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Kommentar

Payback Pay knackt die Nuss: Der Mobile-Payment-Durchbruch kommt

    Payback Pay knackt die Nuss: Der Mobile-Payment-Durchbruch kommt

(Grafik: Payback Montage: t3n)

Payback Pay wird eine Erfolgsgeschichte, da ist sich t3n-Redakteur Jochen G. Fuchs sicher. Eine Kombination aus guten Startvoraussetzungen und tatsächlichem Kundennutzen sorgt für Zuversichtlichkeit.

Das Bonuspunkte-Programm Payback lässt seine 28 Millionen Kunden ab Juni auch mit dem Handy an der Kasse bezahlen. Ein Durchbruch für den Mobile-Payment-Markt steht schon so gut wie fest, denn Payback macht alles anders, als die bisherigen Mobile-Payment-Player. Allerdings ist Payback auch kein Mobile-Payment-Player. Und eigentlich ist ihnen Mobile Payment auch nicht wichtig. Was im Prinzip schon die erste Voraussetzung für den Erfolg ist, aber Payback bringt noch wesentlich mehr Erfolgsvoraussetzungen mit.

Payback pfeift auf das Schlagwort „Mobile Payment“

„Werbung für Mobile Payment erinnert an UMTS von vor 15 Jahren.“

Es wird viel geredet über Mobile Payment in der Handelsbranche, den Kunden in Deutschland interessiert es nicht. Auch die meisten Peer2Peer-Anbieter, die bargeldlose Zahlungen von Handy zu Handy ermöglichen, fristen ein unbedarftes Nischendasein. Da half es wenig, dass immer mal Anbieter wie Yapital mit vielversprechenden Ansätzen auftaucht sind, die es noch nicht einmal geschafft haben, Early Adopter zu begeistern, weil sie das Kauferlebnis völlig versaut haben. Ungeschulte Mitarbeiter bei den Handelspartnern, keinerlei Bekanntheitsgrad, null Verbreitung und immer wieder Konzentration auf das Stichwort Mobile Payment.

Die Kommunikationsansätze zum Thema Mobile Payment erinnern an die fast fünfzehn Jahre alten Markteinführungskampagnen der Mobilfunknetzbetreiber zum Thema UMTS. Damals wie heute  fragt sich der Kunde „Was bringt mir das?“, damals wie heute bekommt er als Antwort ein Schlagwort. UMTS! Mobile Payment! Yeah! Wen interessiert schon der Kundennutzen, Feature is King.

Was sagt Payback? „Für uns liegt nicht der Reiz darin, Mobile Payment zu launchen, sondern dem Kunden eine ganzheitliche Kauferfahrung über die App näher zu bringen“, so Florian Wolfframm im Interview mit Location Insider. Und das wird Payback gelingen.

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Wieso Payback Pay in einer sehr guten Startposition ist

Im Gegensatz zu einem Mobile-Payment-Anbieter muss Payback niemanden von seiner App oder seinem Dienst überzeugen. 28 Millionen Kunden, von denen einige Millionen 8,5 Millionen-mal die Payback-App heruntergeladen haben und 3,5 Millionen Transaktionen (Punkte sammeln) täglich an den Kassen sind mehr als jeder Mobile-Payment-Anbieter aufbringen könnte. Selbst PayPal beispielsweise hat nur 16,1 Millionen Kunden in Deutschland. Im Vergleich zu den 103,6 Millionen Bankkarten und mehr als zwei Milliarden Transaktionen in Deutschland, welche die Deutsche Kreditwirtschaft mit der girocard verzeichnet, mag das klein erscheinen. Aber hochgerechnet wird die Payback-Karte knapp eine Milliarde mal im Jahr eingesetzt. Eine gute Startposition.

