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Paydirekt – Ein Schneckenrennen Made in Germany [Kommentar]

Paydirekt – Ein Schneckenrennen Made in Germany [Kommentar]

Ende des Jahres wollen die deutschen Banken ihren Bezahldienst Paydirekt gegen Paypal in Stellung bringen. Aber ein Großteil der Sparkassenkunden werden außen vor bleiben. Das deutsche Schneckenrennen beginnt...

Paydirekt – Ein Schneckenrennen Made in Germany [Kommentar]

(Foto: pixabay.com)

Ja, es ist richtig, dass deutsche Online-Käufer großen Wert auf eine komfortable und vertrauenswürdige Bezahlfunktion im E-Commerce legen. Es ist ebenfalls wahr, dass die Konversionsrate arg leidet, wenn eine solche im Webshop der Wahl nicht vorhanden ist. Und, auch wenn es schmerzt, etwas altbacken und nationalistisch klingt: Deutsche Konsumenten vertrauen, gerade in Zeiten von NSA & Co, eher deutschen Partnern als amerikanischen Unternehmen, wenn es um ihre sensiblen Kontodaten geht.

Die Lage scheint also auf den ersten und auch zweiten Blick erfreulich übersichtlich und klar: Wir brauchen im Onlinehandel des größten und kaufkräftigsten europäischen Marktes einen Bezahldienst, der eine große Reichweite mit hoher Vertrauenswürdigkeit beim Kunden Dank lokaler Verankerung verbindet.

Eine Steilvorlage für die deutsche Kreditwirtschaft also, die, wie wir in der Stadionkurve zu sagen pflegen, selbst ein Einbeiniger locker im ersten Versuch in ein Tor verwandeln würde.

Und was machen die deutschen Banker aus dieser Vorlage?

Sagenhafte 15 Jahre nachdem mutige US-amerikanische Pioniere aus der Taufe gehoben haben, wird nun bekannt, dass der Bezahldienst der deutschen Kreditinstitute mit dem Namen Paydirekt zunächst ohne die meisten Sparkassen, und damit natürlich auch ohne den Großteil von deren 47 Millionen Girokonteninhabern, an den Start gehen wird. Man arbeite mit Hochdruck daran, um beim Start „mit ausgewählten Sparkassen und Teilnehmern mit an Bord zu sein“, erklärte ein Sprecher des Sparkassenverbands DSGV gegenüber heise online.

Dieses Versprechen kann eventuell nicht eingehalten werden... (Screenshot: vb-mosbach.de)
Dieses Versprechen mit paydirekt kann eventuell nicht eingehalten werden... (Screenshot: vb-mosbach.de)

Angesichts dieser Schlafmützigkeit mag sich so mancher verwundert die Augen reiben, andere werden dieses Schneckenrennen „Made in Germany“ mit einem Kopfschütteln begleiten und wieder andere, nämlich Paypal, werden die Champagnerkorken knallen lassen.

Was nützt es eigentlich, wenn deutsche Eliten aus Politik und Wirtschaft regelmäßig mit dem obligatorisch offenen Hemdkragen von ihren Exkursionen ins kalifornische Silicon Valley zurückkehren und mit leuchtenden Augen vom dortigen Pionier- und Gründergeist schwärmen, nur um anschließend wieder den Nadelstreifenanzug nebst Krawatte anzulegen sowie Innovations- und Risikofreude gegen teutonischen Kleingeist und Bedenkenträgertum eintauschen?

Frei nach Larry Page möchte man ihnen zurufen:

„Eine Königin hat keine Angst zu scheitern. Scheitern ist ein weiteres Sprungbrett zur Größe.“

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6 Antworten
  1. von rheinlandhippie am 24.08.2015 (11:42 Uhr)

    Ein weiterer Artikel ohne Sinn & Zweck! Bedenkt einmal, dass in den USA die meisten Gehaltszahlungen noch per Scheck bezahlt werden - noch besser: Die Amis zahlen sogar ihre Kreditkartenrechnungen per Scheck. Das nenne ich einmal ein Paradoxon. Soviel zum Thema Schneckentempo bei den Banken, wenn es um smarte Bezahlmethoden geht. Ja, es hat wirklich lange gedauert - aber muss man gleich schon wieder alles schlecht reden, bevor richtig durchgestartet wurde? Diese 90er-Jahre Attitüde steht Euch nicht!

