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PayPal, gib Gas! Wie der wichtigste Player das Rennen gegen Apple Pay verliert

    PayPal, gib Gas! Wie der wichtigste Player das Rennen gegen Apple Pay verliert

Paypal, gib endlich Gas. (Foto: Micheal Evans / flickr.com, Lizenz: CC-BY )

Apple Pay bekommt jede Menge Vorschusslorbeeren. Wahrscheinlich auch berechtigt. Und der hoffnungsvollste Player am Mobile-Payment-Markt lässt sich augenscheinlich einfach abhängen: Paypal. Ein Kommentar von Jochen G. Fuchs.

Ein wenig komme ich mir in letzter Zeit vor wie im Hühnerstall: Alle rennen herum und gackern „Apple Pay“, als hätte eine ultimative Henne das Ei des Kolumbus gelegt. Dabei ist das Payment-Produkt von Apple eigentlich technisch gesehen nichts Besonderes. Es ist die Art von Payment-Dienst mit NFC und angeschlossenem Wallet, die andere schon seit Ewigkeiten in den Schubladen liegen haben oder bereits am Markt betreiben. Es wird wohl wieder einmal darum gehen, dass Apple die Verve und die Weitsicht besitzt, ein Produkt „rund“ zu machen und in den Massenmarkt zu heben. Das Smartphone gab es schon lange vor Apple, aber es besaß nur den Status eines merkwürdigen „Sonderlings“, nicht den Habitus eines coolen, einfach zu bedienenden Produkts für jedermann. Genau denselben Werdegang erleben wir in Kürze mit Apple Pay – falls PayPal nicht noch vorher einfallen sollte, dass sie selbst ein völlig konkurrenzfähiges Produkt besitzen.

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Apple Pay bekommt schon vor dem Start Vorschusslorbeeren. (Screenshot: Apple.)

PayPal Checkin: Wie es um den Apple Pay Gegner steht

Kurz nach der Präsentation des neuen Apple Zahlungsdienstes habe ich mich mit PayPal-Führungskräften auf einer Messe unterhalten und auf den neuen Mitbewerber Apple angesprochen. Man wirkte recht unaufgeregt, denn was Apple mit Apple Pay anleiere, sei bei PayPal in ähnlicher Weise ja längst verfügbar. Soweit nichts Neues: PayPal schleicht tatsächlich seit ungezählten Monaten mit einem Dienst umher, der Apple Pay gleicht. Kurz gesagt: nahtloses Zahlen mit einer App, ohne Zahlungsdaten zu übermitteln, ohne spürbare Authentifizierung und ohne größeren Aufwand: PayPal Check-in. Strenggenommen gibt es sogar mehrere solcher Dienste, die in der PayPal-App integriert sind: beispielsweise noch PayPal Beacon.

PayPal Beacon soll „Hands-Free-Shopping“ ermöglichen. Quasi-Automatisches Zahlen ohne einen Finger zu rühren. (Screenshot: PayPal.)
PayPal Beacon soll „Hands-Free-Shopping“ ermöglichen. Quasi-Automatisches Zahlen ohne einen Finger zu rühren. (Screenshot: PayPal.)

Etwas Neues habe ich doch erfahren: In den USA soll PayPal schon Millionen Akzeptanzstellen im stationären Handel haben. Nicht ganz unglaubwürdig, ein kurzer Check offenbart alleine in San Francisco 47 Seiten mit Akzeptanzstellen auf der PayPal-Website. Überwiegend einzelne Läden oder Gastronomen. In Deutschland dagegen findet sich PayPal Checkin bisher als Pilotprojekt nur in einigen Cafes und Restaurants wieder – und in einem einzigen Laden auch im Einzelhandel.

PayPal hat Millionen Akzeptanzstellen: Wieso ist Paypal nicht längst „Apple Pay“?

