Paywall-Fiasko: Bezahlschranke der New York Times immer noch kein Hindernis

Paywall-Fiasko: Bezahlschranke der New York Times immer noch kein Hindernis
Die New York Times gibt der IT-Welt dieser Tage allen Grund zum Schmunzeln, oder zum Schämen – je nachdem. Die Paywall der New York Times lässt sich bereits seit Ende März umgehen, indem man einfach den letzten Teil aus der Adresszeile entfernt. Wer die Zeichenfolge hinter dem .html entfernt und erneut Enter drückt, erhält den gewünschten Artikel kostenlos und in voller Länge – nach wie vor.

Das New York Times Paywall-Fiasko

Noch vor einigen Wochen wurde auch von uns spekuliert, die Möglichkeit, die Paywall sehr einfach zu umgehen, könnte von den Verantwortlichen der NYT wohlüberlegt einkalkuliert worden sein. Hintergrundgedanke: Wer seine Inhalte im Netz abschottet, der erreicht nur wenig Publikum und verschwindet letztenendes von der Bildfläche. Das allein wäre schon ein schräger Gedanke: Bei ehrlichen, regelmäßigen Nutzern abzukassieren, während die Gewissenslosen sich die kostenpflichtigen Inhalte ergaunern.

Auf der anderen Seite könnte natürlich auch ein Programmierfehler hinter dem Bug stecken. Doch wer mag das bei einer Instanz wie der New York Times glauben? Noch dazu, nachdem bereits rund drei Monate vergangen sind, seitdem der „Bug“ aufgetaucht ist. In die Bezahlschranke sollen 40 bis 50 Millionen US-Dollar geflossen sein. Wer glaubt da noch an Missgeschick beim Programmieren? Eine solche Investition mit dem Weglassen von Zeichenfolgen in der Adressleiste aushebeln zu können, ist und bleibt arg peinlich. Und die vermeintliche Absicht, gleichzeitig abzukassieren und im Geschehen zu bleiben, macht es eher schlimmer als besser.

new york times paywall1
New York Times „Paywall“: Wer seine zwanzig frei verfügbaren Artikel im Monat aufgebraucht hat und dennoch kostenlos weiterlsen möchte, der entfernt einfach Teile der URL.

Die Frage nach Absicht oder Fehler dürfte geklärt sein. Mich lässt sie mit ungläubigem Kopfschütteln zurück. Wie seht ihr das? Was haltet ihr vom anhaltenden Paywall-Fiasko der New York Times?

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5 Antworten
  1. von Neu und gestern 27.06.2011 (11:54Uhr) 1.

    Mario Barth gibts für Geld im Theater oder Stadion und später auch im TV for free. Gleiches mit Herbert Knebel und den meisten bekannteren anderen Kleinkünstlern und Comedians.

    Die Paywall ist eher eine Nerv-Schranke damit Leute die es bequemer haben wollen, die Online-Times bezahlen.

    Es ist wie die Sperren beim Formel-1-Rennen in Italien oder bei Fußballspielen: Da läuft auch jeder nach dem Rennen in den Innenbereich je nachdem wie eng das gesehen wird. Nach der Pause kontrolliert auch kaum noch wer Dein Theater-Ticket. Bei Konzerten und Fußball ist es vielleicht anders oder je nach Spiel vielleicht auch nicht.

    Um die CNBC-Moderatoren zu zitieren: Irgendwann nervt es mich vielleicht doch so sehr, das ich das Geld bezahle statt es ständig auszutricksen.

    Das sollte man immer im Hinterkopf behalten.

  2. von Carsten Jung via facebook 27.06.2011 (12:32Uhr) 2.

    Wie blöde.

  3. von Mario Stemmler via facebook 27.06.2011 (13:49Uhr) 3.

    Ich denke, dass ist ein ganz klarer Fehler in der Umsetzung. URL-rewriting wäre grundsätzlich nicht zu umgehen. Das Argument, dass die Paywall nervt und deswegen bezahlt wird, gilt für den affinen Nutzer nicht, da er mit Javascript umgehen kann. Sehr einfach zu automatisieren...

  4. von Ich 27.06.2011 (20:42Uhr) 4.

    Es wurde doch bei Windows auch so gemunkelt: Der Kopierschutz war so schwierig das der Normaluser das Original kauft und der Fachmann es sich so besorgt. Dadurch hatte man zum einen Einnahmen, zum anderen mussten die Fachleute aber nicht zu Linux wechseln. Wenns stimmt war das eigentlich eine clevere Idee. Den Vorteil der Fachleute gibts hier zwar nicht, aber wieviele Normaluser kennen z.B. t3n oder den Trick sonst woher?

  5. von NY-Times im Zeitraffer: 11 Monate in 12.… 25.07.2011 (10:34Uhr) 5.

    [...] Paywall-Fiasko: Bezahlschranke der New York Times immer noch kein Hindernis - t3n News [...]

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