielehersteller und den beteiligten Onlineshop, der den Kauf der Spielwährung querfinanziert.

Statt mit der Kreditkarte wird mit „Pay by Shopping“ bezahlt. (Foto: aufgehts2013 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

So bezahlt man digitale Waren durch Onlineshopping

Das Bezahlen der gewünschten digitalen Waren erfolgt im ersten Schritt auf dem gewohnten Weg. Der Kunde wählt zum Beispiel die Bezahlmethode „Pay by Shopping“ im Check-Out-Prozess des jeweiligen Shops. Dann wird der Onlineshop ausgewählt, der zum „Bezahlen“ aufgesucht wird, zum Beispiel Amazon.de. Nun wird dort in der geforderten Mindestmenge eingekauft, nach der abgeschlossenen Bestellung erfolgt die Freigabe der „Bezahlung“. Und schon hat der Kunde seine digitalen Waren durch einen  Einkauf finanziert. Bei Anbietern wie Sponsorpay oder TrialPay kann unter Umständen auch durch die Teilnahme an einer Umfrage oder einer „Aufgabe“ in einem sozialen Netzwerk oder ähnlichem bezahlt werden.

Kurz gesagt:

  • Bezahlen durch einen Einkauf in einem Partner-Online-Shop
  • Bezahlen durch Interaktion oder Werbekonsum
(Bildmaterial: dealunited)

Pay by Shopping von dealunited kurz erklärt:

Was bringt's dem Händler

Streng genommen handelt es sich bei „Pay by Shopping“ also „Bezahle durch's Einkaufen“ nicht direkt um ein Zahlungsverfahren, sondern eher um eine Werbeform. Für diese Werbeform hat sich der Begriff „Value-Exchange Advertising“ eingebürgert. Klingt ein wenig nach Tauschgeschäft, aber schließlich ist die ganze Transaktion auch irgendwie eines. Der Shopbetreiber, in unserem fiktiven Beispiel Amazon.de, bietet einem Kunden an: „Kauf bei mir ein, dann schenke ich dir Spielwährung“. Die Werbetreibenden, also die Shop-Betreiber, bewerben ihren Shop durch das Zahlungsangebot und erhalten einen direkten und greifbaren Gegenwert für die eingesetzten Werbekosten: den zahlenden Kunden und eine erste Bestellung. Anbieter, die „Pay by Shopping“ als Bezahlverfahren einsetzen möchten, sollten den Dienst auf der eigenen Website an passender Stelle vertrauensbildend erklären. Wieso die Mühe? Beim Suchbegriff „TrialPay“ auf Google sind zwei der ersten fünf Suchergebnissen„Betrug, kostenlos“ und „Hände weg“. Auch wenn die verlinkten Meldungen alt sind, zeigen sie, dass im Endkundenbereich eher unbekanntere Marken schnell eine negative Rezeption erlangen, wenn sie nicht entsprechend eingeführt beziehungsweise verständlich erklärt werden.

Dienste-Anbieter zum „Value-Exchange Advertising“

Gedanken zur alternativen Vermarktung von „Paid Content“, also auch um bezahlte Inhalte wie Spielwährungen, haben sich schon viele Unternehmen gemacht. Einige kreative Beispiele aus der Vergangenheit sind Freecent oder in7Tagen – von beiden jedoch ist mittlerweile nichts mehr zu hören. Unter anderem sind gerade die nachfolgenden Anbieter auf dem deutschen Markt tätig:

  • Pay by Shopping. Die Marke von dealunited setzt hauptsächlich auf „Bezahle durch's Einkaufen“ und präsentiert sich damit als alternative Bezahlmethode. Der deutsche Anbieter hat unter anderem Kapitalgeber wie Bertelsmann Digital Media Investments und Tengelmann Ventures im Rücken und verweist auf Kunden wie Telefonica o2, Otto und Tchibo.
  • Sponsorpay. Das ebenfalls deutsche Unternehmen bietet verschiedene Ansätze und präsentiert sich als Werbenetzwerk sowohl für Apps als auch für den Einsatz auf E-Commerce-Websites. Neben dem „Bezahlen durch Einkaufen“ können Kunden hier auch mit Umfragen und sonstigen sozialen Interaktionen bezahlen. Zu den Kunden von Sponsorpay gehören laut eigenen Angaben Coca Cola, McDonalds, Samsung und VW.
  • TrialPay. Das Urgestein der Branche ist der US-Amerikanische Anbieter TrialPay, der auch in Deutschland tätig ist. Neben Facebook setzt auch die Spieleschmiede Zynga auf TrialPay. In Deutschland war auch Avira lange Zeit ein prominentes Beispiel für den Einsatz von Trialpay, mittlerweile wird die Möglichkeit, die Antivirus-Software über TrialPay zu erwerben zumindest nicht mehr aktiv beworben.

TrialPay bietet auch einen Online/Offline Service:

Fazit

Prinzipiell eine interessante Werbeform oder Bezahlmethode – je nach Sichtweise – auch wenn die Kunden in Deutschland manchmal eher skeptisch gegenüber alternativen Zahlungsmethoden sind, besonders wenn es scheinbar etwas „umsonst“ gibt. Man muss sich hier vor Augen halten, dass entweder eine Gegenleistung in Form von Aufmerksamkeit und Zeiteinsatz erbracht wird oder durch einen Einkauf beim jeweiligen Shoppingpartner „echtes“ Geld fließt. Für Werbetreibende und Onlineshop-Betreiber dürfte diese „Bezahlmethode“ oder Werbeform auch interessant sein, denn die eingesetzten Werbekosten erzeugen unmittelbar messbaren Kunden- oder sogar Umsatzzuwachs.

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