Das bringt mich jetzt zu mehreren Fragen: Wenn PayPal schon Millionen Akzeptanzstellen hat, wieso erhält das System nicht die Aufmerksamkeit, die Apple Pay erhält? Und noch viel wichtiger ist die Frage, wieso PayPal nicht längst das erreicht hat, was jetzt alle von Apple Pay erwarten: den Durchbruch zum Massenmarkt, die Transformation von einer obskuren Spielerei zu einer alltäglichen Anwendung?

Die Einführung in den USA kann ich zwar nicht direkt bewerten, hingegen die Einführung in Deutschland schon. Die Vorgehensweise ist zum einen leicht nachzuzeichnen und zum anderen hat sich Paypal im Gespräch mir gegenüber dazu geäußert: In Deutschland geht PayPal sehr vorsichtig vor, und vermeidet es das Produkt zu schnell flächendeckend voranzutreiben.

Begründet wird die Zurückhaltung zum einen mit einer besonderen Sensibilität gegenüber dem Kunden: PayPal launcht den Dienst lieber in kleinen Schritten und gibt Endkunden dadurch die Möglichkeit das Bezahlen im stationären Handel erst einmal auszuprobieren – auch um Skepsis abzubauen. Deshalb lässt sich über die Paypal-App im Moment eher ein Kaffee vorausbestellen und bezahlen, als ein Fernseher bezahlen. Zum anderen begründet Paypal das aber auch mit einem fehlenden Nutzwert gegenüber dem Endkunden:

„Beim Handel ist allerdings das Problem, das wir mit der Bezahlung per CheckIn lösen können, nicht so groß wie in der Gastronomie. Dort geht es darum, Stoßzeiten zu umgehen und nicht nur das Bezahlen, sondern auch das Bestellen zu erleichtern. Für den Handel könnte es dagegen interessanter sein, per Couponing mehr Kunden in die Läden zu locken. Denn ist ein Konsument erst einmal in einem Ladengeschäft, ist die Conversion viel höher und wird in vielen Fällen mehr gekauft, als ursprünglich beabsichtigt.“

Arnulf Keese, PayPal-Geschäftführer in Deutschland | Location Insider 15. Juli 2014

Lieber Kaffee verkaufen, wie breit aufstellen?

Und da haben wir schon das Problem: Apple geht große und bekannte Marken an in den USA, wie beispielsweise Macys, eine Marke mit dem Bekanntheitsgrad von Karstadt und Kaufhof und dem Qualitätsanspruch des KaDeWe. Damit katapultiert sich Apple auf einen Schlag publikumswirksam in das Sichtfeld der meisten Endkunden und in den Alltag der Kunden. Der beste Weg um die Transformation vom obskuren „Dingsda“ zum alltäglichen Bezahlvorgang hinter sich zu bringen. Was macht PayPal? PayPal verkauft Kaffee.

Apple Pay setzt in den USA auf einen breiten Einstieg und auf große Marken. Hier das berühmte Stammhaus der Kaufhaus-Kette Macys in New York. ((Foto: Guyermo / flickr.com, Lizenz: CC-BY))

Nutzwert kontra Nutzwert

Hier sieht PayPal offensichtlich die Bäume vor lauter Wald nicht mehr. Kaffee im Voraus in der PayPal-App zu bestellen und dann bereits bezahlt einzusammeln ist witzig, keine Frage. Sobald ich in die Nähe eines solchen Cafés komme, probiere ich das auch sofort aus. Diese Spielerei verschafft der technikaffinen und zahlungskräftigen Kundengruppe der „Early-Adopter“ ein Einkaufserlebnis und einen konkreten Nutzwert. Und die Kundengruppe ist als Botschafter für ein neues Produkt wichtig. Auch bedient diese Anwendung eine neue Erwartungshaltung dieser Kundengruppe, eine Erwartungshaltung, die aus dem sogenannten „Mobile Mindshift“ resultiert, den ich kürzlich detailliert beschrieben habe: „Die Erwartung dass ich das was ich möchte, unmittelbar und genau in dem Kontext, in dem ich es benötige, bekommen kann.“ Ohne Frage, aber diese Kundengruppe ist klein. Für die große Masse dürfte das „Kaffee-per-App-vorbestellen“ eher unter „obskures Dingsda“ fallen, als unter „alltäglicher Vorgang.“