Damit der Kunde zu einem Gewöhnungseffekt kommt, muss ein dichtes Netz an Akzeptanzstellen vorhanden sein. Die girocard verfügt nach eigenen Angaben über 770.000 Terminals in Deutschland. Payback hat aktuell 650 Partner und startet mit seiner neuen App bei DM (1.744 Filialen), dann folgen dicht darauf Real (293 Filialen), Galeria Kaufhof (rund 100 Filialen), Rewe (mindestens 3.300 Filialen) und Aral (mindestens 2.377 Tankstellen) hochgerechnet mit angenommenen fünf Kassenplätzen pro Handelsfiliale und zwei Kassenplätzen pro Tankstelle ergäbe das grob geschätzt 33.000 „Zahlungsterminals“ für Payback.

Was Payback aus Kundensicht richtig macht

„Es geht nicht darum, Mobile Payment ‚zu verkaufen‘“

Plastikkarten nerven, vorrangig bietet Payback seinen Kunden zusammen mit der App jetzt eine digitale Karte. Wer sich gewundert hat warum Payback nicht schon längst einen popeligen Barcode in seine App eingebaut hat, könnte jetzt vermutlich nicht zu unrecht argwöhnen, dass der Barcode aus strategischen Gründen erstmal weg blieb. Statt nur der digitalisierten Sammelkarte wird jetzt ein umfassenderes Paket herausgebracht, welches das Kauferlebnis wirklich etwas verbessern wird. Es geht also nicht darum, irgendwem Mobile Payment „zu verkaufen“, sondern die Payback-Nutzer von der „digitalen Karte“ zu überzeugen, die in der App mit einem neuen Funktionspaket aufwartet.

Payback ist in der angenehmen Lage, Mobile Payment als Nebenfunktion anbieten zu können. Der eigentliche Vorgang, den der Kunde durchführen möchte, ist das Punkte sammeln. Wie verbessert Payback das Kauferlebnis? Hier dürfte zum ersten Mal das Lieblingsargument der Mobile-Payment-Branche berechtigt zum Einsatz kommen: die Zeitersparnis. Statt in einem Schritt mit der EC-Karte zu bezahlen und in einem anderen Schritt die Payback-Karte vorzulegen, reicht ein Scan des Payback-Pay-Codes. Damit ist die Ware bezahlt und das Punktekonto aufgefüllt. An vielen Payback-Partner-Kassen ist bereits ein Selfservice-Terminal für Kunden integriert, das erleichtert den Vorgang nochmals.

(Grafik: Payback)
Payback Pay ist nur ein Teil der Payback-App und vereint Punkten und Bezahlen in einer Funktion. (Grafik: Payback)

Payback vermerkt in der Pressemitteilung und in einem Blogeintrag, dass die Dienste noch um Lokalisierungsfunktionen erweitert werden. Wahrscheinlich werden zukünftig die im jeweiligen Geschäft gültigen Payback-Coupons automatisch prominent in der App angezeigt und bei Auswahl automatisch mit dem Bezahlvorgang eingelöst. Und Payback plant noch mehr, in einem Interview mit Location Insider deutet der Anbieter neben Lokalisierungsfunktionen und der Verbesserungen im Couponing-Workflow noch mögliche weitere Dienstleistungen an, die das Shoppingerlebnis abrunden könnten: einen digitalen Beleg beispielsweise. In den USA schon Standard bei großen Ketten wie Macys. Für mich persönlich eine Killerfunktion für die Dokumentation zu Garantiezwecken und zur Führung von Haushaltsbüchern, die digitale Belege einlesen können.

Und schließlich: Im Gegensatz zu allen bisherigen Mobile-Payment-Lösungen funktioniert die Zahlung mit Payback auch offline, ob das Handy Empfang hat oder nicht, ist unwesentlich. Zukünftig, wie Payback andeutet, auch mit der Nahfunk-Technik NFC statt einem QR-Code.

Handelsfreundliche Aufstellung

„Auch der Handel profitiert von der neuen Payback-App.“

Der Handel profitiert in mehrfacher Weise von der neuen Payback-App und der Payback-Pay-Funktion. Durch das Zusammenlegen von Arbeitsschritten wird das Bezahlen an der Kasse schneller, die Hemmschwelle, das Loyalty-Programm zu nutzen, wird geringer. Hat doch mancher Kunde in der Eile oft keine Lust, die Frage „Haben Sie eine Payback-Karte?“ zu beantworten.