    Böse Mitmenschen könnten darin ein weiteres Beispiel für armseligen Amateur-Journalismus von (evtl. sogar talentierten) Bloggern sehen.

    Anyway, evtl. bin ich als Mittvierziger bereits eine zu vernachlässigende Zielgruppe für Euch. Ich werde es wohl nicht erfahren…

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    • von Benny am 24.08.2015 (16:01 Uhr)

      Noch so ein Kommentar ohne Sinn. :-)

      Es geht doch gar nicht darum wie man in den USA zahlt, sondern wie die Menschen hier in Europa online bezahlen. Und dies macht die Mehrheit der Europäer über den amerkanischen Dienst Paypal. Und 15 Jahre später trauen sich die Deutschen ganz vorsichtig an das Thema heran, weil ihnen wegen Paypal halt viel durch die Lappen geht. Viel zu spät und dann noch langsam, weil Risikobereitschaft fehlt.

      Buchtipp, welcher es noch genauer auf den Punkt bringt: "Silicon Valley von Christoph Keese"

      Danach weiß auch ein Mittvierziger was Sache ist.

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      • von WebshopHilfe am 24.08.2015 (16:27 Uhr)

        Na wer wird denn hier gleich so austeilen. Es ist eher wirklich traurig dass es wieder nur so eine halbe Geschichte wird, wo nicht alle Banken enthalten sind.

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    • von Frank Zimmermann am 25.08.2015 (12:59 Uhr)

      Eines vorab an die "jungen Hüpfer": Der Autor des ursprünglichen Kommentars ist schlanke 50 Jahre alt. Bei allem Verständnis für kontroverse Meinungen, die ja gerade in dieser Sektion hier sehr willkommen sind: Am Alter kann kaum liegen ...

      Aber zur Sache: Es ging ja hier nicht um den Zahlungsweg von Gehältern oder Kreditkartenabrechnungen in den USA, sondern um die Frage, ob und wie die deutsche Kreditwirtschaft der ohne Zweifel vorhandenen Nachfrage nach einem Zahlungssystem mit möglichst großer Reichweite für den Online-Handel in Deutschland nachkommt. Und, da bleibe ich bei meiner Meinung, die Performance der deutschen Kreditinstitute ist hier leider sehr, sehr schwach.

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  2. von digidog am 25.08.2015 (13:27 Uhr)

    Ich kann rheinlandhippie nur anschließen. Da wird sinnlos gejammert und auf das tote Pferd (15 Jahre zu spät) weitergetreten. Eine „"News“" geschweige denn eine Analyse zum Thema sucht man hier vergeblich.

    Dass die Banken (nicht nur die deutschen Banken) 15 Jahre und mehr zu spät kommen, weiß mittlerweile selbst meine Oma. Und was ist jetzt die „"Message"“ vom Autor? Sollen die Banken hier nichts tun, weil sie deswegen schon zum Scheitern verurteilt sind? Oder sollen sie "keine Angst zu scheitern" haben und jetzt - besser spät als nie - weitermachen?

    Vor wenigen Monaten habt ihr noch darüber gelacht, dass sie einen zu ambitionierten Plan haben, zu Weihnachten mit dem Ding starten zu wollen. Soweit scheinen sie den Plan einhalten zu können. Warum ist es jetzt plötzlich ein Schneckenrennen? Findet ihr jetzt keinen andren Grund zu jammern?

    Ihr habt dem Bezahlverfahren damals auch wenig Chancen gegeben, weil die Sparkassen ursprünglich nicht on board waren. Jetzt sind die Sparkassen anscheinend auch von dem Ding überzeugt und dazu gestoßen. Ist das denn kein positives Zeichen, auch wenn sie logischerweise jetzt aufholen müssen? Warum macht das Mitmachen der Sparkasse jetzt auf einmal alles kaputt?