Bitte keinen Coupons, entfernt lieber Kassenschlangen

Welchen Vorschlag liefert PayPal denn für einen Nutzwert im Einzelhandel: Coupons – wie wir dem oben abgebildeten Zitat entnehmen können. Das ist in etwa so sexy wie eine Steuererklärung und genauso attraktiv wie Kühlschränke in der Antarktis. Wenn ich für jeden überflüssigen Payment-Anbieter, der in den letzten zwei Jahren Coupons zu seinem Geschäftsmodell erklärt hat, einen Euro bekommen hätte, könnte ich mir von der Summe einen Zweitwohnsitz in San Francisco zulegen. Hier wird wieder nicht kundenzentriert gedacht, wie auch das Zitat offenbart: „... für den Handel könnte es dagegen interessanter sein ...“.

Gegenvorschlag: Wie sieht es aus mit den Kassen und den Kassenschlangen? Da sind definitiv Stoßzeiten im Einzelhandel, die abgefedert werden können, wenn der Bezahlvorgang dezentralisiert wird. Überall stehen Kunden in Schlangen an der Kasse. Ich war jahrelang im Einzelhandel und im Großflächenmarkt tätig, ein Geheimnis kann ich euch verraten: Dem jeweiligen Händler ist es meist komplett egal, wie lange ein Kunde in der Kassenschlange steht. Solange keiner wieder geht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist statistisch sehr gering. Wozu teure Mitarbeiter an die Kassen setzen, nur damit der Kunde fünf Minuten weniger warten muss? Bringt keinen zusätzlichen Umsatz.

Stellen wir uns vor aber mal vor, jeder Karstadt-Mitarbeiter hätte ein Smartphone mit der PayPal-Händler-App. Der Kunde checkt sich bei Karstadt in der App ein, dann nimmt er den Einkauf in die Hand und hält dem Verkäufer die neuen Schuhe unter die Nase. Der scannt die Artikel und löst die Zahlung aus. Der Kunde bestätigt die Zahlung in seiner App und geht aus dem Laden. Fertig. Nicht mehr durch den Laden laufen und nach einer Kasse suchen. Oder nach dem Beratungsgespräch beim Verkäufer an der ewig langen Kassenschlange anstellen. Hey, gehen wir doch noch einen Schritt weiter: Lassen wir den Kunden doch gleich selber abkassieren. Klappt selbst in deutschen Supermärkten an den Self-Service-Kassen. Oder bei Ikea. Die technische Umsetzung ist theoretisch schon erprobt: iPad-Kassensysteme wie pepperbill haben PayPal Checkin schon integriert. Eigentlich müsste PayPal das Ganze nur zu Ende denken und zu Ende führen.

Kassenschlangen: Die Pest des modernen Einzelhandels. ((Foto: tshein / flickr.com, Lizenz: CC-BY))

Fazit: PayPal, gib endlich Gas

PayPal gib endlich deine Zurückhaltung auf! Auf leisen Pfoten zu schleichen, ist nicht die richtige Strategie um Apple Pay zu begegnen. Mit Pauken und Trompeten in den Einzelhandel einzufallen schon eher. Viel Glück dabei.

Nachtrag: An anderer Stelle habe ich zu mehr Diversifikation im Payment-Markt aufgerufen und Onlinekunden dazu animiert auch mal etwas anderes zu nutzen, nicht nur PayPal. Der Gedanke hinter diesem damaligen Aufruf ist derselbe Gedanke, der mich dazu bringt jetzt PayPal guten Mut zuzusprechen: Mehr Diversifikation am Markt. Die bisherigen Mobile-Payment-Anbieter sind nicht erwähnenswert. Wenn PayPal nicht früh genug die Kurve kriegt, wird Apple den Mobile-Payment-Markt einseitig dominieren.