Im Vergleich zu den regulierten 0,3 Prozent für Kreditkartengebühren sind Lastschriftzahlungen deutlich günstiger – mit maximal 0,2 Prozent oder maximal fünf Cent pro Transaktion, je nachdem welche Grenze zuerst erreicht wird. Die Motivation des Handels, das neue Verfahren aktiv am Point of Sale zu unterstützen, hat also auch einen monetären Antrieb. Kreditkartenkunden gehören zu den paymentaffineren Kundentypen, dürften also auch eher bereit sein, ein Mobile-Payment-Verfahren einzusetzen.

Payback Pay: Die Gesamtkonstellation macht die Erfolgschancen aus

„Der Kunde spart mit der Payback-App wirklich Zeit.“

Zusammengefasst bestehen die Payback-Erfolgschancen in einer schon bestehenden, guten Verbreitung der App, einer hohen Kundenbasis und jeder Menge motivierter Akzeptanzstellen, bei denen nicht mehr viel Aufwand in die Schulung gesteckt werden muss. Es reicht, wenn der Kassierer weiß, dass der Kunde auch mit Payback bezahlen kann. Der Arbeitsschritt bleibt für den Kassierer derselbe, an den Kassen, die über Selfservice-Terminals verfügen, erledigt sogar der Kunde den Zahlungsvorgang.

Hinzu kommt, dass der Kunde endlich wirklich einmal etwas Zeit und Aufwand spart, wenn er die Bezahlfunktion in seiner Payback-App aktiviert – erst recht, sobald das Einlösen von Coupons automatisiert integriert ist.

Vermutlich wird Payback Pay kein lawinenartiger Erfolg werden, sondern eher ein bedächtiger Erfolg mit deutlichen Wachstumsraten. Aber ein wirklich vorhandener Kundennutzen wird dafür sorgen, dass Early Adopter die Funktion regelmäßig nutzen werden und sich so zum ersten Mal in Deutschland ein übergreifender Mobile-Payment-Dienst flächendeckend etablieren können wird.

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16 Reaktionen
Kolja Ritter
Kolja Ritter

Das System Payback Pay funktioniert aber nur dann, wenn das Pay sich auf dem Handy funktioniert. Ich habe ein 3 Monate altes Samsung S7 NICHT GEROOTET. Trotzdem ist mein Handy unsicher und wird von Payback Pay nicht akzeptiert. Nur für Payback Pay kaufe ich mir sicher nicht noch ein neues Handy.

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basti72
basti72

Ich bin auch bei Payback. Bis zu 10% Rabatt bei dm (bei 10-fach Punkten), bis zu 5 Prozent bei real und REWE nehme ich gerne mit. 1x im Jahr lasse ich mir die gesammelten Punkte auf das Girokonto überweisen. Gäbe es nur diese komischen Prämien - evtl. sogar mit Zuzahlung - würde ich da nicht mitmachen.

Ja, die wissen durch Payback, wer ich bin und was ich bei ihnen einkaufe. Das wusste in den 70er Jahren in meiner Kindheit die Frau im Tante-Emma-Laden auch schon. Das sind nicht die zentralen Geheimnisse in meinem Leben ...

Payback Pay überzeugt mich dagegen nicht. Der Autor dieses Artikels schreibt, dass es schneller geht als andere Zahlungsarten. Wirklich? Handy-Bidschirm einschalten, Entsperrcode eingeben, Payback-App starten, Pay auswählen, Pay-Pin eingeben, der Verkäuferin mitteilen, dass ich mit Pay zahlen möchte, Code eincannen. Da bin ich mit EC-Karte + Payback-Karte aber schon 3x fertig.