    Ihr fordert von Paydirekt auch, dass sie das System nach Baukastenprinzip und unabhängig von den Banken entwickeln sollen. Dass sie jetzt vorhaben, schrittweise und unabhängig von einzelnen Banken und Händlern das System hochzufahren, deutet doch darauf hin, dass sie genau das machen. Warum findet ihr das Vorgehen jetzt so schlimm?
    Versauter Start? Schneckenrennen?

    Ihr schimpft auf „"teutonischen Kleingeist und Bedenkenträgertum"..“. Habt ihr denn kein Spiegel zuhause? Oder könnt ihr einfach nicht klar blicken? Lasst die doch machen!

    Und hört auf, euren selbstverliehenen Expertenstatus zu missbrauchen, und uns Unwissenden mit euren objektiven, tief gehenden Expertenanalysen zu verwirren!

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  3. von Supermärkte am 25.08.2015 (16:59 Uhr)

    Wir erinnern an giropay . Ich glaube der Chef hat hier Artikel geschrieben.


    Russland hat erkannt das alle Kreditkartenfirmen Amerikanisch (Visa, Amex,...) oder Europäisch(Mastercard?) sind. Mit der Drohung Russland aus SWIFT auszukoppeln verhindert man evtl (bis zur nächsten Krise also Griechenland, Bankenpleite o.ä.) vielleicht die Übernahme der Ukraine.

    In korrupten Diktaturen sollten E-Zahlsysteme also eigene Paypal-Clones etabliert werden. Das arme Volk wünschte sich Überweisungs-URLs und QR-Codes. Damit hätten die endlos langen Bankennummern, Transaktionsnummern, Kontonummern usw. zahlen-dreher-frei in die Online-Banking eingetragen werden und nur noch per PIN/TAN und eigenen Kommentaren im Betreff-Feld ratz fatz bequem und elegant wie z.b. bei Redlaser oder Amazon-App-Barcode-Scanning bezahlt werden können.
    Doch das Volk wusste: So lange keine Frühstücks-Direktoren-Pöstchen und viele viele Firmen und Posten ohne Verantwortung und dafür viel viel viel mehr Einnahmen gegründet würden, wo der Bankdirektor seinem Schwager Pöstchen rüberschieben könnte wie es im Parteistaat üblich war, so lange würde elendiges Diktator-Online-Banking einem den letzten Nerv rauben und jede Email 10 mal schneller geschrieben und abgesandt werden können als eine Rechnung online zu bezahlen die sowieso schon aus dem Computer stammte und einen QR-Code enthalten könnte. Sogar die USA hatten schon ewig QR-Codes und Schecks wurden nicht von Menschen sondern von Maschinen vollautomatisch ausgelesen. Doch in der Diktatur wurden künstlich komplizierte Systeme aufgebaut mit Pöstchen und vielen Firmen und Frühstücksdirektoren-Pöstchen und Verwandten und Bekannte und ganz kompliziert. Das scheiterte natürlich weil Paypal natürlich endlos besser war und gute Firmen wie Warren Buffet, Craigslist, Whatsapp, Dwolla und ich glaube auch MySQL und PHP unter 100 Mitarbeitern hatten und Erfolg und Mitarbeiterzahl oft invers korrellieren.


    Aber zum Glück haben wir hier stattdessen die großartigen Sparkassen die fast schon seit den Fuggern und der Hanse erfolgreich für IT-Groß-Projekte und bequemes Rechnungs-Bezahlen und direkt-Bezahl-Systemen stehen. Jedem hier fallen doch sicher sofort drei deutsche erfolgreiche IT-Groß-Projekte ein... In wenigen Wochen werden wir also mit Paydirekt bezahlen und es wird sich wie schon der Transrapid und Toll Collect weltweit verbreiten...



    barzahlen.de hat laut Webseite schon 6000 Filialen. Wer ist also besser ? Supermärkte oder Sparkassen ?

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