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10 Reaktionen
KKMM
KKMM

Das Paypal sich einfach abhängen lässt würde ich nun nicht sagen. Bereits in Oldenburg (wenn ich mich richtig erinnere) hat PayPal einen ersten Test mit QRShopping als mobile Bezahlmethode auf Basis der enjoyQR-Technik gemacht. Bei diesem Verfahren ist die Technik beim Mobile Shopping und Mobile Payment im Prinzip sehr einfach und auch auf der entsprechenden Seite erklärt.

Apple nutzt NFC, Paymal QR-Codes. Ich denke das beide Systeme nebeneinander existieren könnten.

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christof_versacommerce.de
christof_versacommerce.de

Apple hat oft genug bewiesen, dass sie "alte" Ideen auf einmalig smarte Weise in den Markt bringen können. Vor allem auch zu einer Zeit, in der die Kunden solche Lösungen in der Breite auch wirklich wollen. Das iPhone wäre z.B. 3 Jahre früher auf ein deutlich schwächeres Internet gestoßen, was Bandbreite, Inhalte und Verbreitung anging. Details, über die sich die Tec-Gemeinde im Vorfeld den Kopf zerbrach, wurden fulminant von den Launches weggefegt, weil die Verbraucher die Lösungen einfach liebten. Ich glaube, der (US-)Markt ist jetzt reif für M-Payment, Jochens Hinweise zu Einsatz-Szenarien passen da gut. Die spannende Dauerfrage bei Apple ist für mich: Waren die Erfolge des letzten Jahrzehnts nur dem Genius von S. Jobs zu verdanken, oder hat er eine Company-DNA hinterlassen, die das Anknüpfen an die Apple-Tradition erlaubt? Wir werden sehen :) ...

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barney
barney

Ich glaube auch nicht, dass Apple in der Lage dazu ist den Markt einseitig zu dominieren, dazu ist ihr Marktanteil schlicht viel zu gering. Hier noch wesentlich geringer als in den USA. Und Payment funktioniert lediglich mit der neusten Generation des iPhones. NFC ist dagegen seit Jahren in den meisten Android Geräten. Den Händlern dann Systeme schmackhaft zu machen, mit denen sie 80 Prozent des Marktes erreichen, müsste dann ein leichtes sein.

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Jochen G. Fuchs

Ich verstehe was du meinst, nur leider ist die seit Jahren vorhandene NFC-Funktion größtenteils nicht für Mobile-Payment nutzbar, da noch keine Lösung für das sogenannte Secure-Element gefunden war. Das hat dazu geführt dass selbst Netzbetreiberlösungen wie beispielsweise mpass auf einen NFC-Aufkleber, statt auf die NFC-Funktion der Geräte gesetzt haben. Erst Geräte jüngster Generation können das jetzt, der Vorsprung ist also nicht wirklich so groß.^^

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

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frank
frank

Das Zitat von Paypal zeigt, dass die den Markt und die Kundenwünsche verstehen!
Couponing ist Unsinn? Aus der Perspektive eines Geeks mit Sicherheit - hat ja genug Geld. Die erfolgreichste deutsche Payment App ist - tada - von Netto und hat als Couponing App angefangen.
Gegenfrage welchen Mehrwert bietet Mobile Payment dem Kunden? Keinen! Bezahlen mit Bargeld geht immer. ÈC oft.
Paypal und Kaffee ist super! Weil hochfrequent. Wie oft kaufst du einen Kaffee? Und bezahlst dem mit EC-Karte? Für 5euro?
Und wie oft gehst du in ein Kaufhaus oder ins Kadewe? Und bezahlst mit EC-Karte? Für 100euro?
Welcher iPhone Nutzer geht überhaupt ins Kaufhaus? Wie viele gibt es in Deutschland? Das macht doch keinen Sinn.
Ich sehe bei ApplePay keinen Durchbruch. Sofern, sofern die nicht eine Supermarltlette bekommen....