Außerdem ist und bleibt Payback Pay eine Insellösung. Ohne Geld und Karten aus dem Haus gehen funktioniert nur, wenn ich garantiert nur bei den Payback-Partner wie REWE, real, dm und Kaufhof einkaufe. Sollte ich unterwegs bei Aldi oder Rossmann vorbei kommen, ist der Spaß schon wieder vorbei.

So wird das natürlich nix. Es müsste schon ein System sein, dass absolut überall funktioniert, vergleichbar mit der EC-Karte.

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waldi
waldi

Auch ich schließe mich Basti an. Trotz höhere Bildung (oder gerade deswegen) nehme ich seit fast anbeginn am PayBack-Programm teil. Ich verwerte die Punkte indem ich sie für einen Einkauf regelmäßig verwerte. Eine kleine Korrektur - 10 fache Punkte bei Real und Rewe gibt es bereits seit langem nicht mehr. Und mit 5-fachen erreiche ich 2,5% - aber auch das ist etwas, wenn man vielleicht dort was größeres kauft. Aber auch damit haben die Marktforscher nur einen Schlüssellocheinblich in mein Privatkonsum, da ich nebenbei noch bei Aldi, Lidl, Netto und Edeka kaufe.
Aber die Payment-Funktion werde ich nicht nutzen. Vielleicht eine native, wie Apple-Pay, wenn sie mal kommt (übrigens funktioniert diese kurioserweise schon bei vielen Märkten incl. Aldi, man kann es über Tricks auch bereits jetzt in DE aktivieren). Aber die Vorzüge meiner Kreditkarte kann mir kein vom Konto abbuchendes Payment-System geben. Ich mag halt das verzögerte bezahlen (ohne Mehrkosten), ich mag die Aufstellung aller Zahlungen (aber nicht versteckt unter den Strom, Wasser, Müll und sonstigen Kosten). Ich mag auch die Sicherheit, dass ich auch mal eine Buchung reklamieren kann, sollte aus irgendeinem Grunde etwas schief laufen. Und ja, ich bekomme derzeit noch die 5fachen Punkte. Solllte das fortbestehen, könnte man ja nachdenken. Aber derzeit eher nein.

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basti72
basti72

@waldi:
Doch, 10fach Punkte gibt es - zumindest bei Real. Immer mal auf Produktgruppen wie Obst/Gemüse oder Bier. Ab und zu auch auf alles. Entweder über Papiercoupon/E-Coupon oder es werden entsprechende Zettel in der Filiale an der Kasse verteilt. Die 10fach Punkte auf alles gibt es grundsätzlich immer an einem Mittwoch. Vielleicht sonst der schwächste Tag ... Bei Rewe hab ich eigentlich auch in Erinnerung, dass ich immer mal 10fach Punkte aktiviere, aber dann meist verfallen lasse, da ich Rewe nicht direkt in der Nähe habe.

Ich muss mich noch korrigieren, was das Einlösen betrifft. In letzter Zeit setze ich sie meist wie waldi zum Einkaufen ein. So 1 bis 2 mal im Jahr. Und zwar, wenn es 10fach-Extrapunkte auf den Einkauf mit Punkten gibt. Zur Zeit wieder bei dm der Fall. Diese Woche 6.560 Punkte für Babyzeug eingelöst (= 65,60 Euro), darauf habe ich erhalten: 84 reguläre Punkte, 336 Punkte durch einen 5fach-Coupon und dann noch 656 Punkte für 10fach Punkte auf Zahlen mit Punkten. Also 1.076 Punkte = 10,76 Euro.

NeyDrown
NeyDrown

Ich bin schon der Meinung, dass es schneller geht. Handy entsperren, app öffnen + pay+pin kannst du nämlich schon öffnen und anklicken, selbst dann wenn du noch nichtmals an der Reihe bist. der Pin ist ~5 min oder so gültig . Hat bisher immer ausgereicht.
Mit dem Iphone gehts dank entsperren per Fingerabdruck sogar noch schneller. Pin eingeben entfällt hier komplett.
Ich selber benutze die Funktion bei dm schon seit dem es sie gibt - mittlerweile weiss auch so ziemlich jede Kassiererin bei uns, dass sie einfach nur auf "PAYBACK PAY" drücken muss, nachdem ich mein Handy übers Terminal gehalten habe.
Bang... fertig bezahlt.

