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Payment-Dienstleister für den deutschen Markt auf einen Blick

Immer wieder kommt die Frage auf, welche E-Commerce-Payment-Player es im deutschen Markt gibt. Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten und vor allem einer Dynamik unterlegen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick.

Payment-Dienstleister für den deutschen Markt auf einen Blick

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Blog von André M. Bajorat und wird dort künftig regelmäßig aktualisiert.

Unterscheiden will ich nach den Funktionen der Player:

Kreditkartenacquirer

Den Start machen die so genannten Kreditkarten-Acquirer:

Der Acquirer ist der so genannte kaufmännische Vertragspartner für die Akzeptanz von Kreditkartenzahlungen. Will man Kreditkartenzahlungen direkt empfangen, kommt man in Deutschland um einen Kreditkartenakzeptanzvertrag nicht herum. Gerade für junge Unternehmen ist dies nicht immer ganz einfach, da die Acquirer vor dem Vertragsschluss eine mehr oder weniger umfangreiche Risikobewertung des jeweiligen Businesses vornehmen (müssen). Diese Bewertung ist dann auch ein wesentlicher Bestandteil bei der Preisfindung.

In der Regel erhält der Acquirer für seine Leistung einen Prozentanteil (Disagio) des Warenkorbes. Das x richtet sich dabei nach dem oben angesprochenen Risiko und weiteren Parametern wie Umsatz, Durchschnittsticket etc. Ein normaler Preis für das Disagio liegt zwischen zwei bis vier Prozent.

Kreditkartenacquirer gibt es nicht unendlich viele, sondern nur wenige Unternehmen in Deutschland haben die Lizenz, von Seiten der Kreditkartenunternehmen dieses Geschäft on- wie offline zu betreiben.

In Deutschland sind dies:

Mittlerweile bieten mehr und mehr der Kreditkartenacquirer auch die Dienste es Service Providers an, so dass vermehrt Lösungen aus einer Hand möglich sind.

giropay Acquirer

Eine vergleichbare Rolle wie die Kreditkartenacquirer nehmen auch die giropay Acquirer ein. Auch diese fungieren als kaufmännische Vertragspartner. Allerdings sind hier zum einen die Anbieter nicht so begrenzt und zum anderen bieten nahezu alle Acquirer im Bereich giropay auch eine technische Anbindung.

Bezahldienste/Wallets

Wallets können in der Regel einfach und direkt vom Shopanbieter angebunden werden. Auch die Vertragsgestaltung ist meist einfach und schnell erledigt. Dafür sind die Konditionen dann zumeist auch Standard und wenig verhandelbar.

Wallets erfordern von Seiten des kaufenden Kunden meistens eine Registrierung, bevor eine Zahlung erfolgen kann.

Das bekannteste und erfolgreichste Beispiel einer eWallet ist sicher PayPal. In der Wallet hinterlegt der Kunde die von ihm selbst präferierten Bezahlarten.

Bei den Wallets ist darauf zu achten, dass diese neben der PCI-Zertifizierung auch eine BaFin-Zulassung im Sinne des deutschen ZAG oder ein europäisches Pendant wie die eMoney-Lizenz der FSA haben. Durch die Wallet-Funktion und der „Verwaltung“ von Guthaben des Kunden, kommt den Wallets eine bankähnliche Rolle zu, die eine Aufsicht sinnvoll erscheinen lässt.

Weitere Bezahlarten

Neben der Kreditkarte und den Wallets gibt es noch eine Reihe weiterer Bezahlarten. Je nach Geschäftsmodell macht die Einbindung mal mehr und mal weniger Sinn. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die richtige Bezahlmethode für den Erfolg des Shops sehr relevant ist.

Payment Service Provider

Die so genannten PSPs haben die Aufgabe, die technische Verbindung zwischen dem eigenen , oft auch dem ERP-Sytem und den verschiedenen Zahlungsformen herzustellen, die nicht bereits direkt an den Shop angebunden wurden.

In ihrer Hoheit liegen in der Regel auch die sicherheitsrelevanten Kundendaten wie Kreditkartendaten etc. Daher ist bei den PSPs auf ihre PCI-Zertifizierung zu achten.

Für viele Unternehmen sind die technischen Schnittstellen, die von Seiten der PSPs zur Verfügung gestellt werden, immer wichtiger, da die Anbindung an die eigenen Systeme schnell und reibungslos erfolgen soll.