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Jochen G. Fuchs

Auf welche Zahlen gründet sich denn die Vorstellung, dass die Netto-App die erfolgreichste Mobile-Payment-App in Deutschland ist? Wäre ja mal interessant zu hören. Ich bezweifle nur, dass Netto höhere Downloadzahlen als Paypal vorweisen kann. Und die Payment-Funktion wird nach meinen Informationen aus dem Hause des Netto-App-Herstellers nicht im selben Maße genutzt, wie die Coupon-Funktion.

Ist aber sowieso irrelevant. Es geht nämlich nicht darum, dass Couponing generell Unsinn ist (da hätte Payback etwas mitzureden, die nebenbei bemerkt den größten Coupon-Umsatz in gedruckter Form unter die Leute bringen), sondern darum, dass Couponing nicht der ausschlaggebende Mehrwert ist, der Mobile-Payment zum Durchbruch verhelfen wird. Couponing ist nicht die Antwort. Das war meine Aussage.

Einen anderen Mehrwert habe ich bereits aufgezeigt, ich will ihn lieber nicht wiederholen, steht ja schon im Artikel. Wird ja langweilig sonst.^^ Und in meinem Artikel geht es ja auch nicht darum was der perfekte Mehrwert ist, Das wäre ein völlig neuer Artikel mit einem anderen Schwerpunkt. Das Mobile -Payment alleine null Mehrwert bietet ist mir klar. Das beten ich und mein Kollege Maik Klotz schon seit Monaten vor: http://t3n.de/news/mobile-payment-hype-524590/

Ich bezahle meinen Kaffee entweder in einer der US-Ketten mit Kreditkarte, mit einer Guthabenkarte oder selten, wenn es nicht anders geht in bar. Kaffee mit EC-Karte wird wohl eher selten funktionieren. Der Versuch alleine bringt einen ja in Lebensgefahr. Ist aber auch net wichtig: Dass ich die Kaffee-Idee witzig und sinnvoll finde, habe ich ebenfalls bereits gesagt. Ebenfalls dass es einen Mehrwert bietet. Nur wird diese Idee alleine nicht den Durchbruch zum Massenmarkt bringen.

Wieso Apple den Massenmarkt erreichen könnte, habe ich ja schon erklärt. Unter anderem gerade weil Sie eben namhafte Ketten unter Vertrag haben. Paypal wird beim Marktstart von Apple Pay wesentlich mehr Akzeptanzstellen unter Vertrag haben als Apple. Wenn ich mich recht entsinne sind es grade grob geschätzt etwa 200.000 zu etwa 2.000.000. Und trotzdem keine Nutzung auf dem Massenmarkt. Und sie haben bisher keine Ketten.

Denn auch wieso Apple den Durchbruch schaffen könnte, konnte ich in diesem Artikel nicht erklären, das wäre wieder ein anderes Thema. Wäre doch schauerlich, wenn ich so zwischen den Themen herummäandern würde?^^
Aber mehr Gründe dafür gibts bei meinem Kollegen Maik Klotz: http://t3n.de/news/mobile-payment-apple-2-525720/

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

P.S.: Vielen Dank für den Glauben an meine überbordende Bonität, vielleicht bringt das ja meine Hausbank in Schwung.^^