Bei dm und rewe klappts super - bei anderen Payback Händlern leider noch nicht. Hoffe da kommt bald mehr^^.

Antworten
Guido
Guido

Hallo Jochen,

«Einen Konsens finden die Studien tatsächlich meist darin, dass rund die Hälfte der deutschen Haushalte über einen Payback-Account verfügt.»

Das ist genauso irrelevant wie die angebliche Zahl von 28 Mio. Paybackkartenbesitzern. Relevant ist die Zahl der regelmäßigen aktiven Nutzer. Payback verschickt 1,5 Mio. Prämien pro Jahr. Von angeblich 28 Mio. aktiven Nutzern fordern nur 1,5 Mio. eine Prämie ein? Rund 95% der angeblich aktiven Paybacknutzer liefern ihre ganzen Daten bei Payback ab, ohne auch nur eine Prämie einzufordern? Erklären Sie bitte mal die Diskrepanz zwischen diesen Zahlen! Die einzig logische Erklärung ist, das 95% der Paybackkartenbesitzer diese nicht regelmäßig nutzt.

Die gängigen Prämien bei Payback sind Salz- und Pfefferstreuer, Gartenschere und Wasserkocher. Gegenwert 15-25 EUR. Das ist auch logisch: Gebe ich im Jahr z.B. 4.000 Euro für Lebensmittel aus, so sammle ich Prämienpunkte im Wert von 20 EUR. Das soll Payback und zukünftig Payback-Payment zum überragenden Erfolg machen? So etwas mag ja für das sogenannte Prekariat interessant sein, aber das ist nicht die Bevölkerungsgruppe, die neuen Paymentmethoden zum Durchbruch verhilft.

Und Sie schreiben, das die App zukünftig Lokalisierungsfunktionen erhalten soll aber "Datenschutzaspekte spielen keine Rolle". Mit den Lokalisierungsfunktionen bekommt Payback ein lückenloses Bewegungsprofil von mir, weiß wann, wie oft ich zu welchem Urologen gehe, usw. Das alles für einen neuen Salzstreuer am Jahresende? Machen Sie das? Macht das irgendwer in Ihrer Redaktion? Machen das Ihre Angehörigen? Nein? Komisch.

Was ich damit sagen will: Die Zahlen die Payback da vermeldet, egal ob zu Paybackkarten- oder Payback-App-Nutzern erscheinen absurd überhöht und deswegen sind die Rahmenbedingungen für den Erfolg der Paymentlösung viel schlechter, als hier dargestellt. Es wird kein Erfolg werden.

* Im Jahr 2014 verschickte Payback 1,5 Mio. Prämien.
http://www.n-tv.de/ratgeber/Die-Mutter-aller-Bonuskarten-wird-15-article14434216.html

Antworten
Mario
Mario

@Guido: Bitte tu den Leuten einen Gefallen und setzt Dich etwas besser mit dem Objekt Deiner Kritik auseinander.

Warum?

(1) Aktivität im Programm: Deine Argumentation hat eine kleine Schwäche. Payback bietet mehr Einlöseoptionen als Prämien (= Toaster und Co.) an.

Meines Wissens bietet Payback die Einlösung in Wertgutscheine beim Partner, Überweisung aufs Konto oder spenden an. Ich gehe nicht davon aus, dass Prämien den Großteil der Einlösung ausmachen sonder Geld(ähnliche) Einlöseoptionen.

(2) Nutzerzahlen: Es ist seit Jahr und Tag bekannt, dass Payback rund 50% der HH in GER erreicht, seit Beitritt der REWE dürften noch mehr geworden sein oder die bestehenden deutlich aktiver.

Ja 28M hat ein Propaganda-Gschmäckle, meine Schätzung wären eher 15-20M aktive Kunden - aber das reicht ja auch noch, oder?