Die Leistungen des PSP werden in der Regel durch fixe Kosten pro Transaktion abgerechnet. Pro Transaktion sind dies in der Regel Cent-Beträge. Vereinzelt werden je nach Leistungsumfang des PSP zusätzlich initiale oder auch monatliche Kosten fällig.

Das Feld der PSPs ist leider nicht so eng wie das der Acquirer. Daher hier der Beginn einer Liste, die sicher und gern noch wachsen kann:

Ausblick in die USA

In den USA entstehen aktuell eine Reihe neuer E-Commerce-Player, die den Service für den Shopbetreiber noch deutlich erhöhen. Eine kleine Liste der neuen Angebote aus den USA:

Zu dem Thema hier noch ein Artikel von mir aus der t3n.

Payment-Dienstleister in einer Mindmap

Passend zum Thema habe ich eine Mindmap mit dem kostenlosen Tool xmind erstellt.

Die Maps stellen die Übersicht der Player dar und widmen sich dann den technischen und vertraglichen Anbindungen aus Sicht des Händlers.

Wer die Mindmap nutzen will, kann diese hier downloaden.

Hier eine kleine Vorschau:

Fazit

Welcher Partner der richtige, der beste, der günstigste etc. ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Einige der Player haben klare Schwerpunkte und sind daher in bestimmten Branchen weit vorn. Auch und vor allem die eigenen Systeme und die daraus resultierenden Anforderungen an den Partner lassen die Auswahl zu einem immer wiederkehrenden Einzelfall werden.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Blog von André M. Bajorat und wird dort künftig regelmäßig aktualisiert.

Über den Autor

André M. Bajorat ist seit 1996 in der deutschen Internetlandschaft zu Hause. Als ehemaliger Geschäftsführer der Giropay GmbH und Mitglied der Geschäftsführung der Star Finanz GmbH - der Firma hinter deutschlands populärster Homebanking-Software Star Money - sowie CEO der NumberFour AG, ist er heute als freier Berater im deutschen Startup- und eCommerce-Umfeld aktiv. Sein Blog ist für ihn eine riesige Linksammlung zu den Themen Banking, Payment und Mobile.

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9 Antworten
  1. von Protos am 16.02.2012 (17:39Uhr)

    Ich hatte gehofft hier auch etwas über Mobile/Phone Payment Dienstleister zu lesen.

    Z.B. http://www.infin.de oder micropayment.de Gibt es aus da noch andere relevante. Die Preisunterschiede sind doch teilweise erheblich.

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  2. von samuel.klyk am 19.02.2012 (13:58Uhr)

    Paymentwall ist ein genialer Dienst! Habe dazu auch aktuell noch einen Artikel auf meinem Blog veröffentlicht, für alle die es interessiert: http://samuel.klyk.ch/2012/02/paymentwall-eroffnet-office-in-berlin/

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  3. von andré am 20.02.2012 (10:58Uhr)

    @protos:
    danke für die Hinweise - ich habe diese im Blog und in den Mindmaps gern ergänzt

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  4. von andré am 20.02.2012 (10:59Uhr)

    @samuel:
    Paymentwall klingt in der Tat sehr spannend für den Bereich digitaler Content.
    Weisst Du, ob die Kollegen selber über eine Banklizenz verfügen? Wenn ich es richtig verstehe sammeln Sie ja das Geld für den Merchant ein und zahlen dann irgendwann aus.

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  5. von Le am 20.02.2012 (22:38Uhr)

    Wie kann man bei euch denn Einzelhefte online bestellen. Ich habe nur die Möglichkeit gefunden, ein Abo abzuschließen ...

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  6. von DD am 23.02.2012 (10:46Uhr)

    Ich vermisse in der Übersicht die Anbieter für Ratenzahlung (Banken (Santander, Commerz Finanz, etc.), Rechnungskaufanbieter mit Ratenkaufoption)...

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  7. von André M. Bajorat am 23.02.2012 (11:20Uhr)

    danke dd
    nimm ich gern auf

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  8. von Le am 23.02.2012 (12:23Uhr)

    Wie kommt man denn online an ein Einzelheft? Ich habe nur die Abo-Möglichkeit gesehen ...

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