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GM
GM

Ich denke nicht, dass PayPal es nötig hat unbedingt noch vor Apple auf den Markt zu preschen, vielleicht liegt sogar alles nötige schon in der Schublade. Obwohl Apple sicher ein stabiles Marktsegment hat, ist die Gruppe der Android Nutzer größer und die werden nicht nur wegen Apple Pay umsteigen.
Im Gegenteil, ich denke dass eher Apple die Arbeit überlassen wird mobile payment gesellschaftsfähig zu machen, etwas was über diese Marke wesentlich leichter ist als eBay oder PayPal. Wenn es weiter akzeptiert ist, kann man das eigene Produkt mit weniger Aufwand etablieren. Günstigere Konditionen für Shopbetreiber, noch ein bisschen polieren am Interface wo es bei der Konkurrenz hakt et voilá, mit weniger Eigenaufwand ist man am Markt.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Ja, das wäre eine mögliche und plausible These: Dass Paypal mit voller Absicht Apple den Weg bereiten lässt um Kosten und Aufwand zu sparen. Dass Paypal alles nötige schon parat liegen hat, habe ich ja schon im Artikel betont. Es muss im Prinzip nur noch „rund“ gemacht werden.

Allerdings birgt das meiner Meinung nach einige Gefahren, wie beispielsweise die schwierige Eroberung von Marktanteilen. Schließlich handelt sich bei Apple Pay um eine proprietäre Systeminstallation auf den Kassensystemen, da lässt sich nicht einfach ein weiterer Anbieter „hinzuschalten“. Das wird eher wieder eine Einzelimplementierung.

Wer weiß wie lange die Marktdurchdringung dauert, wie lange Händler benötigen, bis sie die Notwendigkeit von weiteren Konkurrenz-Systemen akzeptieren würden, falls sie bereits Apple im Einsatz haben.

Ich glaube in diesem Fall eher an Kurzsichtigkeit, als an Weitsichtigkeit. ^^

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

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Oink
Oink

Ich weiß nicht was an Apple Pay so besonderes sein soll. Frag mich, warum Google Wallet nicht die gleiche Resonanz bekommen hat... Wahrscheinlch floß eine Menge Geld um große Partner ins bot zu holen. Ich denke das selbst Apple Pay nicht die Scheu vorm Bezahlen mit dem Handy beseitgen wird.

Antworten
Tobias
Tobias

Paypal mit Apple Pay als vergleichbar darzustellen, ist vollkommen schwachsinnig. Weshalb? Weil die Technik vollkommen unterschiedlich ist.

Technik Paypal: Es ist invasiv und eigentlich illegal. Paypal greift beim Benutzer direkt auf das Girokonto zu. Genau dies ist verboten laut AGBs der Banken. Paypal ermöglicht zwischen den Benutzern finanzielle Transaktionen, wobei Geld abheben oder einzahlen bei Girokonten nichts kostet. Dadurch werden Transaktionen möglich ohne Steuer auf gewisse Dinge zu zahlen möglich. Genau das ist das Illegale, dass mit Paypal nicht alles steuerrechtlich einwandfrei ist. Deshalb hat Paypal nicht sich als ernsthaftes Unternehmen beworben. Da es mittlerweile "still und heimlich" gewachsen ist, trauen sich die Banken dieses System nicht zu zerstören. Sie haben wenigstens auf gewisse Transaktionen Steuerpflichten eingeführt, wodurch Paypal nicht mehr so illegal ist laut Banken.

Jetzt zur Technik Apple Pay:
Dieses System ist grundverschieden. Bei Apple Pay hat Apple viele Kreditkartenunternehmen überzeugt mitzumachen, wodurch Girokonten nur indirekt betroffen sind. Diese Unternehmen einigten sich mit Apple, weshalb Apple Pay vollkommen legal ist laut den Banken. Die Akzeptanz ist also von Anfang an höher. Zudem hat Apple ein System ersonnen, dass einfacher als Paypal ist und sogar durchaus manchmal sicherer sein kann. Unglaublich ist, dass die spionierenden Kreditkartenunternehmen sich darauf eingelassen haben, dass sie bei Apple Pay nicht mehr schauen oder Profile verkaufen können, wer wann was wo kauft.
Klar, man muss Apple in dieser Hinsicht vertrauen, dass sie es selbst nicht tun, aber durch das Jailbreak wurde indirekt gezeigt, dass Apple das Versprechen zu Touch ID nicht gebrochen hatte. Insofern fragt man sich, warum man Apple diesmal nicht glauben sollte.

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