Downloads: Jep, das war nicht sehr cool "Downloads" in "aktive Nutzer" umzuwandeln, aber wenn es 2-3 Mio Aktive sind - reicht das auch leicht um den Mobile Payment Markt in Bewegung zu bringen.

(3) Datenschutz & Mehrwert: Das kann man sch**** finden. Zig Millionen denken aber nicht so bzw. denken wahrscheinlich gar nicht... sorry. Daher hat dieser emotionale Aspekt für mich nichts mit der Sache zu tun und es zählt was Jochen sagt - die Nutzung und da gehe ich von 20 bzw 3 Mio aus.

Somit stimme ich dem Artikel (& der Payback PR) zu. Payback ist aufgrund der Kombination aus Akzeptanzstellen, Kunden & Mehrwert (funktional & monetär) in der besten Position ein oder sogar DER starke Player im deutschen Mobile Payment Markt zu werden.

Die zentrale Frage für Payback ist aber, was kommt nach dem Partnerverbund. Bleiben Sie ein (großes) geschlossenes System oder werden auch Nicht Partner integriert? Wollen diese Nichtpartner das überhaupt (z.B. Nutzung von Shell Daten für Aral)? Will der Partnerverbund das (= Aufweichen des Payback USP)?

Antworten
Jochen G. Fuchs

Mario hat im Prinzip schon alles gesagt, Guido. Deine Kritik wird immer weniger stichhaltig.

Zu deinem „Argument“ der Prämienanzahl:
Paybackpunkte werden direkt an der Kasse der Partner zur Zahlung genutzt oder um Einkaufsgutscheine zu erhalten. Pfefferstreuer braucht kein Mensch.

Zu deinem „Argument“ der aktiven Nutzung:
Ich habe keine Ahnung was ich dir da noch für Zahlen unter die Nase halten soll, wenn dir weder GFK- noch Marktforschungspanels als Argument reichen. Deswegen lasse ich es.

Zu deinem „Argument“ Datenschutz:
Es geht nicht darum ob da Daten angesammelt werden, sondern darum dass jeder weiß dass da Daten gesammelt werden und es offensichtlich egal ist. Sonst wären nicht so viele Nutzer vorhanden.

Zu deinem, nein, das ist noch nicht einmal ein Argument in Anführungszeichen, zu deiner Tirade zu den Payback-Nutzern:
Dass Payback-Nutzer die dümmsten Menschen aus dem Prekariat Deutschlands sind, erscheint mir eine wenig reflektierte und haßerfüllte Behauptung ohne Sinn.

Ich kenne ziemlich viele in meiner Umgebung, die das nutzen. Ich nutze Payback auch. Und ich kenne mindestens einen weiteren t3n-Nutzer.

Und jetzt gehe ich wieder zurück an meine dumme Unterschichtarbeit.

Kopfschüttelnde Grüße,
Jochen

lukas
lukas

Ich glaube payback wird von PayPal usw nicht mal als Konkurrenz gesehen...

Es ist einfach dem Kunden beizubringen die Karte an der Kasse zu zücken um Punkte zu sammeln.

Es ist aber nicht einfach dem deutschen Kunden zu erklären das er mit seinem Handy bezahlen kann...

Deutschland hängt in solchen Sachen 10 Jahre hinterher...

Als Beispiel nenne ich mal das so hoch gelobte "paydirekt" ;) lächerlich und viel zu spät... Der Zug ist schon lange abgefahren...

Antworten
Jochen G. Fuchs

Wer lobt den Paydirekt? Ich finde kein Branchenmedium, das Paydirekt in den Himmel jubelt.

Viele Grüße,
Jochen

Antworten
M. niedermeyer
M. niedermeyer

Pfft. @Guido: Selbst wenn es nur ein Zehntel der Nutzer wäre, wäre das schon eine Riesenzahl im Vergleich zu den bisherigen Anbietern. Und wenn es den Kassenvorgang beschleunigt haben endlich mal Anbieter UND Kunde was davon. Also ich bin sehr gespannt und biete mich als Early Adopter an wenn das alles so klappt.

Antworten
Guido
Guido

Sehe ich völlig anders. Ich weiß nicht, wie die Zahlen zustande kommen sollen. 28 Mio aktive Nutzer in Deutschland? Das muss ungefähr jeder 2. Erwachsene sein. Bei bisher laut allen unabhängigen Untersuchungen (z.B. Stiftung Warentest) nicht vorhandenem Nutzwert bzw. Sparpotential des Payback-System. Böse könnte man sagen: Payback ist ein System für die Dümmsten der Gesellschaft, um sich ohne Gegenwert freiwillig ausspionieren zu lassen. Das macht jeder 2. Erwachsene in Deutschland?

Zum anderen stellt sich die Frage, inwieweit der Autor dieses Textes in der Lage ist, Marketingsprech zu verstehen? Payback spricht in der Pressemitteilung von 8,5 Mio Downloads der bisherigen App. Der Autor macht daraus "8,5 App-Nutzer". Das ist völliger Quatsch. Es gibt viele Gründe, warum die Anzahl der Downloads nicht ansatzweise mit App-Nutzern gleichzusetzen ist. Viele werden die App nur mal angeguckt haben. Kauft man ein neues Smartphone oder Tablet, so lädt man die App erneut herunter. Usw. Es werden wohl eher 1-2 Mio. App-Nutzer sein und Payback genaz wissen, warum man lieber belanglose Downloads statt aktive App-Nutzer angibt. Letzte Zahl wird man auch genau kennen. Ist wohl eher mager.

Damit fällt die Argumentationskette weitgehend in sich zusammen "Zusammengefasst bestehen die Payback-Erfolgschancen in einer schon bestehenden, guten Verbreitung der App ..." Man kann Datenschutzaspekte ja unterschiedlich beurteilen, aber Payback wird für viele weitaus weniger vertrauenswürdig sein als Paypal oder Apple. Und letztlich ist Payback primär eine deutsche Sonderlösung. Wie sieht es denn aus, wenn man auch die Startbedingungen in Frankreich, USA oder China einbezieht? Dann sieht es rabenschwarz für Payback im Vergleich zu Paypal, Apple, Amazon, Google aus.

Antworten
Marius
Marius

So viel Wut zwischen den Zeilen. Das kennt man ja sonst nur von der Taxiwirtschaft, wenn es um Uber geht.

Ich teile die Meinung des Autors und gehe auch von einem Erfolg aus. Die Datenschutzaspekte sind oft an den Haaren herbeigezogen und nur für eine kleine Minderheit bedrohlich, die so uninteressante Leben führt, dass eh keiner sie ausspionieren will. Außerdem muss man irgendwo ne Grenze ziehen, Guido! Du wirst deinen Kommentar sicherlich nicht über das Tor-Netz abgesetzt haben, aber soweit gehen die Bedenken vermutlich nicht. Im Zweifel muss die AfD halt die Kabel trennen.

Was die deutsche Sonderlösung und andere Länder anbelangt, Paypack ist da als 100%-Tochter von American Express ganz gut positioniert. In den USA sicherlich besser als hier. Die Mutter kann sicherlich einiges lernen und das entsprechend auf andere Märkte portieren.

Ich freue mich auf den Launch von Paypack Pay. Ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass ich in allen Läden, in denen das System ausgerollt wird, nur noch per Smartphone zahlen werde. Ganz genauso wie bei Starbucks, wo die App alle Plastikkarten und alles Bargeld verdrängt hat.

Im übrigen teilen hochkarätige Fachleute der Fintech-Branche ebenfalls die Einschätzungen des Autors hier. Einfach mal nach "Ratpack Fintech Payback Pay" googeln...

Antworten
Jochen G. Fuchs

Servus Guido,

da kann ich helfen:

Die Zahlen kommen neben den Angaben von Payback beispielsweise aus TNS Emnid Erhebungen, die Macht der Kundenkarten findet sich auch in anderen Studien wieder. Die Zahlen schwanken je nach Quelle. Einen Konsens finden die Studien tatsächlich meist darin, dass rund die Hälfte der deutschen Haushalte über einen Payback-Account verfügt.
http://www.retailmenot.de/studien/gutscheinstudie-2015 oder GFK. http://www.loyaltypartner.com/de/presse/pressemeldungen/pressemeldung/aktuelle-gfk-zahlen-zur-verbreitung-von-kundenkarten-in-deutschland/ http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/brandindex-so-unterschiedlich-werden-payback-und-deutschlandcard-eingesetzt/12529668.html

Die von dir angesprochenen Untersuchungen zum Nutzwert solcher Programme sind im Gegensatz zu meinen angeführten Erhebungen völlig unerheblich für meine Argumentation. Wer solche Programme nutzt, ist von deren Nutzen überzeugt. Da spielt das keine Rolle mehr, deshalb setze ich mich nicht damit auseinander. Ausschlaggebend ist nicht der mögliche Nutzen der Rabattprogramme, sondern die Nutzung. Fakt ist und bleibt wie dargelegt, dass Millionen von Menschen täglich die Payback-Karte einsetzen.

Ja, bei den Download-Zahlen hast du Recht, die Zahl der Nutzer unterscheidet sich wahrscheinlich von der Anzahl der Downloads, das passe ich an.

Die Argumentationskette fällt damit aber nicht in sich zusammen, tut mir Leid. ;-)

Die Nutzerzahlen anderer Mobile-Payment-Systeme bewegen sich in Deutschland in verschwindend geringen Höhen. Selbst wenn deine Schätzung von 1-2 Millionen Nutzern zutreffen sollte, wofür es keine Anhaltspunkte gibt, genauso wenig wie für 8,5 Millionen, ist das immer noch ein Vergleich von David zu Goliath.

Datenschutzaspekte? Die spielen keine Rolle, wenn Kunden freiwillig persönliche Daten über Kaufbewegungen und Haushaltseinkommen von sich preisgeben, wie soll dann die banale Preisgabe der Bankverbindung irgendwie relevant sein? Die Nutzer vertrauen Payback bereits.

Startbedingungen im Ausland? Ist nicht das Thema dieses Kommentars, es geht einzig und alleine um den Durchbruch in Deutschland. In den USA ist der Durchbruch längst erledigt. Da spielen ganz andere Faktoren einer fragmentierten Bankenlandschaft eine Rolle, die zu so großen Erfolgen wie bei Venmo führen.

Proximity-Payment und ausländische Player in Deutschland: Paypal? Macht in Deutschland keinen Finger krumm, damit kannst du an fünf Snackautomaten und in zehn Cafes bezahlen. Werden sich auch nicht bewegen, bevor Bewegung in das Thema kommt. Apple? Macht keinerlei anstalten den deutschen Markt zu betreten, wenn Apple Pay kommt, wird's interessant. Nutzt allerdings nur Kreditkarten, nicht gerade der Deutschen liebstes Kind. Amazon? Macht kein Mobile-Payment. Google? Hm. Etwas Potential, aber macht ebenfalls keine anstalten Deutschland großflächig mit Akzeptanzstellen zu versorgen.

In Deutschland sind die Chancen für eine Sonderlösung gut, weil der Markt hier auch ziemlich besonders ist.

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

Peter

Also im Gegensatz zu Marius finde ich die Argumentation von Guido schon nachvollziehbar. Und nur weil Guido sich nicht tracken lassen will (wie ich übrigens auch) ihn als AfD-Sympathisant hinzustellen? Dann unterstelle ich jetzt Marius aufgrund seiner Marketingsprechgläubigkeit einfach, dass er TTIP bestimmt vollumfänglich untertützt.

Viele Grüße,
Peter

Ray Moulade
Ray Moulade

Deutschland ist Cash-Land.
Und das wird es auch nach der Einführung des Payments von Payback bleiben.

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